Toyota iQ: Raumwunder auf drei Metern

Platz für drei Erwachsene und ein kleineres Kind oder etwas Gepäck in einem Fahrzeug mit weniger als drei Metern Gesamtlänge - diese beinahe unmöglich erscheinende Aufgabe bewältigt der neue Toyota iQ erfolgreich. (mid/ec , 01.01.2009)

Der neue Kleinstwagen der Japaner wurde dazu mit technischen Innovationen geradezu vollgestopft, die alle dem Ziel dienten, Platz zu schaffen und den Raum optimal auszunutzen. Das Ergebnis wird man ab 24. Januar nächsten Jahres bei den Toyota-Händlern in Augenschein nehmen können. Dann feiert der iQ in Deutschland zu äußerst selbstbewussten Preisen ab 12.700 Euro seine Premiere.

Der iQ ist exakt 2,985 Meter lang und damit nur eine Blattlänge länger als ein Smart. Im Gegensatz zum zweisitzigen Smart bietet der iQ aber nicht nur mehr Plätze, er wirkt auch viel erwachsener. Das liegt zum einen an seiner satten Breite von 1,68 Metern und dem sehr dynamischen Styling, zum anderen aber auch an den Fahreigenschaften. Der City-Flitzer fährt sich fast so komfortabel wie ein Fahrzeug der Kompaktklasse, ist leise, verfügt über einen unbeirrbaren Geradeauslauf und ein angenehmes Kurvenverhalten. Zudem erinnert der Innenraum in Qualität und Verarbeitung ebenfalls eher an ein Fahrzeug der Golf-Klasse.

Toyota iQ - Heckansicht
Mit seiner satten Breite von 1,68 Meter und seinem dynamischen Styling wirkt der Toyota iQ deutlich erwachsener als der Hauptkonkurrent Smart fortwo

Sechs Innovationen für mehr Platz

Ein kleines Wunder auf drei Metern ist Toyota jedoch mit der Raumausnutzung gelungen. Der iQ ist zwar kein Viersitzer, wie die Japaner meinen, aber doch ein Fahrzeug, in dem zwei Erwachsene sehr bequem fahren können. Auf kurzen, aber auch auf mittellangen Strecken sitzt ein dritter Erwachsener hinter dem Beifahrer ebenfalls noch leidlich kommod. Der Platz hinter dem Fahrer ist allerdings nur für kleinere Kinder, besser jedoch für leichtes Gepäck zu gebrauchen. Denn sind alle vier Plätze belegt, bereitet selbst die Unterbringung eines größeren Rucksacks Probleme. Der Kofferraum fasst dann nämlich nur winzige 32 Liter. Richtig große (Raum-)Wunder lassen sich eben auf drei Metern doch nicht vollbringen. Wer die Rücksitze umklappt und sich mit zwei Plätzen begnügt, hat immerhin 238 Liter Stauraum zur Verfügung.Die außergewöhnliche Raumausnutzung des Kleinstwagens basiert auf gleich sechs Innovationen: Ein neues Differential an der Vorderachse und das kompakte Lenkgetriebe schaffen im Motorraum Platz, wodurch der Vorderbau sehr kurz ausfällt. Eine extrem kompakt gehaltene Klimaanlage, schmale Sitzlehnen und ein nur zwölf Zentimeter hoher, unter dem Fahrzeugboden angebrachter Tank mit 32 Litern Inhalt tun das ihre dazu. Optisch fällt vor allem die sechste Neuerung auf - die so genannte asymmetrische Armaturentafel. Auf der Beifahrerseite wurde die Tafel deutlich weiter vorn platziert als auf der Fahrerseite. Den so gewonnenen Platz kann man nutzen, um den Beifahrersitz ohne allzu große Komforteinbußen relativ weit nach vorn zu stellen, was wiederum Raum für den dahinter sitzenden Passagier schafft. Alles in allem hat Toyota hier ein fast revolutionäres Raumspar-Paket verwirklicht.

Toyota iQ - Innenraum
Wer Gepäckraum wünscht, muss auf mindestens einen Sitzplatz verzichten. Denn bei voller Bestuhlung stehen gerade einmal 32 Liter Kofferraumvolumen zur Verfügung

Komplette Sicherheitsausstattung

Hinzu kommt ein in dieser Klasse außergewöhnliches serienmäßiges Sicherheitsniveau, unter anderem mit elektronischer Stabilitätskontrolle sowie neun Airbags. Neben den gängigen Luftbeuteln an der Front, an der Seite und als Vorhangairbags oberhalb der Seitenfenster verfügt der iQ über einen Knieairbag für den Fahrer und erstmals bei Toyota über einen abschaltbaren Sitzpolster-Airbag für den Beifahrer, der sich im Crash-Fall unter den Oberschenkeln entfaltet, und so die Hüfte stabilisiert. Eine Weltpremiere ist der Heck-Airbag, der im Dach in der Nähe der Heckklappe eingebaut wird und sich zwischen Dachhimmel und Heckscheibe entfaltet, um die Köpfe der Fondpassagiere zu schützen.Dies alles und die sehr umfangreiche Serienausstattung unter anderem mit Klimaanlage, Lederlenkrad, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, elektrischer Servolenkung, Leichtmetallrädern in 15 Zoll und einem CD-Radio hat natürlich einen Preis. Mit 1.700 Euro ist der iQ kein Billigangebot. Er ist deutlich teurer als ein Aygo (ab 9.350 Euro) und sogar als der deutlich geräumigere Yaris (ab 11.500 Euro).

Toyota iQ - Parklücke
Mit einer Außenlänge von gerade einmal 2,985 Metern - nur wenig mehr als der Smart - ist der Toyota iQ der optimale Cityflitzer

Das richtige Auto zur richtigen Zeit?

Für den iQ gibt es vom Start weg den aus dem Aygo bekannten 1,0-Liter-Benziner mit 50 kW/68 PS sowie den 1,4-Liter-Diesel mit 66 kW/90 PS, mit dem der iQ aber fast übermotorisiert wirkt und der mit einem Grundpreis von 14.900 Euro schon in die Kompaktklasse hineinreicht. Im Mai folgt mit dem neuen 1,3-Liter Benziner die vielleicht interessanteste Variante, denn diese Version wird serienmäßig mit einer Start-Stopp-Automatik versehen sein.Alles in allem hat Toyota mit dem iQ eine kleine Revolution angezettelt: So viel Platz, so viel Sicherheit, so viel Fahrspaß gab es in der Mikro-Klasse noch nie. Einziger Wermutstropfen ist der Preis, denn mit allen Ausstattungen kann ein iQ-Diesel bis zu 18.000 Euro kosten. Unter normalen Umständen würden die von Toyota anvisierten jährlichen 80.000 Einheiten für Europa, davon 10.000 für Deutschland, trotzdem kein Problem sein. Aber das Geld sitzt zur Zeit nicht allzu locker und so bleibt zu hoffen, dass das richtige Auto zur eigentlich richtigen Zeit, nicht doch zur falschen Zeit auf den Markt kommt.

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