Vollgas im Rückwärtsgang
2009 hat die Scuderia Toro Rosso den Rückwärtsgang eingelegt und seitdem Vollgas gegeben - nur eben in die falsche Richtung. 2008 gewinnt Sebastian Vettel für den italienischen Red Bull-Ableger noch einen Grand Prix. Toro Rosso schlägt das große Schwesterteam in der Endabrechnung und belegt an Saisonende Rang sechs in der Konstrukteurs-WM. Ein Jahr später fahren Sébastien Buemi, Sébastien Bourdais und Jaime Alguersuari lediglich acht Punkte heraus – Zehnter und Letzter in der Konstrukteurs-Wertung. 2010 wird Toro Rosso mit 13 Punkten Neunter. Ein Fortschritt? Von wegen, schließlich steigt das Toyota-Team vor der Saison aus, weshalb die dahinter platzierten Mannschaften automatisch einen Platz aufrücken. Zudem gibt es durch die neue Punkteregelung deutlich mehr Zähler zu gewinnen. Und hinter Toro Rosso liegen nur die drei letztjährigen Newcomer Team Lotus, Virgin und Hispania Racing. Damit sind die Italiener fast wieder dort angekommen, wo sie vor ihrer Gründung bereits waren.
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- Im Toro Rosso-Team haben sich schon einige Formel 1-Youngster versucht - meist mit mäßigem Erfolg. Hier räubert der Amerikaner Scott Speed durch das Kiesbett von Magny Cours.
Minardi wird zu Toro Rosso
Das Ende des Feldes kannte man beim Toro Rosso-Vorgängerteam Minardi nur allzu gut. Als sich 2005 die 20 Jahre andauernde Quälerei des italienischen Traditionsteams aus Geldmangel dem Ende neigt, sieht Red Bull-Eigner Dietrich Mateschitz die Chance, sein Formel 1-Engagement auszubauen. Mateschitz möchte ein Red Bull-Juniorteam etablieren. Er benennt das Team in „Toro Rosso“ (italienisch für „Red Bull“) um, es bleibt aber am Minardi-Stammsitz in Faenza ansässig. Danach baut Mateschitz professionelle Strukturen auf, verpflichtet mit Franz Tost und Gerhard Berger prominente Namen für die Führungsetage.
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- Beim Regenrennen in Monza 2008 ging Sebastian Vettels Stern auf: Im unterlegenen ToroRosso holt sich der junge Deutsche erst die Pole Position und lässt dann einen souveränen Sieg folgen.
Mit Sebastian Vettel geht´s nach oben
Trotzdem geht es für Toro Rosso nur langsam bergauf. 2006 gelingt dem Red Bull-Juniorteam nur ein WM-Punkt, Toro Rosso kann lediglich die noch schwächeren Teams Midland F1 und Super Aguri hinter sich lassen. Zur Saisonmitte 2007 stößt Sebastian Vettel zur Mannschaft und reißt sie mit seiner positiven Art mit. Der Lohn sind satte acht Punkte beim China-Grand Prix und Platz sieben in der Konstrukteurs-WM. Der Aufstieg geht 2008 weiter. Vor allem Sebastian Vettel setzt einige Glanzlichter. Besonders natürlich beim Rennen in Monza, bei dem er sich erst die Pole Position sichert und dann das Regenrennen souverän gewinnt. Vettel sorgt für 35 der insgesamt 39 Toro Rosso-Punkte – eine überragende Quote für den deutschen Piloten, der in jenem Jahr seine erste volle Formel 1-Saison bestreitet.
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- Mit Sébastien Buemi (l.) und Jaime Alguersuari greift weiterhin das jüngste Fahrerduo des Formel 1-Feldes für Toro Rosso ins Lenkrad.
2011: Ein gefährliches Jahr
Im Jahr 2010 stehen bei Toro Rosso die Zeichen auf Umbruch. Nach einer Regeländerung muss das Team sein Auto nun selbst konstruieren, kann nicht mehr den Red Bull-Wagen 1:1 übernehmen. Zwar orientiert sich das Design nach wie vor stark am erfolgreichen Schwesterauto, doch die Performance hinkt stark hinter der des Red Bull-Renault hinterher. In diesem Jahr ist dagegen Kontinuität angesagt: Mit Sébastien Buemi und Jaime Alguersuari greift weiterhin das jüngste Fahrerduo des Formel 1-Feldes für Toro Rosso ins Lenkrad. Ferrari bleibt als Motorenlieferant an Bord und spendiert gleichzeitig sein KERS-System. Für die kleine Red Bull-Schwester ist es eine gefährliche Konstellation: Das Mittelfeld ist hart umkämpft, und von hinten drückt das aufstrebende Team Lotus. Das Toro Rosso-Team steht nah am Abgrund - hoffentlich fällt es nicht.

