Legendäre Vorfahren
Das ist er also, der Gumpert Tornante by Touring. Bisher war der Informationsfluss bezüglich des Fast Tourers eher spärlich, nun legt die thüringische Sportwagen-Manufaktur die Karten auf den Tisch. Wobei man konstatieren muss: So richtig einzigartig sieht der Tornante nicht aus. Natürlich zitiert er zahlreiche ästhetische Auto-Meisterwerke, die wie er aus der Feder des berühmten Mailänder Designers und Karosseriebauers Touring stammen: Der legendäre Mille Miglia-Gewinner von 1940, BMW 328 Berlinetta, gehört ebenso dazu wie die Ferrari-Modelle 166 und 340 sowie der Alfa Romeo 8C 2900. Uns erinnert die Formgebung dagegen eher an eine Mixtur aus Bugatti Veyron und Bennarow PB5.
-
- Das in Genf gezeigte Tornante-Exemplar ist laut Gumpert noch eine Designstudie im 1:1-Format. Viel wird sich an der Formgebung jedoch nicht mehr ändern.
Touring verleiht Flügel
Das in Genf gezeigte Tornante-Exemplar ist laut Gumpert noch eine Designstudie im 1:1-Format. Viel wird sich an der Formgebung, die so deutlich anders ist als die des puristischen Supersportwagens Apollo,jedoch nicht mehr ändern. Hier zeigt sich der italienische Einschlag des Touring-Studios, das diesmal – anders als in der Vergangenheit, als die Italiener meist bestehenden Formen ihren Stempel aufdrücken mussten – mit einem weißen Blatt Papier starten konnte. Als Vorgabe diente lediglich der Chrom-Molybdän-Stahlrahmen samt Carbon-Sicherheitszelle und Mittelmotor-Architektur. Eine Besonderheit des Tornante: Er besitzt nicht nur Flügeltüren, auch die Heck-Hauben, welche den Zugang zu Motor und Gepäckraum freigeben, öffnen flügelartig.
-
- Die Bodenfreiheit des Gumpert Tornante ist 20 Millimeter höher als beim Apollo, was mit etwas weicheren Dämpfern und Federn für einen besseren Fahrkomfort sorgen soll.
Der Apollo spendiert die Technik
Den Antriebsstrang übernimmt der Tornante vom Apollo. Der V8-Biturbo, ursprünglich ein Audi-Triebwerk, leistet in der Basisversion 700 PS. Das Aggregat soll sich allerdings deutlich alltagstauglicher geben als beim puristischen Bruder. Dazu passt, dass Gumpert den Motor serienmäßig mit einem automatisierten Sechs-Gang-Getriebe kombiniert, das jedoch manuell per Schaltwippen bedient werden kann. Auch das Fahrwerks-Konzept mit Doppelquerlenker-Pushrods an beiden Achsen stammt vom Apollo. Die Bodenfreiheit ist jedoch 20 Millimeter höher als beim rennstreckenoptimierten Bruder, was mit etwas weicheren Dämpfern und Federn für einen besseren Fahrkomfort sorgen soll.
-
- Der Gumpert Tornante by Touring rollt auf einer extremen Mischbereifung daher: Vorne kommen 19-Zoll-Felgen mit 265/35er Reifen. Hinten sind es 20-Zöller mit 345/30er Pneus.
Marktstart schon im nächsten Jahr
Allerdings soll keiner auf die Idee kommen, dass der Gumpert Tornante nicht auch sportlich ist. Immerhin spannt sich eine Carbon-Karosserie über den Gitterrohrrahmen, was in Verbindung mit kompakten Abmessungen – 4,48 Meter Länge, 1,97 Meter Breite – für ein überschaubares Trockengewicht von 1,3 bis 1,4 Tonnen sorgt. Exakte Fahrleistungen gibt Gumpert zwar noch nicht an, aber der Topspeed soll bei deutlich über 300 km/h liegen. Die Markteinführung des Gumpert Tornante ist für 2012 geplant – dann vielleicht sogar mit alternativen Antrieben.

