Fahrer-Portrait Timo Glock

Timo Glock: Vom Gerüstbauer zum Formel 1-Piloten

Timo Glock legt eine unkonventionelle Motorsportkarriere hin, die ihn sogar nach Amerika gebracht hat. Nach zwei Jahren beim Toyota-Werksteam setzt Glock nun seine Aufbauarbeit bei Marussia-Virgin fort. ( , 15.03.2011)

Timo Glock: Im Eiltempo durch die Nachwuchsklassen

Kaum ein Formel 1-Pilot hat einen so ungewöhnlichen Karriereweg hinter sich wie Timo Glock. Dieser startet im Matsch und auf zwei Rädern – Glock betreibt anfangs Motocross. Erst im vergleichsweise hohen Alter von 15 Jahren wechselt der Hesse ins Kart, wo er schnell auf sich aufmerksam machen kann. In nur vier Jahren holt er den Erfahrungsrückstand auf und steigt in die Formel BMW auf. 2000 wird er dort Rookie des Jahres, ein Jahr später gewinnt Glock die Meisterschaft. Als logische Konsequenz folgt der Aufstieg in die deutsche Formel 3-Meisterschaft, in der darauffolgenden Saison startet Glock in der Formel 3-Euroserie. Dort bleiben ihm Meistertitel zwar verwehrt, trotzdem führt der Weg des Spätstarters nach nur vier Jahren in den Nachwuchsserien des Formelsports in die Formel 1.

Formel 1 2011 Timo Glock
Timo Glocks neues Helmdesign beinhaltet deutlich mehr Rot als im vergangenen Jahr, ist aber nur sehr schwer vom Helm seines Teamkollegen Jerome D´Ambrosio zu unterscheiden.

Ab die Post: Als Testfahrer in die Formel 1

Mit Unterstützung seines persönlichen Sponsors, der Deutschen Post, landet Glock als Test- und Ersatzfahrer bei Eddie Jordans Formel 1-Team. Das einstige Siegerteam ist zwar inzwischen nach hinten durchgereicht worden, doch bei den Gelben hat Glock die Chance auf seine ersten Renneinsätze in der Formel 1. Als Stammfahrer Giorgio Pantano ausfällt, feiert Glock an der Seite von Nick Heidfeld in Kanada sein Formel 1-Debüt. Auf Anhieb gelingen ihm zwei WM-Punkte, doch in den weiteren drei Rennen für das Jordan-Team steht Glock im unterlegenen Jordan auf verlorenem Posten.

Auf das Abenteuer Formel 1 folgt das Abenteuer Nordamerika

Doch schon am Ende der Saison ist Glocks Formel 1-Abenteuer wieder beendet – zumindest vorerst. Für den Deutschen ist kein Cockpit frei, ihn zieht es nach Nordamerika in die ChampCar-Serie. Mit Gesamtrang acht und dem Titel „Rookie of the Year“ im unterlegenen Auto des Teams „Rocketsports“ stellt Timo Glock sein Talent auch in Übersee unter Beweis. Doch um in der Formel 1 im Gespräch zu bleiben, muss ein ambitionierter Rennfahrer in Europa antreten. Deshalb wechselt Timo Glock in die GP2-Serie. Nach einer schwierigen ersten Saison (inklusive Teamwechsel) gelingt Glock ein überlegener Titelgewinn in seiner zweiten GP2-Saison 2007, in der er sich gegen den talentierten Brasilianer Lucas di Grassi durchsetzen kann. Gleichzeitig ist er Testfahrer für das Formel 1-Team von BMW.

Formel 1 2011 Timo Glock
Bei Marussia Virgin-Cosworth muss Timo Glock viel Aufbauarbeit leisten, scheint aber an das ambitionierte Projekt zu glauben.

Mittelklasse bei Toyota, Aufbauarbeit bei Virgin

Glocks Plan geht auf, für die Jahre 2008 und 2009 unterschreibt er einen Vertrag als Stammfahrer beim Toyota-Team. Zwar können die Japaner ihre hohen Ambitionen nie mit den entsprechenden Leistungen untermauern, aber Timo Glock kann im rot-weißen Renner durchaus überzeugen. Gegen den weitaus erfahreneren Teamkollegen Jarno Trulli zieht er zwar sowohl bei den Qualifikationsduellen als auch in der Punktetabelle jeweils den Kürzeren, aber der Abstand ist enger als erwartet. Zudem profiliert sich Glock als guter Regenfahrer, Zweikämpfer und Pilot mit hoher Rennintelligenz. Genau diese Qualitäten sichern Glocks Platz in der Formel 1. Nach Toyotas Rückzug entscheidet er sich schnell für den Neuling Virgin Racing. Dort muss Timo Glock viel Aufbauarbeit leisten, scheint aber an das ambitionierte Projekt zu glauben – immerhin hat er dort einen Zweijahresvertrag unterschrieben. Nachdem er dort 2010 mit dem alten Weggefährten Lucas di Grassi ein Duo bildet, fährt er in dieser Saison zusammen mit dem Belgier Jerome d´Ambrosio - einem Neuling - beim neuformierten Marussia-Virgin-Team. Es sieht sehr danach aus, als wäre Glocks ungewöhnlicher Weg noch lange nicht zu Ende.

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Ist Timo Glock zu gut für ein Schattendasein am Ende des Feldes?

  • Glock ist der typische Mittelklasse-Pilot. Sauber, Williams oder Force India sollten ihn verpflichten.
    36%
  • Auf jeden Fall. Im richtigen Auto wäre Glock ein Siegfahrer.
    28 %
  • Marussia Virgin entspricht genau Glocks Leistungsklasse.
    27 %
  • Fahrer wie ihn gibt es wie Sand am Meer. Bald ist es vorbei mit Glocks F1-Karriere.
    9 %
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