Nur die Führerscheinneulinge sind selbstbewusst
Jeder dritte Autofahrer würde nach eigener Einschätzung die Führerscheinprüfung nicht noch einmal bestehen. Das ergab eine repräsentative Umfrage der GfK-Gruppe im Auftrag der Zurich Versicherung zum Thema Führerscheinregeln. Nur bei den 18 bis 29-Jährigen traut sich eine Mehrheit von 66 Prozent eine erfolgreiche Wiederholung ohne Vorbereitung zu.
Tempo, Blinker, Abstand
Rund 42 Prozent der Befragten führen den Schulterblick nicht korrekt aus, und fast jeder Zweite hält sich nach eigenen Angaben nicht mehr strikt an Tempolimits. Lediglich zwei von drei Autofahrern halten vorschriftsgemäß am Stopp-Schild an. Auch beim Thema „Blinken“ nehmen es die Deutschen nicht mehr so genau: 22 Prozent der befragten Autofahrer gaben an, beim Ein- und Ausparken nicht mehr konsequent zu blinken und fast jeder Dritte (31,9 Prozent) gibt zu, dass er die Abstandsregeln nicht strikt einhält.
Fahrpraxis ersetzt Führerscheinwissen
Wie die Umfrageergebnisse zeigen, werden mit zunehmender Fahrpraxis Regeln vernachlässigt oder das Führerscheinwissen gerät einfach in Vergessenheit.Das kann zu Selbstüberschätzung und Unfällen führen. Vorbeugen kann man, indem man sich die Verkehrsregeln bewusst wach ruft. In Verkehrssituationen, in welchen man sich unsicher fühlt und nicht weiß, wie das richtige Fahrverhalten wäre, sollte man sich diese Situation merken und später mit Hilfe von Büchern, Bekannten oder des Internets herausfinden, welche Verkehrsregel in der Situation anzuwenden gewesen wäre. Dies schafft Sicherheit.
Assistenzsysteme: Der Fluch der guten Tat
Laut Umfrageergebnis steigt des Weiteren bei Autofahrern das Vertrauen in die neuen Sicherheitssysteme. Rund zwei von drei Befragten halten Abstandsregler und Bremsassistenten im Auto für sinnvoll und sind der Ansicht, dass diese Technologien helfen, Unfälle zu vermeiden. Nur acht Prozent befürchten, dass solche Systeme eher ablenken. Dass sich ein Großteil der Autofahrer offenbar eher auf die Assistenzsysteme als auf ihr eigenes Wissen verlässt, untermauert auch das folgende Ergebnis: Nur 28 Prozent der Befragten Autofahrer kennen die Faustregel zur Ermittlung des Bremswegs.

