Sturm im Cockpit

Wenn der loslegt, weht ein Orkan durchs Cockpit: Auf dem Genfer Autosalon präsentiert TechArt die offene Variante des GTstreet. ( , 01.01.2009)

Das fast schon schüchterne, mattgraue Outfit täuscht: Mit dem neuen TechArt GTstreet Cabrio debütiert auf dem Genfer Autosalon (6. bis 16. März) ein Extremsportler, der kaum Gegner kennt. Mehr als 600 PS, Spitzengeschwindigkeiten auf Formel 1-Niveau und ein knappes Stoffmützchen – das haben sonst nur Lamborghini Murciélago LP640 und Mercedes SLR McLaren Roadster zu bieten. Der offene GTstreet schließt damit den Kreis, den vor einem Jahr die Präsentation des geschlossenen Pendants an gleicher Stelle geöffnet hat.

Nun kommt also auch das 911 Turbo Cabrio in den Genuss einer Leistungssteigerung auf 630 PS (Serie: 480). Das Drehmoment-Maximum beträgt nun 820 Newtonmeter – ein Aufschlag von 200 Nm im Vergleich zum wahrlich nicht schwachbrüstigen Serienmodell. Auf einem gemeinsamen Level bewegen sich auch die Fahrleistungen: Mit einem Topspeed von 345 km/h erreicht der offene exakt die Vorgabe des geschlossenen GTstreet. Auch beim Beschleunigen geht es brutal voran: Von Null auf Hundert geht es in 3,6 Sekunden (3,5 mit Tiptronic S), nach nur 10,9 Sekunden (10,7 mit Tiptronic S) stehen 200 km/h auf dem Tacho.

TechArt GTstreet Cabrio - Seitenansicht
Ästhetischer Feinschliff an den Flanken des GTstreet: Seitenschweller sowie Spiegelblenden fügen sich harmonisch in die optische Gesamtkomposition ein

Änderungen im Umfeld des Boxers

Beeindruckende Werte, die nur durch weitreichende Maßnahmen am Boxermotor und seinen Helfern möglich sind. Hauptverantwortlich für den Leistungssprung sind neue Turbos, die den 3,6-Liter-Sechszylinder noch heftiger unter Druck als die Serienlader. Hinzu kommen eine neue Airbox samt Sportluftfilter, Sportsaugrohre und Hochleistungs-Ladeluftkühler. Eine Edelstahl-Krümmeranlage und eine Auspuffanlage mit Sportkat und Klappensystem sorgen für freie Atemwege. Eine geänderte Getriebeübersetzung verhilft dem offenen GTstreet sowohl zu einem besseren Sprintvermögen als auch zu Konditionsstärke. Hinzu kommt die Schaltwegeverkürzung, mit der Gangwechsel noch knackiger gelingen als im Serien-Turbo. Ein neues Motormanagement vernetzt die Komponenten miteinander, das Optikpaket setzt den Boxer auch optisch angemessen in Szene.Das Aerodynamikpaket übernimmt das Cabrio vom geschlossenen Bruder. Von vorne gibt sich der GTstreet durch eine Frontschürze mit ausziehbarem Carbon-Splitter und große Öffnungen für Wasserkühler und die vorderen Bremsen zu erkennen. Kotflügelverbreiterungen an der Vorderachse verleihen dem GTstreet nicht nur eine noch dynamischere Optik, sondern optimieren durch die Luftauslässe hinter den Radhäusern die Entlüftung der vorderen Bremsen. Luftschlitze in den hinteren Seitenwänden versorgen Triebwerk und Ladeluftkühler mit mehr Sauerstoff. Ästhetischer Feinschliff an der Flanke: Seitenschweller sowie Spiegel- und Scheinwerferblenden fügen sich harmonisch in die optische Gesamtkomposition ein. Der verstellbare Heckflügel trägt in Verbindung mit der Heckschürze samt integriertem Carbon-Diffusor zum hohen Abtrieb an der Hinterachse bei. Weitere optische - und natürlich akustische - Akzente setzen die vier Endrohre der Hochleistungs-Auspuffanlage.

TechArt GTstreet Cabrio - Heckansicht 2
Im Heck des TechArt GTstreet Cabrio schlummert ein auf 630 PS leistungsgesteigerter Sechszylinder-Biturbo-Boxer

Neues Fahrwerk, neue Bremsen, neue Räder

Zusätzliche technische Änderungen betreffen Fahrwerk, Bremsen und Räder. Das „VarioPlus“-Gewindefahrwerk erlaubt eine individuelle Tieferlegung um bis zu 25 Millimeter und lässt sich auch in der Charakteristik verstellen. Der Fahrer wählt im Cockpit zwischen den Dämpferabstimmungen „Normal“ und „Sport“; bei sportlicher Gangart straffen sich die Dämpfer automatisch. Hinter den 20-Zoll-Felgen im puristischen Formula III-Design verrichten neue Stopper ihren Dienst. Hinten krallen sich Vierkolben-Festsättel in 365 Millimeter-Scheiben, vorne kommen sogar 390 Millimeter große Bremsscheiben und Sechskolben-Festsättel zum Einsatz.Auch im Interieur präsentiert sich der TechArt GTstreet von seiner individuellen Seite. Hier setzen eine Komplett-Lederausstattung, ein Sportlenkrad, Pedalerie und Fußstütze aus Aluminium sowie beleuchtete Carbon-Einstiegsleisten mit TechArt-Logo optische Akzente.Bleibt die Preisfrage: Das TechArt GTstreet Cabrio kostet mindestens 255.000 Euro. Damit schlägt der Veredler eine sechsstellige Summe im Vergleich zum Serienauto drauf. Auch ein Beleg dafür, dass die matte Lackierung die Schüchternheit wirklich nur vorgaukelt.

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