Sportlich Golf fahren: Der Vergleich

Der Golf, Demokratie auf vier Rädern. In der Wahl der Deutschen liegt der Wolfsburger seit drei Jahrzehnten an der Spitze. Golf, eigentlich ein elitärer Sport, ist als Fortbewegungsmittel der Volkswagen schlechthin. 25 Millionen verkaufte Kompakte sprechen Bände, allein 716.000 waren es im Jahr 2006. ( , 01.01.2009)

Doch welchen soll man nehmen, wenn man den Wolf im Golfpelz sucht? Wir haben die Trainingsjacken übergestreift und drehen eine Runde auf dem Sportplatz in Münsingen. Erster Kandidat: Der Golf GT mit Pumpe-Düse-Technik. Sein Zweiliter-Vierzylinder nagelt 170 PS auf den Asphalt. Das reicht für 218 km/h Topspeed bei einem Verbrauch von 6,4 Litern Diesel. Mit DSG kostet der Topdiesel schlappe 29.000 Euro.

Zweiter im Bunde: Der Über-Golf namens R32. Aus 3,2 Litern Hubraum schöpft der V6 stramme 250 PS, die er über einen permanenten Allradantrieb auf die Strecke überträgt. Doch diese Kombination steht für hohen Verbrauch, hier sind es knappe zehn Liter. Top ist der R32 auch Preis: Mit DSG kostet der R32 35.500 Euro.Nun der Klassiker, der GTI, der in der fünften Generation durch 200 Turbo-PS angefeuert wird. Unter sieben Sekunden geht`s auf Hundert, Topspeed 233 km/h. Mit DSG ist er sogar 1.700 Euro billiger als der sportliche Diesel.Letzter im Bunde: Der Golf GT 1,4 TSI. Kompressor und Turbolader steigern die Leistung des Motörchens auf 170 PS. Heraus kommt ein guter Sprintwert bei akzeptablem Verbrauch von 7,3 Litern. Mit 26.200 Euro ist er der Günstigste in unserem Vergleich. Seit Mai diesen Jahres bietet VW das GT-Sportpaket auch für fünf weitere Motorisierungen an. Im Umfang enthalten sind sportliche 17-Zöller, Sportfahrwerk sowie Front und Heckschürze im GT-Design. Zwei Auspuff-Endrohre am Heck künden von der gesteigerten Potenz des kompakten Gran-Tourismo. Im Inneren des GT herrscht aufgeräumt sachliche Kühle, Alu in der Mittelkonsole und am Ledersportlenkrad, sowie die rot gemusterten Sportsitze sorgen für sportliche Atmosphäre.

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Der GTI bewahrt die Tradition

Sportlich und edel präsentiert sich der neue GTI. 1.900 Euro kosten allerdings die bequemen Ledersportsitze. Das GTI-Logo am Sport-Lenkrad darf ebenso wenig fehlen wie der kultige Flaschenöffner. Die Verarbeitung ist auf Topniveau. Ganz selbstbewusst platzieren die Wolfsburger in der Alu ummantelnden Tachohöhle Tempo 300. Weniger aufdringlich präsentiert sich das Stahlkleid, getreu dem Motto: Wolf im Golfpelz. Legendär: Der rot umrandete Wabengrill mit den drei magischen Buchstaben GTI.Verchromter Grill, weit nach unten gezogener Kühler: Der R32 gibt sich deutlich aggressiver. Die zwei mittig heraus stechenden Krachmacher am Heck sorgen für den richtigen Auftritt vor der Eisdiele. Auffallen um jeden Preis - mit den Motorsport-Schalensitzen und Leder-Vollausstattung schraubt sich der Preis bis 40.000 Euro hoch. Optisches Gimmick sind die blau leuchtenden Tachonadeln, den sportlichen Charakter unterstreicht der Alu-Carbon-Look. Die Drei-Streifen-Wertung für den sportlichsten Trainingsanzug geht somit an den R32.1,4 Liter klingt erstmal nach 90 PS-Sparflamme, doch schreibt man TSI dahinter, bekommt man die Kraft der zwei Herzen. „Twin-Charger“ heißt die neue Zauberformel von VW. Ab 1.750 Umdrehungen schiebt ein Kompressor den Golf mit 240 Newtonmetern Drehmoment vorwärts und übergibt bei höheren Drehzahlen nahtlos an den Abgasturbolader. So hat der kleine TSI-Motor mit einem Wert von 121 PS pro Liter eine bessere Leistungsausbeute als der Ferrari F430 mit 114 PS pro Liter. Im Gegensatz zur FSI-Technologie wird der Fahrer noch mit einem geringen Verbrauch von acht Litern belohnt. Für kurvige Landpartien wurde das Sportfahrwerk des GT um 15 Millimeter tiefer gelegt, bleibt aber stets komfortabel.Der Zweiliter-Diesel ist zwar weniger spritzig als der TSI, doch seine 350 Newtonmeter versetzen dem Fahrer ab 2.000 Umdrehungen einen ordentlichen Tritt ins Kreuz. Störend ist allerdings das laute Verbrennungsgeräusch des Pumpe-Düse-Aggregats. 218 km/h Spitze sind drin, wer das Pedal behutsamer Richtung Bodenblech drückt, wird mit knapp sieben Litern Verbrauch belohnt.

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Allrad oder Frontantrieb?

Die Bodenhaftung verliert der Fahrer des R32 bloß, wenn er beim Genießen der orgiastischen V6-Soundkulisse die Straße aus den Augen verliert. Der Über-Golf steckt den GTI in Sachen Beschleunigung (mehr als eine halbe Sekunde schneller) und Topspeed (250 km/h, abgeregelt) locker in die Tasche. Zum ruppigen Auftritt passt das Fahrwerk, der Hardcore-GTI gibt den Straßenzustand ungefiltert an den Fahrer weiter. Auch mit dem hervorragenden DSG-Getriebe bleibt der angegebene Verbrauch von unter zehn Liter Wunschdenken.Sparsamkeit wird nie eine Stärke des GTI sein, schon gar nicht mit einem durstigen Zweiliter-Turbo an Bord. 280 Newtonmeter schieben den Sport-Golf zwischen 1.800 und 5.000 Umdrehungen unwiderstehlich nach vorn. Selbst bei 233 km/h Topspeed bleibt der GTI spurtreu und komfortabel, ein echter Gran Tourismo eben. Doch 200 PS auf der Vorderachse, kann das gut gehen? Ja, die Ingenieure steckten viel Zeit und Know-how in die Abstimmung, das Ergebnis ist kein unfahrbarer Vorderachsschieber, nein, der GTI glänzt mit guter Traktion sogar auf nassem Geläuf.Sportlich sind alle vier, doch wer bietet die rundeste Sport-Kombo aus Fahrspaß und Wirtschaftlichkeit? Diese Frage beantwortet der Herr der GT´s: Mitch Mitländer vom Testkommando hat den Bleifuß ausgepackt und die vier Golf-Sportler an ihre Grenzen gebracht. Sein Fazit: "Für mich ist der GTI der Sieger. Er bietet in seiner fünften Generation das vom Ur-GTI bekannte Gefühl: genügend PS, der Fahrspaß passt, und auch beim Wiederverkauf wird man keine böse Überraschung erleben. Und auch der Verbrauch stimmt. Unter zehn Liter im Test - das ist okay!"Der Klassiker macht am Ende also das Rennen. Früher wie heute glänzt er mit hervorragender Fahrdynamik zum erschwinglichen Preis. Der Mythos lebt weiter…

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