Sport-Ungetüme - BMW X5 M und BMW X6 M

Bei BMW trägt die blechgewordene Unvernunft in der Regel den Buchstaben „M“ am Heck. Auch die ersten allradgetriebenen M-Modelle, X5 M und X6 M, zeichnen sich im Wesentlichen durch Kraft, Schnelligkeit und Luxus aus. (Florian Maier , 01.01.2009)

Äußerlich sind die M-Gene – wie gewohnt – erst auf den zweiten Blick zu erkennen. Sportliche Schürzen an Front und Heck, in Wagenfarbe gehaltene Karosserie-Zierleisten, die obligatorische Duplex-Auspuffanlage, seitliche Kiemen und natürlich M-Embleme am Heck verraten die beiden M-Sprößlinge. Unter der Haube der beiden Extrem-Bayern verrichtet ein doppelt aufgeladener V8-Motor sein beunruhigendes Werk. Aus 4,8 Litern Hubraum schöpft der Achtzylinder beeindruckende 555 PS. Das maximale Drehmoment liegt bei stolzen 680 Nm. In Kombination mit der Sechsgang-M-Sportautomatik realisieren beide Schwergewichte den Sprint von 0 auf 100 in nur 4,7 Sekunden. Wer lieber selbst die Gangwechsel übernehmen möchte, dem bleiben nur die Paddles am formschönen Leder-Sportlenkrad.

Die Höchstgeschwindigkeit im X5 M und X6 M liegt bei 275 km/h, vorausgesetzt man ordert das aufpreispflichtige „M Driver´s Package“. Anderenfalls setzt die Elektronik dem Vortrieb wie gewohnt bei 250 km/h die Grenzen. Dank „Dynamic Performance Control“ wird die geballte Kraft dabei stets optimal auf alle vier Räder verteilt. Ein M-Sportfahrwerk sorgt für optimale Straßenlage und lässt die eigens entwickelten 20-Zoll Alus satt in den Radhäusern der bajuwarischen Brecher stehen.

BMW X5 M Detail
Bei BMW trägt die blechgewordene Unvernunft in der Regel den Buchstaben „M“ am Heck

Environment Protection Dynamics

Die Umweltproblematik verliert man bei BMW trotz aller Sportlichkeit nicht aus den Augen. Zwar blasen beide „M-onster“ pro Kilometer 325g CO² in die Luft, aber bekanntlich zählen die guten Absichten. Die manifestieren sich in Bremsenergie-Rückgewinnung, bedarfsgerechter Kraftstoffeinspritzung und Erfüllung der Euro 5-Abgasnorm und werden beim bayerischen Premiumhersteller auch gerne unter dem Begriff „BMW Efficient Dynamics“ zusammengefasst. Ein werksseitig angegebener Durchschnittsverbrauch von 13,9 Litern ist der Stoff, aus dem Träume gemacht sind. Selbstverständlich haben auch die Allrad-Ms die neueste Generation des iDrive-Systems an Bord. Inklusive einer Besonderheit: dem „M Drive Menü“. Dabei handelt es sich nicht etwa um einen Autoschalter-exklusiven, nach US-Sitten zubereiteten Gaumenschmaus, sondern um ein M-spezifisches iDrive-Menü. Über dieses können Dämpfereinstellung, Servotronic, elektronische Fahrhilfen oder das aufpreispflichtige Head-Up Display individuell angepasst werden.

BMW X5 M Heck
"SAV"-Hintern mit sportlicher Note: der X5 M besticht auch in der Rückansicht mit dezentem Sportlerlook

Sports Activity Luxury

Keine Überraschungen gibt es dagegen im Interieur der beiden „Sports Activity“-Fahrzeuge. Feines Leder, Alu Zierelemente und zahlreiche M-Applikationen – etwa an Tacho oder Lenkrad – bestimmen das Bild. Serienmäßig bieten beide X-Modelle unter anderem eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, ein Hifi-Audiosystem und Leder-Sportsitze. Extra (und teuer) bezahlen muss man beispielsweise ein Glasdach oder ein High-End-Audiosystem. Was die Sicherheitsausstattung angeht, überzeugen beide BMWs mit insgesamt sechs Airbags, automatischen Dreipunktgurten auf allen Sitzplätzen sowie aktiven Kopfstützen. Auch Bi-Xenon-Scheinwerfer, adaptives Bremslicht und Runflat-Bereifung tragen zum Insassenschutz bei. Für die M-Version des X5 werden mindestens 105.900 Euro fällig, der X6 M schlägt mit 108.500 Euro Grundpreis zu Buche. Autos, die keiner braucht? Vielleicht. Faszination und Freude am Beschleunigen werden sie ihren stolzen Besitzern trotz alledem vermitteln.

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