Seit vergangenem Donnerstag lockt „Casino Royal“ die James Bond-Fans (und solche, die es werden wollen) an die Kinokassen. Der Film, der auf Ian Flemings erstem James Bond-Roman von 1953 basiert, zeigt den britischen Topagenten, wie er zu „007“ wird und die Lizenz zum Töten erhält. Der neueste James Bond-Film ordnet sich chronologisch also vor den anderen Episoden der Reihe ein. Trotzdem stattet die englische Sportwagenschmiede Aston Martin unseren Helden in „Casino Royal“ mit einem nagelneuen Boliden aus: dem DBS. Der silbern glänzende Brite basiert auf dem eleganten DB9 und soll laut Aston Martin die perfekte Verbindung zum Rennwagen DB9-Rennwagen darstellen. Und wie bei James Bond üblich, stattet Q den Wagen mit zahlreichen Waffen und weiteren Gimmicks aus.
Mit dem neuesten Agenten-Sportler lassen der Autohersteller und die Filmproduzenten Michael G. Wilson sowie Barbara Broccoli eine alte Tradition wieder aufleben. James Bond und Aston Martin, das passt einfach zusammen wie England und Regenwetter oder die Queen und bunte Hüte. Elegant, aber sportlich, und dabei immer souverän – Attribute, die sowohl den Geheimagenten als auch das Auto auszeichnen. Allerdings feiert Bond erst im dritten Abenteuer seine Aston Martin-Premiere: In der legendären „Goldfinger“-Episode geht 007 alias Sean Connery im fast noch legendäreren DB5 auf Verbrecherjagd. Und scheint so überzeugt von dem Auto zu sein, dass er es im nächsten Bond-Film („Feuerball“, 1965) gleich wieder als Dienstfahrzeug nutzt.
Gestatten: DB5. Aston Martin DB5.
Erst 22 Jahre später, nämlich in „Der Hauch des Todes“, darf erneut ein Aston Martin mitspielen, diesmal ein V8 Vantage. In „Goldeneye“, dem ersten Film mit Pierce Brosnan als MI6-Agent, erlebt der DB5 ein Comeback: In einer halsbrecherischen Verfolgungsjagd muss sich der Agent im Oldtimer gegen einen Ferrari 355 GTS (mit Frau am Steuer) beweisen. Klar, wer aus diesem Duell als Sieger hervorgeht. Auch für das bislang letzte Bond-Abenteuer liefert Aston Martin den fahrbaren Untersatz: Einen 460 PS starken Vanquish.Doch nicht immer stellt die im englischen Gaydon beheimatete Sportwagenschmiede das Bond-Mobil zur Verfügung. In der ersten Episode muss ein anderer Brite herhalten: Sean Connery bringt in „James Bond jagt Dr. No“ (1962) einen Sunbeam Alpine Series V an die Grenzen seiner Belastbarkeit. In „Man lebt nur zweimal“ tritt der Superagent gar nur als Beifahrer auf. Aber James Bond am Steuer eines Japaners, genauer: eines Toyota 2000 GT? Sowieso undenkbar! So kehrt 007 später auch wieder zu britischen Autos zurück: In den Filmen „Der Spion, der mich liebte“ und „In tödlicher Mission“ steuert er einen Lotus Esprit. In „Octopussy“ flieht Bond in einem gestohlenen Alfetta GTV vor deutschen Polizisten, um später zu testen, ob der Mercedes 250 SE (Baureihe W108) wie auf Schienen fährt – im wahrsten Sinne des Wortes.
Die Pierce Brosnan- und BMW-Ära
Als Pierce Brosnan in „Goldeneye“ seine 007-Premiere feiert, wechselt er gleich die Automarke: Erstmals ist BMW offizieller Ausrüster des Geheimdienstes MI6 und stellt einen Z3 Roadster zur Verfügung. In „Der Morgen stirbt nie“ spendieren die Bayern nicht nur die luxuriöse Oberklassen-Limousine 750iL, sondern auch ein Motorrad, nämlich die R 1200 C Cruiser. In „Die Welt ist nicht genug“ haben die Bayern ihren vorerst letzten Auftritt in einem James Bond-Streifen. Leider erlebt der exklusive Z8 das Ende des Film nicht in einem Stück: Er wird durch einen Helikopter mit überdimensionalen Sägeblättern entzweit.Im neuesten Bond-Abenteuer besinnt man sich also nicht nur in punkto Handlung, sondern auch bei der Wahl der Automarke auf die Wurzeln des Geheimagenten. Wer sehen möchte, ob der Aston Martin DBS die Abenteuer unbeschadet übersteht, sollte sich „Casino Royal“ unbedingt im Kino anschauen.

