Sommerfrisch und winterfest

Das Mittelklasse-Cabrio Volvo C70 vereint Oben-Ohne-Sommerspaß, Wintertauglichkeit und ein großes Platzangebot. Im Test: Die Topversion mit 230 PS starkem Fünfzylinder-Turbo. ( , 01.01.2009)

Immer mehr Cabrios mit Stahldach kommen auf den Markt. In der Mittelklasse ist die Auswahl jedoch noch eher klein. Dabei vereint ein offener Viersitzer wie der Volvo C70 Oben-Ohne-Sommerspaß, Wintertauglichkeit und ein großes Platzangebot. Mit dem 153 kW/230 PS starken Turbo-Ottomotor ist er ab 43.120 Euro zu haben, die schwächer motorisierte Basisversion kostet rund 35.000 Euro. Im Vergleich mit den Wettbewerbern VW Eos und BMW 3er-Cabrio nimmt er so preislich eine Mittelstellung ein.

Optisch kann der elegante Schwede sowohl offen als auch geschlossen überzeugen. Mit ausgeklapptem Dach wird die Verwandtschaft mit dem Schwestermodell Volvo S40 offenbar: Beide teilen sich den klassisch-zurückhaltend gestalteten Kühler, der von schmalen Scheinwerfern flankiert wird. Für etwas Dynamik sorgen zwei nach vorne hin zulaufende Bügelkanten in der Motorhaube sowie die leicht ansteigende Gürtellinie im Profil. Das Heck ist knackig kurz. Alles wirkt gediegen, keine Effekthascherei. Und auch wenn das leicht coupéhafte Dach geöffnet ist, macht der Zweitürer eine gute Figur.

Volvo C70 - Heckansicht Fahrbild
Bei voller Leistungsabfrage sprintet der Volvo C70 T5 in 7,6 Sekunden von Null auf Hundert und erreicht maximal 240 km/h

Das Heck? Erstaunlich schlank

Apropos Dach: Das dreiteilige Stahlverdeck tänzelt auf Knopfdruck in einer ausgeklügelten Choreographie binnen 30 Sekunden in den Kofferraum und wieder zurück. Das klappt sogar während der Fahrt mit niedriger Geschwindigkeit. Naturgemäß fressen die Stahlplatten samt Hydraulik aber ordentlich Platz im Kofferraum: Dei geschlossener Haube lassen sich rund 400 Liter verstauen, geöffnet stehen noch 200 Liter Kofferraum-Volumen zur Verfügung. Dank einer Ladehilfe, die das gefaltete Dach auf Knopfdruck anhebt, lässt sich der Kofferraum aber leicht bestücken. Auch das zweite Standardproblem bei Stahldachcabrios - das aufgrund des benötigten Stauraums meist etwas pummelige Heck - haben die Designer ordentlich in den Griff bekommen. Beim Volvo fallen die paar Pfunde zuviel gar nicht groß auf.Während der Fahrt gibt sich der Schwede als gelassener Kreuzer. Bequeme Sitze, eine komfortable Federung und neutrales Fahrverhalten machen ihn zum guten Reisebegleiter. Bei offenem Verdeck sitzen Fahrer und Beifahrer recht windgeschützt, lediglich auf der Rückbank bringt die Fahrtbrise die Haare ordentlich durcheinander. Auch die eingeschränkte Kniefreiheit - und bei geschlossenem Dach die fehlende Kopffreiheit - können Großgewachsenen zu schaffen machen. Bei der Verwindungssteifheit kann der 4,58 Meter lange Mittelklässler überzeugen, auch wenn es hier und da auf schlechtem Untergrund ein wenig knackt.

Volvo C70 - Verdeck
Das Stahlverdeck öffnet und schließt innerhalb von 30 Sekunden vollautomatisch

Kräftiges Fünfzylinderherz

Das unter anderem aus dem Ford Focus ST bekannte Fünfzylinder-Top-Triebwerk des Testwagens mit 169 kW/230 PS sorgt für ausreichende Kraftreserven in allen Lebenslagen, bringt aber auf nasser Straße nicht immer die ganze Motorleistung über die Vorderräder auf die Straße. Das Sechsgang-Handschaltgetriebe arbeitet exakt, die Lenkung könnte jedoch etwas mehr Rückmeldung bieten. Beim Verbrauch fallen bei gemäßigter Fahrt rund zehn Liter auf 100 Kilometern an. Das Finanzamt will 168 Euro im Jahr sehen, die Kfz-Haftpflichtversicherung, etwa bei der AXA kostet 532 Euro im Jahr.Wie bei Volvo üblich verfügt auch das Cabrio über eine umfangreiche Sicherheitsausstattung. Unter anderem sind sechs Airbags, ESP und Tempomat an Bord. Klimaautomatik, 16-Zoll-Räder und CD-Spieler sind ebenfalls immer dabei. So ist der C70 eine preisgünstige Alternative zum etwas dynamischeren BMW 3er-Cabrio und eine etwas exotischere Wahl als der Bestseller VW Eos. Vielfahrer können zudem gleich unter zwei Dieselmotorisierungen wählen.

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