Lotus kehrt zurück, aber ist bereits da
Lotus ist zurück in der Formel 1. Die News kommt ein Jahr zu spät, oder? Immerhin hat in der Saison 2010 ein Lotus-Team an der Formel 1 teilgenommen. Doch nun zeigt sich: Die letztjährige Mannschaft hatte mit dem britischen Sportwagenbauer und ehemaligen Rennteam nur den Namen gemein. Die richtige Lotus-Gruppe steigt nämlich erst zur neuen Saison in die Königsklasse des Motorsports ein. Damit kommt es zur bizarren Situation, dass nach jetzigem Stand in der kommenden Saison zwei Teams namens „Lotus-Renault“ in der Formel 1 aktiv sind. Die Hintergründe dieses Verwirrspiels sind reichlich undurchsichtig, aber Motorvision bringt Licht ins Dunkel.
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- Renault wird 2011 keine Anteile mehr am neuen Rennstall halten, aber weiterhin Motoren- und Technologielieferant bleiben. Robert Kubica (Foto) bleibt auf jeden Fall an Bord, Teamkollege Vitaly Petrov wohl auch.
Neu geordnete Besitzverhältnisse
Am 8. Dezember 2010, Mittwochvormittag, gibt die Lotus-Gruppe offiziell bekannt, Anteile des Renault F1 Teams zu übernehmen. Dieses gehörte bisher zu 75 Prozent der Investmentfirma Genii Capitals des luxemburgischen Finanzinvestors Gérard Lopez. Der französische Autokonzern hielt 25 Prozent. Genaue Zahlen zum jetzigen Lotus-Einstieg nennen die Beteiligten zwar nicht, aber Gerüchten zufolge soll Lotus nun 50-prozentiger Teameigner sein. Vorher hat Genii Capitals die Renault-Anteile vollständig übernommen, die Franzosen bleiben jedoch Motoren- und Technologiepartner des Rennstalls. Lotus´ malaysische Konzernmutter Proton, bisher Unterstützer des 2010er Lotus-Teams von Tony Fernandes, steht vollständig hinter dem F1-Comeback des Sportwagenbauers. „Diese historische Ankündigung markiert die vollständige Rückkehr von Lotus als Hersteller in den Formel 1-Sport“, so der offizielle Wortlaut in der Pressemitteilung des neuen Teams.
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- 2012 zündet Lotus ein Neuheitenfeuerwerk, das innerhalb von drei Jahren fünf neue Sportwagen nach sich ziehen wird. Jedes Modell, so auch der neue Esprit, soll vom Techniktransfer aus der F1 profitieren.
Langfristiges Lotus-Engagement
Das neue Team wird Lotus Renault GP heißen, das Engagement ist bis zum Ende der Formel 1-Saison 2017 ausgelegt. Federführend bei Lotus´ Rückkehr in die Königsklasse des Motorsports ist Dany Bahar, Geschäftsführer der Lotus-Gruppe. Der ehemalige Red Bull- und Ferrari-Manager weiß um die Verwirrung, die mit dem doppelten Lotus-Comeback einhergeht: „Wir sind uns im Klaren darüber, dass es zahlreiche Kontroversen um die Nutzung unserer Marke in der Formel 1 gegeben hat“, so das offizielle Statement des Schweizers. „Ich bin erfreut, unsere Position ein für allemal klarstellen zu können: Wir sind Lotus und wir sind zurück.“ Auch Gérard Lopez freut sich über den Einstieg: „Es ist extrem aufregend, mit der Lotus-Partnerschaft eine neue Ära einzuläuten. Und wir werden die starke Partnerschaft mit Renault in den kommenden Jahren beibehalten.“
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- In den Farben Schwarz/Gold war Lotus – seinerzeit angetrieben von Renault-Motoren – bereits in den 80er Jahren aktiv. 1985 fuhr der unvergessene Ayrton Senna für den britischen Traditionrennstall.
Legendäre Farben kehren zurück
Die Nostalgiker unter den Formel 1-Fans dürfen sich freuen, dass mit der offiziellen Lotus-Rückkehr die legendäre Schwarz-goldene Lackierung in die Königsklasse zurückkehrt. In diesen Farben war Lotus – seinerzeit angetrieben von Renault-Motoren – bereits in den 80er Jahren aktiv.
Auf technologischer Seite soll die Lotus-Sportwagenabteilung vor allem
von der 2011 wieder in der Formel 1 eingeführten Hybrid-Technik KERS
profitieren. Ab 2012 zündet Lotus ein Neuheitenfeuerwerk, das innerhalb
von drei Jahren fünf neue Sportwagen nach sich ziehen wird. Jedes Modell
soll auch mit einem Hybridantrieb auf den Markt kommen, der jeweils auf
dem in der F1 benutzten System basieren wird.
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- Ziehen dunkle Wolken über Team Lotus auf? Jenem Team Lotus wohlgemerkt, dessen Teamchef Tony Fernandes heißt und das bereits 2010 in der Formel 1 am Start war.
Neuer Name für das alte Lotus-Team?
Bleibt die Frage zu klären, was aus der Truppe wird, die 2010 unter dem Namen Team Lotus in der Formel 1 aktiv war. Dessen malaysischer Teamchef Tony Fernandes war Lizenznehmer der Lotus-Gruppe und durfte deshalb diesen Namen verwenden. Das wird in der kommenden Saison vorbei sein. Fernandes wird seine Mannschaft, die vor allem aus ehemaligen Toyota-Leuten wie dem Technischen Direktor Mike Gascoyne besteht und personell mit der Lotus-Gruppe nichts zu tun hat, unter einem neuen Namen an den Start bringen müssen. Freiwillig wird er nicht auf dieBezeichnung verzichten, und in der provisorischen FIA-Nennliste für die Saison 2011 firmiert die Mannschaft unter dem Namen „Lotus-Renault“. Allerdings ist es wahrscheinlich, dass die Truppe 2011 unter dem Namen eines Sponsors in der Königsklasse antritt. Renault wird aber auf jeden Fall Motorenlieferant bleiben.

