Bugatti EB 110 – ein vergessener Modellathlet
Die Neunziger Jahre haben so einige Dinge hervorgebracht, die inzwischen in Vergessenheit geraten sind. Zu Recht, wenn man nur an einige musikalische Missgriffe à la Eurodance oder Billig-Boygroups denkt. Oder an die wahre Flut an Nachmittags-Talkshows. Oder nervige elektronische Haustiere namens Tamagotchi. Oder die Diddl-Maus. Oder oderoder… Dagegen sind völlig zu Unrecht einige Sportwagen aus den Köpfen - selbst aus denen mancher Auto-Freaks - verschwunden. Beim DeTomasoGuarà kann man das vielleicht noch verstehen, nicht aber beim wunderschönen Jaguar XJ 220. Auch an den Bugatti EB 110 erinnert sich kaum noch jemand. Zumindest bis jetzt. Denn derzeit geistert einer der exklusivsten und leistungsstärksten Supersportler der Neunziger durch die Medien. „Schuld“ daran sind Michael Schumacher und das Autohaus „Maranello Motors“.
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- Wenn der Bugatti EB 110 SS alle Viere von sich streckt, wirkt er noch martialischer als im Normalzustand.
Der Exklusivste unter Exklusiven
Kein Geringerer als der Formel 1-Rekordweltmeister war der erste Besitzer des gelben Exoten. Als sich Schumi 1994 auf dem Weg zum ersten seiner sieben Fahrertitel befindet, gönnt er sich ein Exemplar des Bugatti EB 110. Zwischen 1991 und 1995 entstehen nur rund 140 Exemplare des EB 110, wobei Schumis Schmuckstück ein absolutes Unikat ist. Während er über die luxuriösere Ausstattung der GT-Variante verfügt, gehört Schumis Ex-Bugatti technisch gesehen zur SS-Serie (Super-Sport), die seinerzeit die Benchmark in Sachen Motorpower darstellt.
Vier Turbos lösen wahre Urgewalten aus
Gleich vier Turbolader heizen dem 3,5-Liter-V12 - einem Fünfventiler - mit 1,2 bar Ladedruck ein. Die nackten Zahlen sorgen selbst heute noch für Gänsehaut: 611 PS bei 8.250 Umdrehungen, ein Drehmoment-Maximum von 650 Nm – bloß gut, dass ein permanenter Allradantrieb diese Urgewalten auf den Asphalt überträgt. Und wie er das tut! Der EB 110 SS pfeilt in nur 3,3 Sekunden von Null auf Hundert - sofern man die sechs Gänge des manuellen Getriebes schnell genug sortiert hat - und schafft es bei voller Leistungsabfrage auf 351 km/h Topspeed. Dann gönnen sich die zwölf Töpfe hartnäckigen Gerüchten zufolge einen Liter Super plus – pro Kilometer. Im Schnitt soll der Verbrauch irgendwo im Dunstkreis von 25 bis 30 Litern liegen.
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- Wenn wir diese Plakette richtig interpretieren, dann ist Michael Schumachers Bugatti EB 110 SS Nummer 110 von insgesamt rund 140 jemals gebauten Exemplaren.
Feuchte Träume statt schlafloser Nächte
Ein extremer Spritverbrauch oder der exorbitante CO2-Ausstoß des Bugattis wird seinem neuen Besitzer sicher keine schlaflosen Nächte bereiten. Da dürften schon eher feuchte Träume angesagt sein, schließlich nennt er ein absolutes Sammlerstück im Neuzustand sein Eigen. Zum Preis von 600.000 Euro erwirbt er den Bugatti aus zweiter Hand - der Eigentümer von Maranello Motors hat ihn direkt von Schumi übernommen - mit einem Kilometerstand von 4.627 Kilometern. Ernsthafte Interessenten wenden sich entweder direkt an Maranello Motors oder schauen auf der Internetplattform vorbei. Dort stehen übrigens auch die entsprechende klimatisierte Garage - samt angrenzendem Luxus-Domizil -, das farblich perfekt auf den Bugatti abgestimmte Powerboat oder die exakt zum Leder passende Luxus-Armbanduhr zum Verkauf.

