Ein Pay Driver mit Talent
Der Sauber-Ferrari war 2010 das Schneeweißchen der Formel 1. Mangels Sponsorenaufklebern strahlten die Autos aus der Schweiz so unschuldig wie kein anderes im so bunten F1-Feld. Das ist nun vorbei, die Boliden von Peter Sauber haben in der Winterpause Farbe bekommen. Das hat vor allem mit einem Mann zu tun: Der neue Fahrer Sergio Perez bringt einige Sponsoren aus seinem Heimatland Mexiko mit. Damit steckt er automatisch in der Schublade des klassischen Bezahlfahrers à la Karun Chandhok oder Vitaly Petrov. Perez will jedoch den Beweis antreten, dass auch ein finanziell gut situierter Nachwuchspilot durchaus über fahrerisches Talent verfügen kann.
-
- Der Helm des mexikanischen Sauber-Ferrari-Neuzugangs Sergio Perez ist in den Farben seines Heimatlandes gehalten.
Mit 15 Jahren nach Europa
Wenn Vater und älterer Bruder selbst Rennsport betreiben, liegt der Berufswunsch des Juniors nahe. So auch bei Sergio Perez. Schon früh zeigt er im Kartsport sein Talent, gewinnt Meisterschaften in seiner Heimat und den USA. Um seine Formelkarriere voranzutreiben, geht er im Alter von 15 Jahren nach Deutschland. Die Formel BMW-Serie ist seine neue sportliche Heimat, besonders erfolgreich ist der Youngster dort allerdings nicht. Über das Mittelfeld kommt er nicht hinaus, weshalb vorerst auch nur ein Platz in der eher unbedeutenden Winter-Rennserie A1 GP herausspringt. Weiter geht es in der britischen Formel 3-Meisterschaft, wo Perez endlich auf sich aufmerksam machen kann. Ein vierter Gesamtrang als 18-jähriger Jungspund ist durchaus beachtlich.
-
- Mit 21 Jahren feiert Sergio Perez sein Formel 1-Debüt. Dass nun Sponsorenaufkleber das weiße Outfit des Sauber-Boliden auflockern, hat Teamchef Peter Sauber fast ausschließlich seinem mexikanischen Neuzugang zu verdanken.
Die Zeit ist auf Perez´ Seite
Perez steigt in die GP2-Serie auf. Die asiatische Variante kann er 2009 mit Gesamtrang zwei abschließen. In der Hauptserie läuft es schleppender, hier reicht es nur für Rang zwölf. Doch schon 2010 folgt der Durchbruch als Zweiter des Championats hinter dem ebenfalls in die Formel 1 wechselnden Pastor Maldonado. Auch der gilt (noch) als Pay Driver, ist aber beim ersten Saisonrennen bereits 26 Jahre alt. Eklatante Leistungssprünge sollte man da nicht erwarten. Perez hat dagegen die Zeit auf seiner Seite: Der Mexikaner ist im Januar erst 21 Jahre als geworden. Er hat also genug Gelegenheiten haben, an seinem Image zu arbeiten.

