Create-A-Biker
Ist die Disc eingelegt, habt ihr die Wahl zwischen Saison, SBK-Tour, Single Race, Race Weekend und Time Trial. Den Besitzern des Vorgängers wird an dieser Stelle auffallen, dass der Arcade-Modus aus SBK X gestrichen wurde.
Die Saison beginnt damit, dass Ihr Euch ein virtuelles Biker-Alter Ego zusammenstellt. Der Editor ist zwar nicht so ausgefeilt wie etwa in diversen Games aus dem Kampfsport- oder Wrestling-Genre, aber mal ehrlich: der Typ, den Ihr da erschafft, hat in der Regel sowieso einen Helm auf dem Kopf. Also wen zur Hölle interessiert, ob sein Gesicht den Regeln des goldenen Schnitts entspricht?
Habt ihr alle Einstellungen gewählt, steht der Rookie auch schon bereit, um seine ersten – unter anderem recht schmerzhaften – Erfahrungen auf dem Höllenbike zu sammeln. Ihr beginnt in der Superstock 1000-Klasse und arbeitet Euch bis zur SBK World Championship nach oben. Verschiedene Teams machen Euch ein Angebot, Ihr wählt eines aus und schon seid Ihr im ersten freien Training auf einer von sechzehn traditionsreichen Original-Pisten unterwegs.
Zuvor dürft Ihr Euch allerdings noch für ein Handling-Modell entscheiden. Je nachdem, ob man noch nie ein Bike gesteuert hat, vertraut ist mit Rennspielen oder sich einen wahren SBK-Freak nennt, wählt man seinen Modus. Geübte Spieler fahren mit dem „Mittelding“ am besten, hier werdet Ihr nicht von Autobremse und Lenkgehilfe gezwungen, einen Gang runter zu schalten.
Die SBK-Tour nimmt Euch auf eine Reise quer durch Europa mit und lässt Euch auf prestigeträchtigen Racetracks wie Assen, Brno, Magny Cours oder Imola verschiedene Challenges absolvieren – zum Beispiel innerhalb bestimmter Zeiten Checkpoints abfahren, eine Runde im knappen Zeitrahmen, aber mit einem Mindestanteil an Wheelie-Sekunden absolvieren und Ähnliches. Hierdurch schaltet Ihr im Übrigen auch neue Strecken, SBK-Legenden wie Carl Fogarti oder Pierfrancesco Chili, deren Bikes sowie jede Menge Extra-Content in Form von Bildern frei.
Die Optionen Single Race, Race Weekend und Time Trial eignen sich dagegen hervorragend zur Performance-Optimierung, virtuellem Training oder den schnellen Durchgang zwischendurch.
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- Das Köpfchen hoch. Aber Vorsicht! Verliert man die Balance, bleibt einem nur mit dem Körper zu bremsen.
Create-A-Feeling
Das Handling der Bikes ist auf höherem Realismusgrad allerdings – und so sollte es ja eigentlich auch sein – nicht so leicht zu erlernen wie am Steuer vierrädriger Pendants. Verfehlt man Brems- und Einlenkpunkt, lässt sich das kaum mehr korrigieren und man verliert postwendend mehrere wertvolle Sekunden. Zu frühes Herausbeschleunigen aus der Kurve endet mit einem hohen Bogen über den Lenker und bei regennasser Strecke kann eine Kontaktaufnahme mit den Curbs ebenso böse enden. Das Handling ist aber in seiner Gesamtheit im Vergleich zum Vorgänger SBK X ein wenig nachgiebiger ausgefallen. So sitzt man auch auf höchster Simulationsstufe - zumindest gefühlt - fester im Sattel.
Trotz alledem, die Anforderungen an den Spieler sind immer noch hoch und können bei ungeduldigen Gamern zu leichten bis mittelschweren Frustanfällen führen, doch genau hierin liegt auch die Stärke von SBK 2011: in der Umsetzung der Bikes und dem Fahrgefühl, das sie vermitteln.
Denn wenn´s mal klappt mit dem fehlerfreien Umrunden eines Kurses,macht sich diese typische Perfektions-Zufriedenheit, die jeder Gamer so schätzt, in einer unvergleichlichen Weise breit. Jede perfekt genommene Kurve wird zum absoluten Hochgenuss.
Dazu kommt, dass sämtliche Bikes absolut detailgetreu gestaltet sind und ihren authentischen Motorsound besitzen, egal ob BMW, Kawasaki oder Aprilia.
Create-A-Vision
Womit wir zu der technischen Umsetzung kämen: hier ist SBK 2011 durchaus als durchwachsen zu bezeichnen. Auch wenn man sagen muss, dass die 2011er Auflage im Vergleich zu seinem Vorgänger vieles besser macht, vor allem was die Animationen der Biker angeht: die Gesamtoptik – vor allem in punkto Streckenkulissen und Zuschauer – lockt anno 2011 wirklich Niemanden mehr hinter dem Ofen hervor. Die Umgebungen wirken steril und unbelebt, kantig und trist. Natürlich wird man in einem Rennen seinen Fokus eher auf Bike und Strecke richten, dennoch bleibt ein fader optischer Beigeschmack im Augenwinkel zurück. Auch die Präsentation muss an dieser Stelle – zumindest ein wenig – Federn lassen: die Menüs, Zwischen- und Siegersequenzen haben durchweg einen „Last-Gen Appeal“, verglichen mit aktuellen Racing-Perlen sieht SBK 2011 im wahrsten Sinne des Wortes ziemlich alt aus.
Während der Ladesequenzen gibt es kleine Videosequenzen mit lizensiertem SBK-Videomaterial, das sich schwerpunktmäßig den Grid-Girls verschrieben hat. Auf der anderen Seite steht der in den Menüs sehr aufdringliche Soundtrack, der Techno-Freaks gefallen dürfte, Anhänger anderer Musikstile aber schon nach kurzer Zeit dazu drängt, entweder die Mute-Taste zu bemühen oder schnellstmöglich wieder auf die Strecke zu gehen, um sich die Trommelfelle von den gelungenen Motorensounds umschmeicheln zu lassen.
In punkto künstlicher Intelligenz setzt SBK 2011 aber zum Überholmanöver an: egal ob in Karriere, Einzelrennen oder SBK-Tour, die Rennen sind durchweg spannend und herausfordernd. Eure Gegner machen auch selbst mal den ein oder anderen Fahrfehler: sie verbremsen sich, rutschen mit dem Antriebsrad ins Grün und fliegen auf vielfältig-farbenfrohe Weise ab.
Im Online-Multiplayer fliegen ebenfalls die Fetzen: Bis zu sechzehn Spieler dürfen sich hier miteinander messen. Das Lobbysystem sticht dabei zwar nicht durch Besonderheiten hervor, erfüllt aber jederzeit seinen Zweck.
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- Speed ist auf einem Zweirad schwieriger zu kontrollieren, Fahrfehler lassen sich kaum nachträglich ausbügeln.
Create-A-Fazit
SBK 2011 ist eine sehr gute Motorrad-Simulation, die Zweirad-Enthusiasten mit gehobenen Realitätsansprüchen durchaus fesseln und begeistern wird. Zuträglich ist da natürlich auch die offizielle FIM Superbike-Lizenz, die Fans über den ein oder anderen optischen Mangel wohlwollend hinwegsehen lassen wird.
Ungeduldige Arcade-Liebhaber werden mit SBK 2011 wohl nicht wirklich glücklich. Besonders der Wegfall des Arcade-Modus, der gänzlich auf Simulationsaspekte pfiff, zeigt deutlich, dass sich das Game ganz klar an die Puristen des Genres richtet, an die Connoisseure unter den Simulations-Liebhabern.
So bleibt SBK – auch mangels Alternativen – weiterhin die Referenz in Sachen Motorrad-Racing. Zweiradbegeisterte dürfen ab sofort auf Xbox 360, PlayStation 3 oder PC mit ihren Bikes durch die Hölle gehen!

