Versöhnliches Ergebnis nach schwachem Start
Ende 2010 wirkte es so, als wären sie nie weg gewesen: Die sympathischen Schweizer aus Hinwil belegen Rang acht in der Konstrukteurs-WM. Jene Platzierung, die das Sauber-Team am Saisonende 2005 inne hatte, bevor es zur BMW-Werksmannschaft wurde. Ein beachtliches Ergebnis, besonders wenn man bedenkt, wie schlecht die Saison für Sauber-Ferrari begonnen hatte. Elf Ausfälle und ein Startverzicht in den ersten zehn Rennen, dazu der Fahrerwechsel von Pedro de la Rosa zu Nick Heidfeld vor dem letzten Saisonviertel. Doch der eigenen Geduld, seinen findigen Ingenieuren um den von Force India abgeworbenen Cheftechniker James Key und Kamui Kobayashi hat es Teamchef Peter Sauber zu verdanken, dass die Rückkehr nicht im Desaster endete.
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- Zu Beginn der 90er Jahre starten die späteren F1-Piloten Michael Schumacher, Karl Wendlinger und Heinz-Harald Frentzen (v.l.) ihre professionellen Motorsportkarrieren im Sauber-Mercedes-Junioteam.
Glorreiche Mercedes-Ära
Dass man im Motorsport nur allzu leicht in der Sackgasse landen kann, weiß Peter Sauber, der 2010 sein 40-jähriges Jubiläum als Teamchef im Rennsport gefeiert hat, nur zu gut. 1970 entsteht Saubers erster Rennwagen - ein offener Zweisitzer mit der Bezeichnung C1. Die Schweizer Truppe verdient sich erste Meriten im Sportwagen- und Langstreckensport und intensiviert in dieser Zeit ihre Kontakte zu Mercedes. Als die Stuttgarter Ende der Achtziger Jahre in den Langstreckensport zurückkehren, fungiert Sauber als Werksteam und setzt die silbernen Hightech-Boliden ein. Höhepunkt dieser Ära ist das Jahr 1989, in dem man nicht nur die Sportwagen-WM für Fahrer und Teams gewinnt, sondern auch einen Doppelsieg beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans feiert. Mit ihrer Verpflichtung für das Junior-Team ermöglicht er zudem den späteren Formel 1-Piloten Michael Schumacher, Heinz-Harald Frentzen und Karl Wendlinger erste Gehversuche im professionellen Motorsport.
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- Das Formel 1-Debüt des Sauber-Teams endet in Kyalami 1993 gleich in den Punkten: JJ Lehto landet auf Rang fünf. Allerdings werden nur sieben Autos gewertet, Lehto fährt als Letzter durch´s Ziel.
Aufstieg zur festen Größe
Als die Kosten in der Sportwagen-WM explodieren und der Stern der Serie sinkt, suchen sich Sauber und Mercedes ein neues Betätigungsfeld. Gemeinsam soll es in die Formel 1 gehen. Die Stuttgarter entscheiden sich zwar kurze Zeit später gegen einen werksseitigen F1-Einstieg, doch Peter Sauber gibt nicht auf und geht 1993 mit den Piloten Karl Wendlinger und JJ Lehto mit Ilmor-Motoren an den Start. Mit Platz sieben in der Endabrechnung darf die Debütsaison als gelungen bezeichnet werden. 1994 nimmt das Team offiziell als "Sauber-Mercedes" an der Formel 1-Saison teil. Als der Motorenpartner ein Jahr später zu McLaren wechselt, fungiert Sauber - inzwischen mit Red Bull- und Petronas-Unterstützung - als Ford-Werksteam. Sauber wird eine feste Größe im Formel 1-Feld, erringt 2001 - inzwischen befeuert von Ferrari-Motoren - sogar den vierten Rang der Konstrukteurs-WM. 2005 beschließt der inzwischen amtsmüde Peter Sauber, seine Mannschaft in die Hände des BMW-Werkes zu legen. Der Schweizer selbst zieht sich zurück - bis zu seinem unfreiwilligen Comeback 2010.
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- Sauber-Ferrari will 2011 an die Spitze des Mittelfeldes - Platz fünf in der Konstrukteurs-WM ist das Ziel. Bei den Wintertests haben die Schweizer einen starken Eindruck hinterlassen.
Turbulente Comeback-Saison
Peter Sauber bedient sich aus der BMW-Konkursmasse, was aber eher problematisch denn vorteilhaft ist. Erst ab Saisonmitte verschafft der kontinuierlich punktende Japaner Kamui Kobayashi seiner Mannschaft Luft nach unten. Pedro de la Rosa bringt das Team dagegen nicht nach vorne und muss fünf Rennen vor Saisonende sein Cockpit für Nick Heidfeld räumen. Der kann zwar auf Anhieb überzeugen, wird aber dennoch im Winter durch Sergio Perez ersetzt. Aus gutem Grund, denn der Mexikaner bringt zahlungskräftige Sponsoren aus seiner Heimat mit. Damit ist der Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft gelegt, zumal man weiterhin mit Ferrari zusammenarbeiten wird. Aus Maranello bezieht Sauber nicht nur seine Motoren, sondern auch sein KERS-System. Vielleicht schaffen es die Schweizer mit japanischer, mexikanischer und italienischer Hilfe, vor den engsten Rivalen von Williams und Force India zu platzieren.

