Rubens Barrichello – der Rekord-Pilot
Rubens Barrichello gilt als ewiger Nummer 2-Pilot. Als Wasserträger, der nicht aufmuckt, der Nummer 1 im Team den Rücken freihält und mit seinen Punkten zu einem guten Resultat in der Konstrukteurs-WM beiträgt. Dabei ist Barrichello ein wahrer Rekordmann: Der Brasilianer ist nicht nur der dienstälteste unter den aktuellen Formel 1-Piloten, sondern auch ein wahrer Dauerbrenner. Neben den meisten Grand Prix-Starts aller Zeiten (306 vor der Saison) kann Barrichello auch den Rekord für die meisten dritten Plätze (28) für sich verbuchen.
Lehrreiche Jahre beim Jordan-Team
Die ersten Meriten verdient sich Barrichello in brasilianischen Kart-Meisterschaften und der südamerikanischen Formel Ford-Serie. 1990 folgt der Wechsel nach Europa. Auf Anhieb gewinnt Barrichello die Formel Opel Lotus, ein Jahr später in seiner Premieren-Saison gleich den Titel in der hart umkämpften britischen Formel 3-Meisterschaft. 1992 hängt Rubinho ein Jahr in der Formel 3000 dran, das er mit Gesamtrang drei abschließt. Ein Jahr später wechselt Barrichello in die Formel 1. Im Team von Eddie Jordan läuft es jedoch mehr schlecht als recht, der Brasilianer holt lediglich zwei WM-Punkte und sieht nur selten die Zielflagge.
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- Nachdem Rubens Barrichello im vergangenen Jahr kurzzeitig auf einen komplett weißen Helm zurückgegriffen hat, benutzt er nun wieder ein Modell mit klassischer Farbgebung.
1994: Die Beinahe-Tragödie beim schwarzen Imola-Wochenende
Die Saison 1994 beginnt gut für Barrichello. Beim Pazifik-Grand Prix gelingt ihm mit Rang drei der erste Podiumsplatz seiner Karriere. Doch der Große Preis von San Marino in Imola wird ihm fast zum Verhängnis: Beim Qualifying zu dem Grand Prix, der wegen der tödlichen Unfälle von Roland Ratzenberger und Ayrton Senna als einer der tragischsten in die Formel 1-Geschichte eingeht, verunglückt Barrichello schwer. Die Folgen sind jedoch glimpflich, er zieht sich lediglich einen Nasenbeinbruch zu. Die Saison soll bis 1999 sogar seine erfolgreichste werden: In Spa sorgt Barrichello mit einer Pole Position für Aufsehen, am Saisonende mit Rang sechs in der Gesamtwertung. Rubens Barrichello hat sich in der Formel 1 etabliert.
Ferrari: Vize-Weltmeister und Grand Prix-Sieger an Schumis Seite
Es folgen zwei weitere Saisons bei Jordan, in denen Barrichello und das Team einen leichten Abwärtstrend verbuchen. Der Brasilianer sieht die Zeit für einen Wechsel gekommen und schließt sich dem Team von Jackie Stewart an. Nach Startschwierigkeiten beim damals neuen Team reicht es 1999 zu Gesamtrang sieben in der Fahrerwertung. Ein glücklicher Zufall für Barrichello, dass Ferrari nach der Saison einen Ersatz für Eddie Irvine als zweiten Piloten neben Michael Schumacher sucht. Barrichello wittert seine Chance und wechselt zu den Roten. Zwar steht er bei der Scuderia stets im Schatten des übermächtigen Schumi, erringt aber immerhin zwei Vize-Weltmeisterschaften und neun Grand Prix-Siege.
Absturz bei Honda, Wiederauferstehung bei BrawnGP
2006 folgt der Wechsel zu Honda. Die erste Saison bei den Japanern läuft ganz ordentlich, WM-Rang sieben darf Rubinho durchaus als Erfolg werten. 2007 dann der Absturz: Null Punkte und Gesamtrang 20 sind eines ehemaligen Vize-Weltmeisters nicht würdig, aber der Honda-Bolide gibt in dieser Saison wahrlich nicht mehr her. Nach der Verpflichtung von Ross Brawn geht es zumindest ein wenig aufwärts – elf Punkte, WM-Rang 14. Honda steigt Ende des Jahres 2008 aus, Barrichellos Formel 1-Karriere scheint endgültig vorbei zu sein. Als Ross Brawn schließlich sein eigenes Team aus der Honda-Konkursmasse gründet und zurück an die Spitze führt, blüht auch Barrichello wieder auf. Zwei Saisonsiege und Gesamtrang drei hätten dem alten Mann auch die kühnsten Optimisten nicht mehr zugetraut.
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- 2011 nun statt Nico Hülkenberg sein neuer Teamkollege Pastor Maldonado, ebenfalls ein Neuling, von Barrichellos Erfahrung profitieren und zum ernstzunehmenden Formel 1-Fahrer reifen.
Seit 2010: Wichtiger Teil des Williams-Teams
Als Ross Brawn nach der Übernahme durch Mercedes Nico Rosberg als Piloten engagiert, scheint Barrichellos Zeit in der Formel 1 endgültig abgelaufen zu sein. Doch wieder findet Rubinho ein Cockpit, greift 2010 für das Williams-Team ins Lenkrad. Dort soll Barrichello mit seiner Erfahrung nicht nur das Auto weiterentwickeln und an die Spitze führen, sondern auch als Lehrmeister für den deutschen Neuling Nico Hülkenberg fungieren. Genau diese Aufgabenstellung gilt auch 2011. Allerdings soll nun statt Hülkenberg sein neuer Teamkollege Pastor Maldonado, ebenfalls ein Neuling, von Barrichellos Erfahrung profitieren und zum ernstzunehmenden Formel 1-Fahrer reifen.

