Ein krasser Außenseitersieg
Das 24-Stunden-Rennen von Le Mans wirft seine Schatten voraus. Mazda gewann das legendäre Rennen mit dem 787 B - vor genau zwei Jahrzehnten also. Grund genug, zumindest zur Erinnerung an die Stätte des Erfolges zurückzukehren. So kommen zum diesjährigen Rennen am 11./12. Juni an den Ort des Erfolges nicht nur zahlreiche Teammitglieder, sondern auch ein originaler Mazda 787 B aus dem Firmenmuseum in Hiroshima. Eine Runde bei der Fahrerparade und eine schnelle Showrunde vor dem Start des eigentlichen Rennens sollen Erinnerungen an alte Sportlichkeit wieder aufleben lassen. Auch die erfolgreichen Piloten von damals mit Volker Weidler, Johnny Herbert und Bertrand Gachot kommen zu der automobilen Geburtstagsfeier. Schließlich war der Sieg des krassen Außenseiters auch für Mazda selbst eine Sensation. Alle rechneten seinerzeit mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Jaguar und Mercedes.
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- Der Mazda 787B fährt in die Nacht und in Richtung Dunlop-Bogen. Der Le Mans-Triumph von 1991 hat selbst Mazda überrascht, sagte man dem Wankel-Konzept doch große konstruktionsbedingte Nachteile nach.
Konzeptbedingte Nachteile
Keiner hatte damals mit den Japanern gerechnet. Die drei Mazda 787 B leisteten zwar konkurrenzfähige 750 PS und schafften 350 km/h Spitze, aber noch nie hatte ein Wankelmotor das prestigeträchtige Rennen auf dem Circuit de la Sarthe für sich entscheiden können. Laut Reglement mussten alle Teams mit der gleichen Benzinmenge auskommen. Da Wankelmotoren mehr verbrauchen als die Hubkolbenkonkurrenz, rechneten sich die Rivalen einen entscheidenden Vorteil aus. Jedoch hat der Wankelmotor durchaus nennenswerte Vorteile. Er hat weniger bewegliche Teile, baut kompakter und verfügt über ein besseres Leistungsgewicht. Die allseits bekannten Dichtigkeitsprobleme und der Mehrverbrauch schlagen dagegen negativ zu Buche. Mazda riskierte mit dem Einsatz eines Wankelmotors viel. Die Japaner waren erst ein Jahr zuvor wieder in die PKW-Fabrikation mit Kreiskolbentechnik eingestiegen. Mit kontinuierlichen Verbesserungen gelang es den japanischen Ingenieuren, die Probleme des Wankels in den Griff zu kriegen und ein konkurrenzfähiges Produkt auf die Räder zu stellen. Ein Mann der ersten Stunde war Kenichi Yamamoto, besser bekannt als Mr. Rotary. Yamamoto war in der Folgezeit an der Entwicklung fast aller Wankelmodelle von Mazda beteiligt.
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- Mazda kann durchaus vom Imagegewinn durch den Le Mans-Triumph verbuchen: 1992 erscheint der RX7, der sich in zwei Generationen bis 2002 immerhin mehr als 800.000 mal verkauft.
Lange Wankel-Tradition bei Mazda
Mazda hat seine Wankelmotoren in verschiedensten Fahrzeugtypen verbaut. Den Auftakt machte 1967 der Mazda 110 S Cosmo mit Zweischeiben-Wankelmotor. 1990 kam der Mazda Eunos Cosmo, das erste Serienauto mit Dreischeiben-Wankelmotor. Das Siegerauto von Le Mans hatte einen technisch besonders aufwendigen Vierscheibenmotor. Ein Jahr später brachte man den Mazda RX-7 auf den Markt. Das Modell wurde bis 2002 811.634-mal gebaut, ehe es vom RX 8 abgelöst wurde. Der RX-8-Motor gewann 2003 und 2004 den Engine of the Year Award.
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- Neben Mazda arbeitet auch Audi an einer Zukunft des Wankelmotors: Beim E-Mobil A1 e-tron kommt ein Kreiskolben-Triebwerk als Reichweitenverlängerer zum Einsatz.
Die Zukunft des Wankelmotors
Die Einführung der Euro 5-Abgasnorm 2010 stoppte die Erfolgsgeschichte der Mazda-Wankelmotoren in Europa - vorläufig. Denn das endgültige Urteil über den Wankelmotor ist noch nicht gesprochen. Seit 2005 verleast Mazda an bestimmte Kunden den mit Wasserstoff angetrieben RX-8 Hydrogen RE. Und auch bei Audi plant man inzwischen, nach über 40 Jahren, wieder mit einem Kreiskolbenmotor. Der auf dem Genfer Auto Salon 2010 gezeigte Audi A1 E-tron kombiniert einen Elektroantrieb mit einem Wankelmotor als Range-Extender. Da Range Extender nicht das Auto antreiben müssen, sondern nur als Stromgenerator dienen, können sie in einem optimalen Wirkungsbereich betrieben werden und leiden weniger unter den Nachteilen des Wankel-Prinzips.

