Rammstein legt den Ring in Schutt und Asche
Sonntag, 6. Juni 2010, kurz nach Mitternacht, Nürburgring: Das Fahrerlager müsste in Schutt und Asche liegen. Die 90 Minuten zuvor hat Rammstein ein Feuerwerk abgebrannt, das Rock am Ring noch nicht gesehen hat. Die Pyrotechniker liefen zu Höchstform auf, die Boxen hatten Schwerstarbeit zu verrichten, die Fans haben die Eifel heftig beben lassen. Wer hier nicht dabei war, hat wahrlich etwas verpasst. Zum Glück hatte ich das Privileg, mir das Schauspiel vor Ort anschauen zu können. Ein Festivalwochenende im Partymobil, in diesem Fall ein Mercedes Viano Fun 2.2 CDI. Die Fragestellung war: Zelt oder Auto – worin lässt sich besser campieren?
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- Patrick, Michael und Thomas: Dieses Trio hat den Mercedes Viano Fun auf seine Partytauglichkeit getestet.
Vom Fünfsitzer zum Hotelzimmer in zehn Sekunden
Als die Motorvision-Crew am Donnerstag auf dem Zeltplatz einfährt, wird allerorten aufgebaut. Ein kleines Zelt hier, ein schicker Pavillon da, stellenweise entstehen ganze Party-Burgen. Manch einer steckt so viel Liebe in sein Bauwerk, dass er die Konzerte am Abend verpasst. Wir stellen einfach erst einmal den Benz ab und machen uns auf den Weg zu den ersten Konzerten. Als wir nach der heftigen KISS-Show wieder auf dem Zeltplatz einlaufen, bauen einige immer noch. Wir räumen ein wenig hin und her, ziehen hier einen Hebel, klappen dort etwas um – fertig ist die Liegewiese. Das pure Umbauen dauert zehn Sekunden – ein Riesen-Komfortgewinn!
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- Das Umbauen vom Fünfsitzer in ein Hotelzimmer dauert nur Sekunden. Im Viano liegt man hart und nicht komplett eben, aber bequem.
Die Sache mit dem Gleichgewichtssinn
Weil das so schnell ging, bleibt genug Zeit für das ein oder andere Festivalbierchen. Es hätte auch eins weniger sein können, denke ich mir, als ich in den Viano klettere. Der Gleichgewichtssinn, schon im nüchternen Zustand nicht gerade meine Stärke, sollte besonders ausgeprägt sein, um von innen die riesige Heckklappe zu schließen. Aber mit einer - für meine Verhältnisse - akrobatischen Meisterleistung kriege ich das Ding dann doch zu. Nach ein paar Sekunden knippst der Benz die Innenraumbeleuchtung aus – Schlafenszeit! Beseelt schlummere ich ein und träume von Plateauschuhen, Glitzerklamotten und massenhaft Schminke im Gesicht. „God gave Rock ´n Roll to you“ – genau deshalb sind wir hier!
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- Ein Stück Nürburgring-Kult: Diesel fassen an der Tanke auf der Döttinger Höhe. Trotz erbarmungslosem Vollgas hat sich der Viano während des Trips nur 10,5 Liter im Schnitt gegönnt.
Nur zwei Schlafplätze? Da ist Improvisationstalent gefragt!
Am Freitagmorgen – wie auch an den nächsten Tagen – weckt uns einer unserer Campingplatz-Nachbarn mit AC/DC´s „Hells Bells“. Etwas zu früh natürlich, aber wenigstens die Mucke passt. So kurz die Nacht auch war – bis auf den Kopf (verdammt, das Bier!) fühlt sich alles gut an. Rücken, Nacken, Gliedmaßen – nix schmerzt. Im Viano liegt man hart und nicht komplett eben, aber bequem. Selbst von den billigen Plätzen kommen keine Beschwerden: Da wir zu dritt unterwegs waren, musste einer im Fußraum zwischen Vordersitzen und Liegefläche schlafen. Wenn dieser mit reichlich Decken gepolstert wird, bleibt ausreichend Raum für einen weiteren Schlafplatz. Dank hinterer Ausstellfenster und Schiebedach ist zudem für ausreichend Frischluft gesorgt.
Komfortabler geht es kaum
Es war die erste von vier Nächten im Viano Fun, und an jedem Morgen war ich froh, im Viano und nicht im Zelt geschlafen zu haben. Komfortabler geht es eigentlich nur im Wohnmobil oder Caravan. Selbst die letzte Nacht, die wegen des zeitweise schlimmen Wetters und eines heftigen Verkehrschaos, das einen strammen Fußmarsch vom Fahrerlager zum Pflanzgarten erforderte, auf einen besonders anstrengenden Tag folgte, war erholsam. So konnte sich die Motorvision-Crew am Montagmittag entspannt auf die Rückreise nach München begeben, um dort Schlaf nachzuholen, die Körperhygiene wieder auf ein zivilisiertes Maß zu bringen und diverse Sonnenbrände zu bekämpfen.
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- Ein Stück Nürburgring-Kult: Diesel fassen an der Tanke auf der Döttinger Höhe. Trotz erbarmungslosem Vollgas hat sich der Viano während des Trips nur 10,5 Liter im Schnitt gegönnt.
Großer Gegenwert für 40.000 Euro
Zurück zur Ausgangsfrage: Zelt oder Viano? Das Motorvision-Trio ist sich einig: Der Viano Fun bietet einen nahezu perfekten Kompromiss aus Komfort, Platzangebot und Flexibilität. Und fahren kann er auch noch. Wenn es sein muss, auch mit 190 km/h, wie er auf der Rückfahrt bewiesen hat. Der Mercedes Viano Fun 2.2 CDI Fun in der Langversion –ein Spießer, der aber heftig feiern kann. Und der seine Qualitäten angesichts eines Grundpreises von 40.174,40 Euro wahrlich nicht unter Wert verkauft.

