Teil 3 der Serie: „Sicher in den Campingurlaub“: Für eine sichere Reise mit dem Wohnmobil oder Caravan sind eine umsichtige Fahrweise und ausreichende Fahrpraxis wichtige Voraussetzung. (mid/lexa , 01.01.2009)
Von ungeübten Fahrern werden die Größenverhältnisse von Campingfahrzeugen häufig unterschätzt. Zudem reagieren Reisemobile und Wohnwagengespanne während der Fahrt anders als ein Pkw. Campingfahrzeuge benötigen deutlich mehr Zeit zum Beschleunigen, vor allem beim Überholen muss das berücksichtigt werden. Der höhere Schwerpunkt von Wohnmobilen und Caravans lässt zudem nur geringe Kurvengeschwindigkeiten zu und erschwert ein schnelles Ausweichen bei Hindernissen auf der Fahrbahn. Außerdem haben Freizeitfahrzeuge und Gespanne auch einen längeren Bremsweg als der vertraute Pkw.
Wohnwagengespanne bieten dem Wind eine große Angriffsfläche. Bei starkem Seitenwind geraten sie leichter ins Wanken und driften zur Seite ab. Bei hohen Geschwindigkeiten können die Anhänger zudem ins Pendeln geraten und sich aufschaukeln. Um dieser Gefahr vorzubeugen, sollten sich Fahrer unbedingt an die vorgegebene Geschwindigkeitsbegrenzung halten. Diese liegt beim Gespann normalerweise bei 80 km/h, bei der Erfüllung bestimmter Voraussetzungen auch bei 100 km/h. Bei der Fahrt mit dem Gespann bergab sind niedrige Gänge zu wählen, um die Bremskraft des Motors zu nutzen. Damit wird vermieden, dass die Bremsen überfordert werden. Bei der Streckenplanung für die Urlaubsreise ist besonders auf Alpenpässe zu achten, die zu steil für das Gespann sind.
Die Elektronik hilft mit
Die Ausrüstung des Gespanns mit speziellen Sicherheitssystemen kann ebenfalls helfen, ein Ausbrechen zu verhindern. Elektromechanische Stabilitätseinrichtungen wie beispielsweise das ATC von AL-KO funktionieren ähnlich wie der Schleuderschutz ESP beim Pkw. Sensoren überwachen die Querbewegung des Wohnwagens. Gerät der Anhänger ins Pendeln, bremst das System den Caravan sofort sanft ab. Für das Zugfahrzeug bieten viele Pkw-Hersteller zudem ab Werk eine auf den Anhängerbetrieb ausgelegte Ausführung des ESP an.Die Länge eines Reisemobils kann dem Fahrer beim Abbiegen Probleme verursachen, auch die größere Breite und Höhe des Fahrzeugs ist gewöhnungsbedürftig. Vor Antritt der Reise sollte sich der Fahrer deshalb gründlich mit den Außenmaßen seines rollenden Heims vertraut machen. Beim Fahren mit dem Wohnanhänger ist vor allem das Rückwärtsfahren schwierig. Zu bedenken ist, dass der Hänger beim Einschlagen des Lenkrads in die entgegengesetzte Richtung lenkt. Beim Einparken mit dem Freizeitfahrzeug kann ein erfahrener Einweiser helfen, ärgerliche Schadensfälle zu verhindern.
Bei der Fahrt ist der Caravan tabu!
Während der Fahrt dürfen sich im Caravan keine Passagiere aufhalten, sie reisen vorne im Zugfahrzeug mit. Im Wohnmobil dürfen Mitreisende auf Sitzen mit Gurten Platz nehmen. Quer zur Fahrtrichtung eingebaute Sitze sind allerdings tabu. Kinder brauchen wie im Pkw ein passendes Rückhaltesystem.Um das Fahren zu üben, ist es ratsam, ein Sicherheitstraining zu absolvieren. Dabei lernen die Fahrer unter anderem auch das richtige Ausweichen und Bremsen. Entsprechende Kurse werden sowohl von Automobilclubs als auch von Herstellern von Freizeitfahrzeugen angeboten.