Reventón Roadster: Ein neuer Kampfjet made by Lamborghini

Frankfurt scheint für Lamborghini genau das richtige Pflaster zu sein, um seine besonders exklusiven Schmuckstücke zu präsentieren. Vor zwei Jahren hatte das Reventón Coupé auf der IAA seinen großen Auftritt, jetzt folgt der noch extremere Roadster. ( , 01.01.2009)

Beim Thema Lamborghini Reventón geht es vor allem um Zahlen. Nicht unbedingt die technischen Daten oder Fahrleistungen – die sind gar nicht so weit entfernt von einem „normalen“ Murciélago. Nein, es geht um die Zahlen, die seine Exklusivität beschreiben. Ebenso wie das Coupé wird es den Roadster nur 20 Mal geben. Beim Preis haben die Italiener nochmals draufgesattelt: Mit 1,1 Millionen Euro netto ist der Roadster nochmals 100 Riesen teurer als das Coupé – macht mit deutscher Mehrwertsteuer satte 1.309.000 Euro. Die ersten Fahrzeuge wollen die Italiener im Oktober 2009 ausliefern.

Der Reventón Roadster kommt aus derselben gestalterischen Denkwelt wie das Coupé. Dazu holten sich die Designer Inspirationen aus der Luftfahrt - die extrem geschärfte Keilform mit der technischen Skulptur weckt Assoziationen mit einem Kampfjet. Er ist nur 1,13 Meter hoch, weshalb Fahrer und Beifahrer – voneinander getrennt durch einen mächtigen Mitteltunnel - tief und sportlich sitzen. Die Front im Stile eines Schlunds übernimmt der Roadster von Coupé, ebenso die Leuchten und die Scherentüren. Jedes gestalterische Detail zu erwähnen würde den Rahmen sprengen, aber in seiner Gesamtheit ist der Reventón Roadster eine automobile Skulptur, spannend in jedem Quadratzentimeter.

Lamborghini Reventón Roadster - Heck IAA
Der Unterboden des Lamborghini Reventón Roadster läuft in einem stark ausgeformten Diffusor aus, was mächtig Abtrieb garantiert. Foto: United Pictures

Eine besondere Farbe für ein besonderes Auto

Hinter den beiden Sitzen liegen, in Schächten versenkt, zwei ausfahrbare Sicherheitsbügel, die bei einem drohenden Überschlag innerhalb weniger Hundertstelsekunden nach oben schießen. Eine feste, horizontale Strebe hinter den Sitzen, geformt wie ein Flügel, trägt die dritte Bremsleuchte. Auch der lange Rücken präsentiert sich gegenüber dem Coupé neu gezeichnet. Die Motorhaube liegt nahezu horizontal, während insgesamt vier Fenster einen Blick auf den mächtigen V12-Motor gewähren. Neben der Formgebung der Karosserie und dem glattflächigen Unterboden, der in einen stark ausgeformten Diffusor ausläuft, ist der Heckspoiler für den Abtrieb verantwortlich. Er fährt bei 130 km/h aus der Abrisskante aus und nimmt bei 220 km/h eine noch steilere Stellung ein.Die Karosserie des Reventón ist schon in der Basis so steif, dass der Roadster mit einem Minimum an Verstärkungen auskommt. Deshalb wiegt er lediglich 25 Kilogramm mehr als das Coupé. Die Zelle des Roadsters besteht aus Stahlprofilen und Carbon-Teilen, die miteinander verklebt und vernietet sind. Für die Karosserie werden nahezu ausschließlich Kohlefaser-Elemente eingesetzt - allein die Türaußenseiten bestehen aus Stahlblech. Eine einzigartige Lackierung komplettiert die rasiermesserscharfe Formensprache des Lamborghini Reventón Roadster. Für die exklusive Kleinserie hat Lamborghini einen matten Grauton mit der Bezeichnung „Reventón Grey“ kreiert, der aber etwas anders getönt ist als der Lack des Coupés.

Lamborghini Reventón Roadster - Cockpit
Auch der Reventón-Innenraum erinnert stark an das Cockpit eines Kampfjets. Anstelle von klassisch analogen Instrumente liefern drei Flüssigkristallbildschirme die nötigen Informationen

Satte V12-Power: Ikone der Motorenbaukunst

Auch die Räder des Lamborghini Reventón Roadster nehmen das Wechselspiel aus matten und glänzenden Elementen auf. Die fünf Speichen der Felgen tragen eine Y-Form. An jeder Speiche liegen kleine sichelförmige Flügel aus mattem Carbon an, die eine ungewöhnliche Optik und einen Turbineneffekt bewirken, mit dem sie die Kühlung der mächtigen Bremsscheiben aus Keramik optimieren.Der Zwölfzylindermotor, der den Reventón Roadster antreibt, ist eine Ikone von Lamborghini, die den Charakter der Autos entscheidend prägt. Das Triebwerk ist einer der stärksten Saugmotoren der Welt und schöpft aus 6,5 Litern Hubraum satte 670 PS. Bei 6.000 U/min steht ein maximales Drehmoment von 660 Nm bereit. Im klassischen Stil von Lamborghini ist die Alu-Maschine längs vor der Hinterachse montiert, während das „e.gear“-Getriebe vor dem Motor unter dem Mitteltunnel liegt. Der permanente Allradantrieb „Viscous Traction“ ist hecklastig ausgelegt, schickt bei Bedarf aber bis zu 35 Prozent der Antriebskraft an die Vorderachse. Zwei Sperrdifferenziale optimieren die Traktion des Supersportlers.

Lamborghini Reventón Roadster - Seite IAA
Der Lamborghini Reventón Roadster rollt auf 18-Zoll-Rädern mit Reifen im Format 245/35 vorne und 335/30 hinten. Foto: United Pictures

Ein Konzert aus zwölf Zylindern

Der V12 katapultiert den Reventón Roadster in 3,4 Sekunden auf 100 km/h. Erst bei 330 km/h endet der Vortrieb. Das Aggregat spricht auf die Bewegungen des rechten Fußes so gierig an wie ein Rennmotor - er dreht bis über 8.000 Touren hinaus und gibt dabei ein Konzert, das die Haut kribbeln lässt. Die tief grollenden Bässe, die kraftvollen Mitten und die jubelnden Trompeten spielen eine Musik, die man nie mehr vergisst, wenn man sie einmal gehört hat.Der Lamborghini Reventón Roadster kontrolliert die extreme Power seines Motors mit einem Fahrwerk, dessen Layout direkt aus dem Rennsport stammt. An jedem Rad sind doppelte Dreieckslenker aktiv - an der Vorderachse arbeitet je ein Federbein, hinten sind es zwei pro Rad. Mit einem Tastendruck lässt sich der Vorderwagen um 40 Millimeter anheben, um den Fahrzeugboden bei Schlaglöchern oder tiefen Garageneinfahrten zu schonen. Der offene Zweisitzer rollt auf 18-Zoll-Rädern mit Reifen im Format 245/35 vorne und 335/30 hinten. Eigene Luftkanäle in der Karosserie kühlen die Bremsen. Sechs-Kolben-Sättel nehmen die 380 Millimeter großen Scheiben aus Kohlefaser-Keramik in die Zange.

Lamborghini Reventón Roadster - Draufsicht
Die Motorhaube des Lamborghini Reventón Roadster liegt nahezu horizontal, während insgesamt vier Fenster einen Blick auf den mächtigen V12-Motor gewähren

Interieur: Displays wie im Flugzeug

Auch der Reventón-Innenraum erinnert stark an das Cockpit eines Kampfjets. Wie ein modernes Flugzeug besitzt der offene Zweisitzer keine klassisch analogen Instrumente mehr - an ihrer Stelle liefern drei Flüssigkristallbildschirme die Informationen. Der Fahrer kann per Knopfdruck zwischen zwei Modi umschalten: Einer digitalen Ansicht mit leuchtenden Balken und einer Ebene mit klassischen Runduhren, die jedoch mit wechselnden Farben gestaltet sind.An zentraler Stelle, mittig und hoch im Display, sitzt das G-Force-Meter, das die fahrdynamischen Kräfte in einer Darstellung anzeigt, wie sie in der Formel 1 üblich ist. Die Intensität der Kräfte, die beim Beschleunigen, Bremsen und bei forcierter Kurvenfahrt auf den Reventón Roadster einwirken, wird somit sichtbar. Ein Gehäuse, das aus einem massiven Aluminiumblock gefräst ist und von einer Carbon-Haube abgedeckt wird, fasst die Instrumente ein. Zahlreiche Kohlefaser-Applikationen, wie zum Beispiel auf dem Mitteltunnel, Aluminium, Alcantara und Leder prägen das Interieur.

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