Von der Rallye-Ikone zum Sammlerobjekt
Genau 40 Jahre ist es her, dass Lancia auf dem 1970er Turiner Autosalon die Designstudie Stratos präsentiert. Das radikal futuristische Design sorgt sofort für die nötige Aufmerksamkeit. Im Gegensatz zu den meisten Studien wird die im Windkanal entstandene Keilform tatsächlich so gebaut. Die glasfaserverstärkte Kunststoffkarosserie ist lediglich 3,67 m lang, 1,70 m breit und 1,08 m flach. Front-und Heckpartie lassen sich komplett aufklappen. All diese Voraussetzungen stilisieren den Stratos zum perfekten Rallyefahrzeug. Zunächst soll ein Vierzylinder V-Mittelmotor aus dem Lancia Fulvia für Vortrieb sorgen. Dieses Vorhaben wird aber bei der Straßenversion Stratos HF Stradale zugunsten des 2,4 Liter Sechszylindermotors aus dem Ferrari Dino 246 GT wieder aufgegeben. Mit Dreiventiltechnik und 190 PS erstürmt der Stratos die 100-km/h-Marke in 6,8 Sekunden. Maximal sind 248 km/h möglich.
Gepolt auf Sieg
Im April 1973 fährt Sandro Munari auf der Firestone-Rallye in Spanien den ersten Erfolg für den Stratos ein. Weitere Triumphe folgen bei der Targa Florio und der Tour de France. Der Keil hat sich aber gerade erst warmgelaufen. Noch vor ihrer Homologation schlagen die Stratos in der Prototypenwertung bei der Sizilien-Tour und der Targa Florio zu. Nur wenige Tage nach der FIA-Zulassung des Autos gewinnt Werksfahrer Munari die Rallye San Remo. Der WM-Titel ist damit für Lancia schon gesichert. Mit zwei weiteren Weltmeisterschaften in den Folgejahren 1975 und 1976 setzt sich Lancia selbst die Rallyekrone auf.
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- Weitere Triumphe folgen bei der Targa Florio und der Tour de France. Der Keil hat sich gerade warmgelaufen
Privatier als erfolgreichster Stratos-Pilot
Erfolgreichster Stratos-Pilot ist jedoch ein Privatier. Bernard Darniche, Topfahrer des Teams Chardonnet of France, gewinnt noch Rennen, als das Werksteam längst Geschichte ist. Mit 33 Siegen geht Darniche als erfolgreichste Stratos-Fahrer aller Zeiten in die Motorsportgeschichte ein. Werkspilot Sandro Munari triumphiert „nur“ 13 mal.
Unbezahlbar ist der Stratos trotz seiner ganzen Erfolge nicht. In der Bauzeit 1974 und 1975 sind 15.000 Mark fällig. Heute müssen Liebhaber mindestens 100.000 Euro für eines der 495 gebauten Exemplare hinblättern.

