1700 Kilometer Abenteuer und Strapazen quer durch Tunesien – das ist die Rallye Grand Erg. Martino Molinaro war zum ersten Mal dabei. (Jessica Fischer , 07.06.2010)
Erste Rallye-Saison
Die Rallye Grand Erg: Das heißt 10 Tage lang quer durch Tunesien, 2800 Kilometer brennend heiße Sahara, 1700 Kilometer davon im Wertungsbereich. Die seit 2005 ausgetragene Rallye für LKWs und SUVs ist mittlerweile DIE Rallye in Nordafrika.Von Tunis bis Nabeuldurchqueren über 30 Teams den tunesischen Dünengürtel. Sie bewältigen eine Rallye voller Strapazen, Abenteuer und Fahrspass. Routenkenntnisse werden Fahrern und Beifahrern genauso abverlangt wie Teamplay und Durchhaltevermögen. Martino Molinaro fuhr gerade seine erste Saison im Virus Racing Team. Wir haben Martino in seiner italienischen Heimat besucht und ihn nach den Eindrücken seiner ersten Rallye befragt.
Was hat dich daran gereizt an einer Rallye teilzunehmen?
Die Liebe zum Auto begleitet michschon seit ich ein kleiner Junge war. Als Italiener wurde mir die Begeisterung für schnelle Autos wahrscheinlich in die Wiege gelegt. Die Liebe zum Offroad fahren ist die letzten Jahre stetig gewachsen. Ich wollte herausfinden, in wie weit ich und mein Auto den Extremsituationen der Sahara gewachsen sind.
Was hat dich dazu bewogen gerade bei der Rallye Grand Erg teilzunehmen?
Die Grand Erg ist ein gutes Einstiegspflaster in die Rallyewelt. Dazu die Top Organisation. Sie bietet viele tolle Eindrücke. Sie ist einfach die beste deutsche Rallye zur Zeit.
Mit welchem Auto seid ihr angetreten?
Der Virus ist ein Land Rover Defender 110, Baujahr 1999, mit 170 PS. Vom Originalzustand des Fahrzeugs ist nicht mehr viel übrig geblieben. Das Auto wurde komplett umgebaut. Der Defender bekam mehr Leistung,einen Überrollkäfig und ein Rallyefahrwerk eingebaut. Die Wüste erfordert natürlich auch spezielle Reifen.Das sind nur ein paar der vielen Neuerungen, mit denen wir das Auto für die Grand Erg fit gemacht haben.
Mit welchen Erwartungen bist du an deine erste Rallye heran gegangen?
Erfahrung zu sammeln, meine eigenen Grenzen zu finden und diese zu überschreiten, und natürlich den Virus heil nach Italien zurück zu bringen.
Wurden deine Erwartungen erfüllt?
Nein. Sie wurden bei weitem übertroffen. Jeweils einmal ein dritter und ein zweiter Platz. Dazu zwei Etappensiege. Da kann man schon zufrieden sein. Ärgerlich war nur, dass wir am sechsten Tag die Etappe wegen eines technischen Defekts abbrechen mussten.
Was waren die aufregendsten Momente deiner ersten Rallye?
Mit hoher Geschwindigkeit sehen wir einen Fotografen neben der Strecke posieren und verlieren für den Bruchteil eines Moments die Konzentration. Schon fliegt das Auto schräg über dieDünen. Allerdings kommen wir sicher auf. Das war ganz schön knapp. Die Sandetappen waren besonders hart. Begeistert hat mich auch die freundschaftliche Atmosphäre unter den Teilnehmer und die grenzenlose Freiheit die man spürt.
Wirst du 2011 wieder bei der Rallye Grand Erg dabei sein?
Unbedingt!
Mit welchem Ziel?
Natürlich zu gewinnen!