Progressives Design mit Leistung kombiniert

Die Studie Saab 9-X BioHybrid Concept zeigt, wie das zukünftige Kompaktmodell von Saab aussehen könnte. (powered by Speed Heads , 01.01.2009)

Mit kurzen Karosserieüberhängen, breiter Spur und gewölbter Dachlinie eröffnet der Saab 9-X BioHybrid eine neue dynamische Dimension gegenüber konventionellen Schrägheck-Autos. Die Fenstergrafik, die sanfte, vom Flugzeugbau beeinflusste Karosserie und die Beleuchtung im Eisblock-Design verweisen auf die skandinavischen Wurzeln und das Luftfahrterbe der Marke. Ein berührungsempfindlicher, schlüsselloser Zugang macht die äußeren Türgriffe überflüssig. Die Verwendung kleiner, einklappbarer Rückfahrkameras anstelle größerer Außenspiegel verstärkt den optischen Effekt eines Flugzeugrumpfes und reduziert gleichzeitig den Luftwiderstand. Darüber hinaus nutzt eine große Solarzelle im Glasdach die Sonne als kostenlose Energiequelle zum Laden der Hybridbatterie.

Basierend auf den Wurzeln im Flugzeugbau nutzt der Saab 9-X BioHybrid das Potenzial aktiver Aerodynamik. Bei Geschwindigkeiten über 70 km/h fährt der Dachspoiler, der die Dachlinie verlängert, ebenso automatisch aus wie ein Unterbodendiffusor, der zuvor im Heckstoßfänger verborgen ist. Bei starken Bremsmanövern aus mehr als 100 km/h stellt sich der Heckspoiler auf und erhöht so den Anpressdruck auf die Hinterachse. Gleichzeitig verstärkt ein Reflektor das Licht der dritten Bremsleuchte unter dem Spoiler und signalisiert so dem nachfolgenden Verkehr starkes Bremsen. In den 21-Zöllern mit Reifen der Dimension 245/35 verbergen sich innen belüftete Bremsen mit rundum 345 Millimeter großen Scheiben.

Saab 9-X BioHybrid Concept - Heckansicht 1
Die Proportionen und Funktionen im Heck basieren auf dem Saab 9X Concept, der auf der Frankfurter IAA 2001 zu sehen war

Performance mit Bio-Power und Elektromotor

Der Saab 9-X BioHybrid zeigt das Potenzial von Bioethanol-Kraftstoff im Zusammenwirken mit einem Hybridsystem. Der kleine BioPower-Turbomotor mit 1,4 Litern Hubraum wurde für den Betrieb mit E85 (eine Mischung aus 85 Prozent Bioethanol und 15 Prozent Benzin) optimiert und liefert 200 PS sowie 280 Nm Drehmoment. Da das Triebwerk dank der hohen Oktanzahl des E85-Kraftstoffes (104 gegenüber 95 bei Superbenzin) höher verdichtet und mehr Ladedruck abrufen kann, liegen die Daten sogar über denen im Benzinbetrieb (170 PS und 230 Nm). Das Motormanagement passt den Zündzeitpunkt und den Ladedruck dem jeweils zur Verfügung stehenden Kraftstoff automatisch an. Die Kraftübertragung an die Vorderräder erfolgt über ein Sechsgang-Schaltgetriebe mit Schaltwippen am Lenkrad.Im Ethanolbetrieb gelingt der Spurt von 0 auf Tempo 100 in 7,9 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 216 km/h. Der Kraftstoffverbrauch liegt bei 6,4 Litern auf 100 Kilometern, der CO2-Ausstoß bei 105 g/km. Ist Superbenzin im Tank, spurtet der Schwede aus dem Stand in 8,3 Sekunden von Null auf Hundert und erreicht maximal 192 km/h. Dank des höheren Brennwertes verbraucht er nur 4,9 Liter im Schnitt, stößt aber 117 Gramm CO2 pro Kilometer aus.Die Kombination von Turbo-Technologie, Hybrid-Antriebssystem und kleinvolumigem Vierzylinder soll eine besonders dynamische Downsizing-Antriebseinheit ergeben: Beim Start aus dem Stand sowie bei Überholmanövern sorgt der Elektromotor für bessere Beschleunigung. Außerdem ist er für das ruckfreie Wiederanlassen des Ottomotors zuständig, der bei stehendem Fahrzeug automatisch abgeschaltet wird. Der Verbrauch sinkt noch weiter, da das Hybridsystem eine längere Unterbrechung der Kraftstoffzufuhr im Schiebebetrieb und beim Bremsen erlaubt. Der Elektromotor arbeitet gleichzeitig als Generator und wird vom Verbrennungsmotor angetrieben, um die Lithium-Ionen-Batterie zu laden und die Stromversorgung des Fahrzeugs sicherzustellen. Darüber hinaus ermöglicht er regeneratives Bremsen, also Energie-Rückgewinnung beim Verzögern.

Saab 9-X BioHybrid Concept - Innenraum
Das innovative Design wird im Innenraum des mit weißem Leder bezogenen Viersitzers noch deutlicher

Konventionen sprengendes Interieur

Das innovative Design wird im Innenraum des mit weißem Leder bezogenen Viersitzers noch deutlicher. Hier präsentiert der 9-X BioHybrid eine völlig neue Ausführung des fahrerorientierten Cockpits. Eine klassische Mittelkonsole gibt es nicht, stattdessen beinhaltet das Layout eine Instrumententafel, die aus dem oberen Türrahmen fließt und sich um den Fahrer wölbt. Lediglich die Bedienung der Klimaanlage und Funktionen der Innenbeleuchtung befinden sich in einer kleinen, zentral angeordneten und berührungsempfindlichen Konsole. Als Informationsfeld des Fahrers dient eine Acyloberfläche, in die Saab fünf Bildschirme mit grünen 3-D-Grafiken einließ. Der Fahrer kann alle Anzeigen und Kontrollen vom Lenkrad aus bedienen, verändern oder verkleinern. Die weiße Innenraumbeleuchtung ermöglicht die Wahl zwischen verschiedenen Stufen und unterschiedlicher Intensität der Beleuchtung: Von kühl und hell bis warm und sanft. Bei Nachtfahrten verbessert der automatische Wechsel von Abblend- und Fernlicht den Fahrkomfort. Eine in der Fahrzeugfront montierte Kamera erkennt entgegenkommende Lichtquellen, worauf kleine Verschlussklappen automatisch das Fernlicht abdecken, wenn sich Gegenverkehr nähert.

Saab 9-X BioHybrid Concept - Frontansicht 1
Die Front mit tiefem Grill, konkaver Linie in der Haube und seitlich herumgezogener Windschutzscheibe trägt Merkmale der 2006er Studie Saab Aero X

Drahtlose Kommunikation

Der Saab 9-X BioHybrid verfügt über eine Schnittstelle für Daten, Unterhaltung und Satellitennavigation. Diese erlaubt den gleichzeitigen Gebrauch von Mobiltelefonen, PDAs und MP3-Playern bei mehreren Passagieren. Die Geräte werden über einen Fahrzeugmonitor gesteuert und können dabei zum Beispiel in der Tasche der Nutzer verbleiben. Je nach Gerät kann man seine eigenen Anzeigen auf die Fahrzeugdisplays laden oder das Auto auf- und abschließen und sogar Einstellungen des Autos wie mit einer Fernbedienung ändern.Der Gepäckraum verfügt über einen elektrisch ausfahrbaren Ladeboden, der aktiviert wird, wenn man die untere Hälfte der Heckklappe über die hintere Stoßstange nach unten klappt. Derweil lässt sich der nach oben schwenkende obere Teil separat öffnen. Den gesamten Ladeboden und die Rückseiten der umklappbaren Rücksitze haben die Macher mit einem rutschfesten Gummi überzogen. Wenn die Heckklappe geöffnet wird, fahren automatisch Aluminiumstäbe aus dem Boden aus: Sie ragen nur wenig über den rutschfesten Belag hinaus und ermöglichen es, Gegenstände einfach ins Auto zu schieben. Sobald die Heckklappe geschlossen wird, fahren die Stäbe ein und senken die Gegenstände auf die rutschfeste Oberfläche, die sie zuverlässig festhält.

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