Gebotenes und Gefordertes
Manchmal bleibt einem nichts anderes übrig, als ungläubig mit dem Kopf zu schütteln. 42.900 Euro für ein Smart fortwo Cabrio, das schon im Serien-Trimm zu wenig Auto für zu viel Geld (13.490 Euro) bietet?!? Wie zum Teufel kann man weitere knapp 30.000 Euro in diese Asphaltblase, die nur Unverbesserliche für ein vollwertiges Auto halten, investieren? Ganz einfach: Indem man bei Brabus den „Ultimate Style“ ordert. Eine Limitierung auf 100 Exemplare und ein Komplett-Tuningpaket im Stil des 700 Biturbo, eines getunten SLS AMG, sollen den Preis rechtfertigen. Wir haben dagegen unsere Zweifel, ob das Gebotene auch nur annähernd mit dem Geforderten mithalten kann.
„Wie in der Formel 1“
Brabus will mit dem Ultimate Style den „ultimativen Stadtsportwagen“ gebaut haben. Dass der nicht einmal 1.000 Kubik große, aber immerhin per Turbolader aufgepumpte Dreizylindermotor von 84 auf 102 PS erstarkt, wird die Fahrer richtiger Sportwagen vor dem Ampelduell sicher den Angstschweiß auf die Stirn treiben. Das maximale Drehmoment steigt von 120 auf 147 Nm – da erwächst ein ernstzunehmender Gegner für die Viertelmeile… Von Null auf Hundert geht es in 8,9 Sekunden (Serie: 10,7), der Topspeed erhöht sich von 145 auf 170 km/h – klingt nach einem üblen Geschwindigkeitsrausch. Da ist es nur logisch, dass sich das automatisierte Fünfgang-Getriebe nun über Schaltwippen – Brabus lässt es sich nicht nehmen, dieses Feature mit dem Halbsatz „wie in der Formel 1“ anzupreisen – bedient werden kann. Wenn schon Sportwagen-Feeling, dann richtig.
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- Hinten helfen 8,5x18-Zöller mit 235/30er Reifen, die enorme Power des Brabus Ultimate Style auf den Boden zu bringen.
„An Agilität kaum zu übertreffen“
Deshalb schraubt Brabus auch einen Edelstahl-Sportauspuff unter das Smart fortwo Cabrio. Und ein höhenverstellbares Sportfahrwerk, mit dem das Handling des „ultimate style an Agilität kaum zu übertreffen“ ist. Ja nee, is´ klar, würde man in Brabus´ Heimat, dem Kohlenpott, sagen. Verwunderlich dagegen, dass sich der Ultimate Style angesichts der im Verhältnis zur Karosserie riesigen Monoblock VI-Räder überhaupt von der Stelle bewegt. Vorne rollt der offene Fürzwei auf 7x18 Zoll großen Felgen samt 205/35er – natürlich – „Hochleistungspneus“. Hinten helfen 8,5x18-Zöller mit 235/30er Reifen, die enorme Power auf den Boden zu bringen.
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- Sitze, Türinnenteile, Armaturenbrett, Kombiinstrument und zahlreiche weitere Details des Brabus Ultimate Style werden mit besonders weichem Mastik-Leder bezogen.
Der Smart wächst in die Breite
Damit diese Räder unter den Smart passen, zimmert Brabus ein Breitbau-Bodykit an das Smart fortwo Cabrio. Frontspoiler mit zusätzlichen Flaps, schwarze Hauptscheinwerfer und LED-Tagfahrlichter in der Frontschürze sollen helfen, den Brabus Ultimate Style so etwas wie Überholprestige zu verpassen. Unser Tipp: Wenn der Ultimate Style im Rückspiegel auftaucht, die Drehzahl wieder oberhalb des Leerlauf-Niveaus ansiedeln – dann überholt der ganz sicher nicht. Seitenschweller und eine Heckblende gehören ebenfalls zum Brabus-Tuning. Genau wie eine Innenraum-Aufwertung per Mastik-Leder: Sitze, Türinnenteile, Armaturenbrett, Kombiinstrument und zahlreiche weitere Details werden mit den besonders weichen Tierhäuten bezogen. Multifunktionslenkrad, beleuchtete Einstiegsleisten, eine Ambientebeleuchtung und schwarze Fußbodenschoner runden die Neudekoration ab.
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- Vom Brabus Ultimate Style wird es insgesamt nur 100 Exemplare geben. Eine Innenraum-Plakette gibt Zeugnis ab, um welchen es sich beim eigenen Exemplar handelt.
Die Sportwagen-Konkurrenz im Überblick
Um die Kosten-Nutzen-Bilanz des Brabus Ultimate Style nochmals zu verdeutlichen: Zu dessen Grundpreis von 42.900 Euro bekommt man unter anderem ein BMW 135i Coupé (306 PS, 40.350 Euro), einen Mitsubishi Lancer Evo X (295 PS, 41.990 Euro) oder einen Nissan 370Z (328 PS, 38.690 Euro). In diesem Preissegment gibt es also auch Autos, die von Sportwagenfans ein anerkennendes Kopfnicken, kein Kopfschütteln, ernten.

