Tippfehler? Nicht bei uns!
350 km/h Topspeed – na klar, das ist wieder einer dieser Extrem-Sportwagen. So eine 1.000 PS-Flunder aus den Staaten. Oder ein neuer Ferrari, der die Technik der Formel 1 auf die Straße bringt. Oder die neuen Topmodelle von Porsche oder Lamborghini. Nein, falsch geraten, an dieser Stelle soll es um eine S-Klasse gehen. Diesen Schwaben-Panzer aus Stuttgart-Untertürkheim, gebaut für Politiker, Manager, Rotlichtgrößen oder erfolgreiche Rapper – gern auch für eine Kombination aus mehreren der genannten Bevölkerungsgruppen. „350 km/h? Habt Ihr Euch vertippt? Die machen doch bei Zwofuffzich zu!“, hallt ein lauter Aufschrei durch die Republik. Nee, stimmt schon. Denn dieses Teufelswerk auf S-Klasse-Basis, das offiziell das Attribut „stärkste und schnellste Luxuslimousine der Welt“ trägt, stammt aus Bottrop und trägt nun den Namen Brabus SV12 R Biturbo 800.
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- Dieses Triebwerk beschleunigt den Brabus SV12 R Biturbo 800 in 3,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h, in 10,3 Sekunden von 0 auf 200 km/h und auf maximal 350 km/h.
Mehr Aufwand geht nicht
Bei ihrem neuen Flaggschiff machen die Ruhrpottler das, was sie am besten können: Den V12-Biturbo-Motor der 600er Modelle nochmals gehörig aufpumpen. Größere Zylinderbohrungen, ein längerer Hub und daran angepasste Pleuel, Kolben sowie eine neue Kurbelwelle heben den Hubraum von 5,5 auf 6,3 Liter an. Sportnockenwellen und strömungsoptimierte Zylinderköpfe runden die Maßnahmen im Innenleben des Triebwerks ab. Die Luftansaugung ist laut Brabus eine Neuentwicklung. Gleiches gilt für das Biturbo-System mit integrierten Turbinengehäusen, neuen Ladern sowie mal eben vier Ladeluftkühlern. Beim Ausatmen helfen neue Krümmer, Sportkatalysatoren und der neue Vierrohr-Edelstahlauspuff. Damit alle Teile anständig zusammenarbeiten können, stimmt Brabus natürlich die Motorelektronik neu ab.
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- Wer 800 PS und 1.100 Nm in einer Mercedes S-Klasse erleben will, muss mindestens 89.900 Euro nach Bottrop überweisen. So viel kostet allein das Motortuning.
Undankbarer Job für die Hinterreifen
Viel hilft viel, was in diesem Fall bedeutet: Viel Aufwand (in diesem Fall auch Geld, denn allein das Motortuning kostet 89.900 Euro)hilft dabei, viel Power bereitzustellen. Die Leistung steigt von 518 auf 800 PS, das maximale Drehmoment wächst von 830 auf unglaubliche 1.420 Nm. Damit die Zahnräder der Fünfgang-Automatik nicht schon nach ein paar Kilometern kapitulieren, ist das Drehmoment jedoch auf maximal 1.100 Nm begrenzt. Die armen Hinterreifen, die das auf die Straße bringen müssen… Wohl wissend, hier unbändige Urgewalten Richtung Hinterachse zu schicken, bietet Brabus ein Sportdifferenzial mit 40 Prozent Sperrwirkung an. Und steckt hinten 21-Zöller mit 295/30er Reifen drauf. Vorne kommen die Monoblock-Räder, bei denen aus vier verschiedenen Designs gewählt werden kann, im Format 265/30 ZR 21 zum Einsatz.
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- Zum Innenraum brauchen wir gar nicht viele Worte verlieren: Hier geht in Sachen Farben und Materialien so gut wie alles. Edleres Holz als hier kann man für eine Mittelkonsole kaum verwenden.
Ein Kraftprotz als Primaballerina
Gut, man kennt das aus der Muckibude: Kraft haben die Kollegen dort, sind aber so beweglich wie Opa nach einem Bandscheibenvorfall. Damit das Schwaben-Dickschiff einigermaßen leichtfüßig unterwegs ist, spendiert Brabus ein Elektronikmodul für das aktive Luftfahrwerk. Die Tieferlegung beträgt etwa 15 Millimeter. Keine halben Sachen bei den Bremsen: Vorne krallen sich Zwölf-Kolben-Alu-Sättel in 380-Millimeter-Scheiben, hinten sind es immerhin Sechs-Kolben-Zangen und 355er Scheiben. Gut so, schließlich ist das gut 2,2 Tonnen schwere Monstrum zu den bereits erwähnten 350 km/h Topspeed fähig. Von Null auf Hundert schießt es bei Bedarf in 3,9 Sekunden. Bleibt man am Gas, fällt bereits 6,4 Sekunden später die 200 km/h Marke. Beschleunigung statt Botox: Schon mal drüber nachgedacht, die Haut im Brabus SV12 R Biturbo 800 straffen zu lassen?
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- Die meisten Besitzer des Brabus SV12 R Biturbo 800 werden jedoch hier Platz nehmen. Brabus hat die Apple-Komponenten in die Bordelektronik eingebunden und nennt das Ganze "iBusiness".
Hautstraffung am angejahrten Blechkleid
Womit wir beim Thema sind: Natürlich wird das angejahrte S-Klasse-Design von Brabus gehörig renoviert. Das Gesicht liftet der Veredler mit einer Frontschürze samt obligatorischen LED-Lichterketten und Spoilerlippe. Brabus-typisch sind die Schwellerleisten mit integrierter Einstiegsbeleuchtung. Das Heck wird mit Spoilerlippe und Heckschürze verziert. Zum Innenraum brauchen wir gar nicht viele Worte verlieren: Hier geht in Sachen Farben und Materialien so gut wie alles. Zudem können verschiedene Apple-Komponenten in die Bordelektronik der S-Klasse eingebunden werden. Schließlich sollen die Politiker, Manager, Rotlicht-Barone oder Rapper auch dann im Fond arbeiten können, wenn der Chauffeur die Tachonadel erbarmungslos in Supersportwagenregionen jagt.

