Gerade im Ausland verkauft sich der schnittige Zweisitzer recht ordentlich. In den Foren wird schon gemeckert, nein, es wird geradezu nach einer starken RS-Version geschrien und gefordert. Warum verweigert sich Porsche, diesem Flitzer mal ordentlich Potenz einzuflößen? Aus Angst um den Ruf des 911ers? Sorry Jungs, ein Elfer wird immer ein Elfer bleiben. Den stößt so schnell keiner vom Thron.
Doch war es nicht der Boxster, der die Sportwagenschmiede rettete, als dieser sprichwörtlich der Arsch auf Grundeis lag? Außer dem limitierten, jüngst angekündigten Cayman S Sport und dem Boxster RS60 mit acht schlappen Pferdchen mehr am Start hieß es bis jetzt eher: Außer Spesen nichts gewesen. Kann man nichts machen. Doch Halt! Es gibt da noch das böse Wort „Tuner“! Und hier beginnt die Story vom TTP Cayman und Techart GTsport. Bitte anschnallen!
Kastration statt dicker Eier
Dem Porsche Cayman wurde gleich bei seiner Geburt ein bescheidenes Auftreten auferlegt. Dabei sah doch alles so gut aus. Eine Coupé-Variante des Boxsters, Boxer-Mittelmotor im Heck, ein gelungenes, frisches Neu-Design. Der perfekte Fänger, um die jüngere, gut betuchte Porsche-Kundschaft anzulocken. Zudem glänzt der Cayman mit extremer Alltagstauglichkeit, einem großen Kofferraumvolumen und - wie soll es anders sein - exzellentem Fahrwerk. Alles super, doch nun die Kehrseite der Medaille.Der Cayman S ist dermaßen gut gelungen, dass er den Basis-Elfer-Modellen auf kurvigen Rennstrecken das Hecheln beibringt. Ein so neutral ausgelegter Mittelmotorsportler hat auch keine Scheu, sich mit dem großen Bruder zu messen. Doch dieses rotzfreche Dasein vom „Schnappi“ bestrafte Porsche mit Kastrierung. Der 295 PS starke Boxer-Motor lässt sich zwar gut dreschen, ist aber durchaus zu mehr Potential fähig. Aber auch ein Rennsatz vom Cayman wird konsequent verweigert. Da bringt Porsche mal einen ordentlichen und bezahlbaren Mittelmotorsportler auf den Markt, lässt ihn aber leistungstechnisch bewusst unter dem 911. Das frustet!

