Die guten Chancen für eine bald käufliche LoRider sind aus einem Interview herauszuhören, das BMW Motorradchef Hendrik von Kuenheim jetzt der Süddeutschen Zeitung gegeben hat: „Aufgrund der positiven Resonanz werden wir prüfen, ob LoRider Realität werden kann“, so von Kuenheim wörtlich.
Positive Resonanz in Mailand
Von Kuenheim betonte dabei außerdem den Reiz dieses Konzepts, der sich dem Betrachter der möglichen LoRider-Varianten seit der Präsentation auf der Mailänder EICMA förmlich aufdrängt: „Das LoRider-Konzept zeigt, wie man auf einer hervorragenden Basis mit pfiffigen Ideen Impulse setzen kann.“ Die Idee, die dahinter steckt: Mit dem LoRider sollen sich BMW-Kunden ein Motorrad so individuell gestalten können, wie dies bisher ab Werk nicht möglich ist. Ergebnis: Ein Motorrad ganz nach dem individuellen Geschmack des Kunden - vom coolen Cruiser bis zum aggressiven Muscle-Bike.
-
- Individuell vom Kunden können Design-Elemente kombiniert werden. Hochgezogene oder tiefliegende Auspuffanlage, Einzel- oder Zweipersonen-Sitzbank
Mit 240 LoRider-Varianten geht’s los
So kann ein BMW-Motorrad von der in Großserie produzierten Massenware zum exklusiven Einzelstück werden, das es in dieser Kombination nur einmal gibt: Individuell vom Kunden ausgewählte und kombinierte Design-Elemente, hochgezogene oder tief liegende Auspuffanlage, Einzel- oder Zweipersonen-Sitzbank oder Aluminium-Höckersitz, Scheinwerfereinheit in klassischer Form oder im Streetfighter-Stil, Tank mit oder ohne Aluminium-Blende, vier Farbvarianten für den Tank, drei Farbvarianten für das Motorgehäuse, Vorder- und Hinterradkotflügel wahlweise schwarz lackiert oder verchromt. Alleine aus den zunächst wählbaren Komponenten ergeben sich 240 LoRider-Varianten. Und damit sind erst die grundlegenden Variationsmöglichkeiten ausgeschöpft, die zum Beispiel als Wunsch-Motorrad ergeben können: Streetfighter mit tief liegendem Auspuff, Einzelsitzbank, kleiner Doppelscheinwerfer-Kombi, Aluminium-Blende am roten Tank, dunklem Motorgehäuse und verchromten Kotflügeln.
-
- Sie ist zunächst der Entwurf eines Roadsters mit offenherzig zur Schau gestellter Technik für pure Emotion und maximalen Spaß am Motorrad
Höhere Marktanteile durch neue Nischen
BMW zielt offenbar auf neue Nischen, anstatt krampfhaft die Marktanteile mit den bisherigen Modellen ausbauen zu wollen. Dazu gehört der Einstieg in die Superbike-Klasse mit der S1000RR und die Übernahme von Husqvarna sowie die damit verbundenen Engagements in der Superbike- und der Enduro-WM.Im Zuge dieser Offensive könnten sogar Flops der letzten Jahre in neuer Form wieder auftauchen. 2005 hat sich BMW mit Einstellung der R 1200 C aus der Nische der Cruiser verabschiedet, jetzt könnte laut von Kuenheim auch in diese Richtung die LoRider mit entsprechenden Varianten vorstoßen.
-
- Ein Motorrad ganz nach dem individuellen Geschmack des Kunden - vom coolen Cruiser bis zum aggressiven Muscle-Bike
Großroller mit BMW-Emblem?
Selbst vom Thema Roller hat sich BMW trotz des Misserfolgs des überdachten Allwetter-Scooters C1 keineswegs verabschiedet. Derzeit deckt BMW mit seinen Modellen 38 Prozent des weltweiten Motorradmarktes ab. Mit der Sport-Enduro G 450 X und dem künftigen Supersportler werde sich dieser Anteil laut von Kuenheim auf rund 55 Prozent steigern. Und: „Mit einem Großroller könnten wir uns noch weiter ausdehnen.“

