Fahrer-Portrait Sauber-Ferrari

Pedro de la Rosa: Vom Renn- zum Testfahrer und zurück

Peter Sauber ist immer für eine Überraschung gut. Nicht der ehemalige Zögling Nick Heidfeld, sondern der ewige Testfahrer Pedro de la Rosa hat im Sauber-Team einen Stammplatz für die Saison 2010 ergattert. Doch bei genauer Betrachtung entpuppt sich die Überraschung als logische Lösung. ( , 06.05.2010)

Pedro de la Rosa: Der ewige Testpilot

Ohne Michael Schumachers Comeback wäre Pedro de la Rosa der Opa unter den aktuellen Formel 1-Piloten. Der Spanier wagt im zarten Alter von 39 Jahren den Sprung zum Rückkehrer Sauber-Ferrari. Seit 1999 ist de la Rosa in der Formel 1 und hat dabei 72 Rennen absolviert. Macht in elf Jahren einen Schnitt von 6,5 Rennen pro Saison. Da kann doch etwas nicht stimmen, oder?! Tatsächlich hat de la Rosa die meiste Zeit seiner Karriere als Testpilot verbracht und ist nur im Notfall eingesprungen. Doch der Reihe nach…

Pedro de la Rosa - Portrait
Nicht der ehemalige Sauber-Zögling Nick Heidfeld, sondern der ewige Testfahrer Pedro de la Rosa hat im Sauber-Team einen Stammplatz für die Saison 2010 ergattert.

Erste Erfolge in Europa und Japan

Erste Rennerfahrungen oberhalb des Kartsports sammelt Pedro de la Rosa in der spanischen Formel Fiat Uno, wo er auch zwei Meistertitel feiern kann. Nach einem Jahr in der spanischen Formel Renault geht es für den Katalanen de la Rosa in die britische Formel 3. Dem sechsten Gesamtrang in seiner Premierensaison lässt er ein Jahr später den Meistertitel folgen. De la Rosas Erfolgsstory setzt sich in Japan fort, wo er erst Formel 3-Champion (1995) und dann Meister in der Formel Nippon wird, dem Pendant zur Formel 3000-EM. Damit hat der inzwischen dreifache Familienvater bewiesen, dass er bereit für die Formel 1 ist. Mehr als ein Engagement als Testfahrer beim Jordan-Team (1998) springt für de la Rosa allerdings nicht heraus.

Wenig Erfolg als Formel 1-Stammfahrer

1999 kann Pedro de la Rosa ein Stammplatz beim Arrows-Team ergattern. Dort muss er sich allerdings zwei Jahre mit unterlegenem Material herumschlagen, holt insgesamt nur drei WM-Punkte. Vom Wechsel zum Jaguar-Team verspricht sich de la Rosa einen Karrieresprung. Die ersten Rennen verbringt er jedoch im Wartestand, steigt erst bei seinem Heim-Grand Prix in Barcelona zum Stammpiloten auf und kann wieder nur drei WM-Punkte einfahren. In der Saison 2002 bleibt de la Rosa sogar ohne jeden WM-Zähler, seine Zeit als Formel 1-Rennfahrer 1 scheint abgelaufen.

Pedro de la Rosa im Sauber-Ferrari C29
Peter Sauber wird von Pedro de la Rosas Erfahrung als Testfahrer profitieren, um sein Auto im Laufe der Saison zu verbessern.

Auf der Ersatzbank bei McLaren-Mercedes

Dann klopft McLaren-Mercedes bei Pedro de la Rosa an. Ein Vertrag bei einem Top-Team – was will man mehr?! Der Haken an der Sache: Bei den Silberpfeilen kommt der Spanier lediglich als Test- und Ersatzfahrer zum Einsatz. Doch er springt ein, falls einer der Stamm-Piloten verhindert ist. So zum Beispiel in Bahrain 2005, wo er als Ersatz für den verletzten Juan Pablo Montoya einen respektablen fünften Platz erreicht und sogar die schnellste Rennrunde fährt. 2006 darf er sogar für acht Rennen ans Steuer des McLaren-Mercedes: Teamchef Ron Dennis hat Montoya vorher gefeuert, de la Rosa fährt die Saison zu Ende. Mit Platz zwei bei seinem Saisondebüt in Frankreich erreicht der Spanier seine bisher beste Platzierung, holt mit insgesamt 19 Punkten fast doppelt so viele Zähler wie vorher in seiner Karriere. Trotzdem rückt de la Rosa 2007 wieder ins zweite Glied, Ron Dennis hat bereits das vermeintliche Traumpaar Fernando Alonso und Lewis Hamilton verpflichtet.

Unverhofft kommt oft: Stammplatz bei Sauber-Ferrari

So kam es durchaus überraschend, als Peter Sauber Pedro de la Rosa als Stammfahrer für die Saison 2010 präsentierte. Doch die Verpflichtung ergibt bei näherer Betrachtung Sinn: Auch de la Rosas Arbeit als Testpilot hat McLarens Status als langjähriges Topauto gesichert. Sauber wird von dieser Erfahrung profitieren, um sein Auto im Laufe der Saison zu verbessern. Zusätzlich kann de la Rosa seinem ungestümen Teamkollegen Kamui Kobayashi beratend zur Seite stehen und aus dem Japaner einen vollwertigen Formel 1-Fahrer machen. Pedro de la Rosa sollte seine Quote von gefahrenen Grand Prix pro Jahr in der Saison 2010 (und vielleicht auch in den nächsten Jahren) also erheblich steigern können.

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