Lotus rockt die Messe
Was ist das denn bitte? Schon am frühen Donnerstagmorgen, dem ersten von zwei Pressetagen hört man es durch die Gänge hallen: „Schon bei Lotus gewesen? Alter Schwede is das geil! Die reißen hier ja alles ein!“ Ja dann mal hin zu Lotus und schauen was da so geht. Rein in Halle 5.1 und das erste was die Augen sehen ist ein mit Journalisten völlig überfrachteter, für einen kleinen Sportwagenhersteller viel zu großer Stand. Dann erblickt man einen atemberaubenden Keil, noch einen… und noch einen… Insgesamt fünf brandneue und rattenscharfe Sportwagen haben die irren Briten mitgebracht. Jeder andere Hersteller wäre froh wenn er einen davon dabei hätte. Unglaublich aggressiv, kantig und klar gezeichnet, dabei elegant, nicht protzig. Eine völlig neue Ära für Lotus. Wir wissen nicht ob sich der gute Collin Chapman in seinem Grab umdrehen oder vor Freude darin umherspringen würde. Wir vermuten letzteres.
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- Einfach hardcore: Das Heck des Elan. Für circa 86.000 Euro will Lotus den 2+2-Sitzer ab Herbst 2013 anbieten.
Die Ikone kehrt zurück
Möglich machens der bisher eher zurückhaltende Besitzer Proton mit viel Geld und noch mehr Vertrauen und der visionäre Lotus-Chef Danny Bahar, der nach dem Motto vorgeht: So eine Chance kriegen wir nie wieder, also machen wir es radikal oder gar nicht. Der Lotus-Plan: Bis 2015 die Sportwagenwelt komplett auf den Kopf stellen. Logisch, oder? Den Anfang macht Ende 2012/ Anfang 2013 die völlige Neuinterpretation einer Ikone. In unschuldigem Weiß steht er da, der Esprit. Der neue Supersportler hat alles was es braucht. Zwei Sitze, Heckantrieb und einen aufgeladenen V8-Mittelmotor mit fünf Litern Hubraum und 620 PS. In 3,4 Sekunden geht’s von 0-100, Schluss ist erst bei 330. Und dann diese Optik, vor allem das Carbon-Heck…da wirst du schwach, in Sekundenbruchteilen, und willst die 110.000 Pfund (knapp 126.000 Euro) gleich freiwillig auf den Messe-Tresen legen. Aber keine Zeit zum Träumen, einmal um 180 Grad gedreht, schon steht man vor dem knallgelben 2+2-Sitzer Elan. Was für ein Hintern, könnte aus den Achtzigern kommen oder direkt aus der Zukunft. Ein 4-Liter-V6 pumpt 450 PS an die Hinterräder. Der 1.295 Kilo schwere Elfer-Konkurrent fliegt damit in 3,5 Sekunden auf 100 und rennt über 300 Sachen. Jetzt also schon mal jeden Monat ein bisschen was vom Gehalt zurücklegen: Im Herbst 2013 steht der Elan für 75.000 Pfund (86.000 Euro) beim Händler.
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- Hier sehen wir die neue Elise. Größer, schöner, wesentlich stärker. Mit 320 PS soll es gegen Audi TT RS und Porsche Boxster gehen.
Hoffentlich kein Kaiser
Plötzlich geht ein Blitzlichtgewitter von dannen und die Securities werden nervös. Eine scheinbar unfassbar wichtige japanische Persönlichkeit (hoffentlich war es nicht der Kaiser, wäre irgendwie peinlich eine derartige Wissenslücke) betritt den Lotus-Stand und lässt sich von Danny Bahar höchstpersönlich den neuen Elite erklären. Ganz egal wer es war, gefallen hat es ihm auf jeden Fall, zufriedenes Lächeln allenthalben. Kein Wunder, die graue Flunder hat ein Stahlklappdach, wie es selten eleganter in eine Linie integriert wurde. Lotus entschuldigt sich fast dafür, dass der GT mit 1.650 Kilo eigentlich aus dem Rahmen der Marke fällt. Dafür hat der Elite einen 5-Liter-V8 Front-Mittel-Motor mit 620 PS und 720 Nm. Reicht trotz Hüftgold dann auch für 3,7 Sekunden auf 100 und 315 km/h Spitze. Marktstart ist Anfang 2014. 115.000 Pfund (132.000 Euro) sind bereitzuhalten. Alles ein bisschen abgehoben, also preislich? Keine Sorge, es gibt ja noch die Elise. Die Neue (ab Frühjahr 2015) hat zwar designtechnisch mit der aktuellen Leichtbau-Ikone nicht mehr viel zu tun, macht aber nichts, sie sieht nämlich viel besser aus. Ein aufgeladener 2-Liter-Vierzylinder mit etwa 320 PS hebt die Elise in höhere Sphären. Da stört es auch nicht, dass das Gewicht auf 1.095 Kilo steigt. Mit fast dem doppelten der alten Leistung kräht spätestens nach der ersten Ausfahrt kein Hahn mehr nach den läppischen 200 Kilo. Gegen Audi TT RS und Porsche Boxster soll es künftig gehen. Für avisierte 35.000 Pfund (etwa 40.000 Euro) geht das sicher gut.
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- Ab Frühjahr 2015 soll er optional auch mit Allrad und wie alle seine scharfen Geschwister mit Hybrid-Antrieb verfügbar sein. Etwa 138.000 Euro wird der Große kosten.
Ein viertüriges Coupé! Von Lotus!
Der letzte der glorreichen Fünf hört auf den Namen Eterne. Jetzt drehen die bei Lotus völlig am Rad, präsentieren ein viertüriges Coupé... und was für eins! Neben dem grazilen Eterne erinnert der Porsche Panamera unweigerlich an Britney Spears, eigentlich recht scharf, aber ein bisschen aus dem Leim geraten. Angetrieben wird der auch mit Allradantrieb erhältliche Viersitzer ebenfalls von einem 5-Liter-V8 Front-Mittel-Motor mit 620 PS. In glatten vier Sekunden gelingt der Spurt auf 100 und weiter geht es bis 315 km/h. Wie alle seine gut gebauten Geschwister wird auch der Eterne optional mit einem Hybridantrieb erhältlich sein und das ab Anfang 2015 für circa 120.000 Pfund( 138.000 Euro).
Wow, das muss man alles erst einmal verdauen und während man so am Stand der britischen Pioniere steht, mag man gar nicht glauben, dass die das wirklich durchziehen werden. Wir freuen uns jedenfalls schon heute tierisch auf eine große Lotus-Zukunft und sagen: Respekt Guys, Paris 2010 offiziell gerockt!

