Renault DeZir: Begehrenswerte Begierde
Sinnlich und sauber – so stellt sich Renault die Zukunft sportlichen Autofahrens vor. Zumindest gibt die Studie DeZir, die sich auf dem Pariser Autosalon (2. bis 17. Oktober) erstmals dem Publikum präsentiert, einen Ausblick darauf, wie ein begehrenswertes Sportcoupé mit Elektroantrieb aussehen könnte. Begehrenswert ist die Konzeptstudie bereits dem Namen nach, denn DeZir, gesprochen wie das französische Désir, bedeutet Begierde. Und nach dem Blick auf die ersten Bilder steht fest: Sollten Elektrosportwagen irgendwann tatsächlich so aussehen, können selbst überzeugte Oktan-Nostalgiker auf einen Verbrennungsmotor verzichten.
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- Für eine Heckscheibe bleibt beim Renault DeZir kein Platz mehr, was dank zweier Kameras in Sachen Rundumsicht aber kein Problem darstellen soll.
Wie ein Ferrari des Jahres 2020
Geschwungene Linien, aggressiver Gesichtsausdruck, dazu eine klassische Mittelmotor-Silhouette mit knackigem Heck: Würden springende Pferde statt der Renault-Rhomben an der Karosserie kleben, könnte so auch ein Ferrari des Jahres 2020 aussehen. Und das, obwohl den DeZir nicht Pininfarina, sondern der ehemalige Mazda-Designer Laurens van den Acker gezeichnet hat.Die vier 21-Zoll-Räder sitzen in den Ecken der Karosserie, was den DeZir noch gedrungener wirken lässt. Die Fahrgastzelle soll an das Cockpit eines Kampfjets erinnern und fällt sanft Richtung Heck ab. Für eine Heckscheibe bleibt da kein Platz mehr, was dank zweier Kameras in Sachen Rundumsicht aber kein Problem darstellen soll.
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- Die vier 21-Zoll-Räder sitzen in den Ecken der Karosserie, was den Renault DeZir noch gedrungener wirken lässt.
Kontrast ist Trumpf im Innenraum
Ein Clou sind die gegenläufig öffnenden Flügeltüren, die den Weg in den Innenraum freigeben. Dort erwartet die beiden Insassen ein helles Ambiente. Sitze, Armaturentafel und Boden sind komplett in Weiß gehalten. Ansonsten präsentiert sich das DeZir-Cockpit kontrastreich. Das fängt bei roten Instrumenten und Zierelementen an, erstreckt sich über unterschiedliche Anmutungen bei Fahrer- und Beifahrersitzen sowie Armaturenbrett und hört bei unterschiedlichen Türinnenverkleidungen auf. Doch Renault hat bei der Cockpitgestaltung auch an praktische Aspekte gedacht: Das Zentraldisplay informiert nicht nur über die Restreichweite oder die nächste Stromtankstelle, sondern gleicht auch ständig die Position des Autos mit den Terminen des Fahrers ab.
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- Im Innenraum erwartet die beiden Insassen ein helles Ambiente. Sitze, Armaturentafel und Boden des Renault DeZir sind komplett in Weiß gehalten.
Es geht flott voran – aber nicht lange
Für den Elektroantrieb, der für eine ideale Gewichtsverteilung im Heck positioniert ist, gilt das nur bedingt, wenn auch die Performance-Daten durchaus überzeugen. Der Synchronmotor leistet 110 kW (umgerechnet 150 PS) und stellt sein Drehmoment-Maximum von 226 Nm wie bei Elektroantrieben üblich bereits ab null Umdrehungen bereit. Entsprechend flott spurtet der Renault DeZir los: Von Null auf 50 km/h geht es in zwei Sekunden, Landstraßentempo hat er nach fünf Sekunden erreicht. Die Höchstgeschwindigkeit gibt Renault mit 180 km/h an.Dagegen enttäuscht die Reichweite der direkt hinter den Sitzen untergebrachten Lithium-Ionen-Batterie. Ein vollgeladener Akku reicht für rund 160 Kilometer – ein Tesla Roadster kommt etwa doppelt so weit. Dafür soll sich die Batterie in nur drei Minuten vom Cockpit aus wechseln oder in acht Stunden an einer gewöhnlichen Haushalt-Steckdose vollständig aufladen lassen. Die Schnellladung an einer 400-Volt-Drei-Phasen-Kraftstromsteckdose erlaubt eine 80-prozentige Aufladung in nur rund 20 Minuten.
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- Die Formgebung des Renault DeZir gibt einen Ausblick auf das Aussehen zukünftiger Renault-Modelle. Dafür zeichnet Laurens van den Acker verantwortlich, der von Mazda zu Renault wechselt.
Leichtgewicht unter den Elektro-Rennern
Bemerkenswert ist das geringe Gewicht des Renault DeZir: Dank des üppigen Einsatzes von Motorsport-Technik bringt der Elektro-Sportler nur 830 Kilogramm auf die Waage. Die Kevlar-Karosserie sitzt auf dem Rohrrahmen-Chassis des Mégane Trophy, von dem der DeZir auch die Radaufhängung mit doppelten Dreieckslenkern übernimmt. Rennsportähnlich zeigt sich auch die Aerodynamik. Mit seiner windschlüpfrigen Karosserie und dem glattflächigen Fahrzeugboden, der in einen Diffusor mündet, erreicht der DeZir einen cW-Wert von nur 0,25.
Vage Serienchancen, konkreter Elektro-Ausblick
Bis auf die noch recht geringe Reichweite machen die Attribute des Renault DeZir durchaus Lust auf mehr. Fragt sich nur, wann eine Serienversion auf die Straßen rollen könnte. Oder besser: Ob es überhaupt je dazu kommen wird. Natürlich lässt sich Renault diesbezüglich zu keiner konkreten Aussage hinreißen. Offiziell heißt es nur, dass der DeZir „einen ersten Ausblick auf die zukünftige Designlinie der Marke“ erlaubt. In zwei Jahren soll Laurens van den Ackers Handschrift erstmals bei einem neuen Serienmodell zu sehen sein. Schon 2011 will Renault die ersten Elektroautos in Großserie bauen. Dabei wird es sich um die schnöde Stufenhecklimousine Fluence Z.E. handeln. Klingt ganz danach, als müssten wir noch einige Zeit auf ein aufregendes Elektro-Coupé von Renault warten.

