Paris: Die Neuheiten

Paris Teil 4: Die Briten und die Amis

Die Briten und die Amerikaner starten in Paris ebenfalls durch. Land Rover zeigt den soliden Evoque. Cadillac bringt Mega Power. Während Rolls Royce und Bentley sich in neuem Luxus sonnen, stellt Jaguar die verschärfteste Raubkatze seit Jahren aufs Podest. ( , 01.10.2010)

Range Rover Evoque
Der Range Rover Evoque konnte in Paris überzeugen.

Evoque auf dem Land Rover-Stand

Zum Land Rover Stand kommen die meisten Journalisten gern. Und das liegt nicht allein an den vorzüglichen Hors doeuvre oder den frischen Säften, die den ausgehungerten und plattfüßigen Schreiberlingen dort gereicht werden. Die Engländer präsentieren in Paris ihren lang angekündigten Range Rover Evoque. Die neue Designdirektorin Victoria Beckham stellte ihn bereits am 1. Juli dem englischen Publikum vor. Er soll die Programmpalette der luxuriösen Offroader nach unten abrunden. In der Tat macht der junge Brite einen guten Eindruck. Das Design wirkt in sich stimmig – er ist kompakt und bullig. Für ein SUV mutet er durchaus sportlich an. In der seitlichen Ansicht dominiert die gerade Flanke, die im Heck mündet. Mit dem für Land Rover völlig neuen Design soll der Evoque auch eine neue junge Käferschicht erobern. Die alten Range Rover-Werte zeigen sich dann wieder in der Qualität und Verarbeitung des Innenraums. Auch bei Land Rover kommt man am Umwelt-Thema nicht vorbei. Der Evoque ist der erste Range Rover, der optional auch nur von zwei Rädern angetrieben wird. In Verbindung mit den Vierzylinder-Turbo-Motoren mit 150 oder 190 PS sollen 4,9 Liter Verbrauch und 130 Gramm CO2-Ausstoß pro 100 Kilometer möglich sein. Topmotorisierung ist ein 240 PS zwei Liter-Si4-Benziner. Im Sommer 2011 beginnt der Verkauf.

Bentley Continental GT
Was kostet die Welt muss man sich hier wohl fragen. Anders als sonst bei rhetorischen Fragen, gibt die englische Edelmarke eine Antwort. 183.974 Euro sind für den überarbeiteten Bentley Continental GT anzusparen.

Dezentes Facelift bei Bentley

Edel geht’s bei Bentley weiter. Was kostet die Welt muss man sich hier wohl fragen. Anders als sonst bei rhetorischen Fragen, gibt die englische Edelmarke eine Antwort. 183.974 Euro sind für den überarbeiteten Bentley Continental GT anzusparen. In dieser Größenordnung bewegt sich die Preissteigerung um 4000 Euro ja schon fast im Trinkgeldbereich. Für diesen Aufpreis gibt es allerdings auch nicht wirklich viele Neuerungen. Der Continental bleibt seinem erhabenen Wesen mehr als treu und tut jetzt noch mehr dafür, dass sich seine Insassen ebenso erhaben fühlen. So bekommen die Fondpassagiere mehr Beinfreiheit, neue Ablagemöglichkeiten, ein kurzweiliges Infotainment-System mit 30 Gigabyte Festplatte und 15 PS mehr Leistung. Der bekannte W12-Motor leistet nun 575 PS und 700 Nm. Bentleys Umwelteinsatz heißt Gewicht sparen – absolut der richtige Ansatz wie wir finden. Gesparte 65 kg sind allerdings kaum mehr als ein Anfang. Gegen Ende 2011 soll zudem noch ein kleinerer VW-Motor dazukommen.

Jaguar C-X75 Heck
Jaguar C-X75 - Wie kann man sich nicht Hals über Kopf in diese ausladenden Hüften verlieben?

Dekadenz und Designkunst

Die Konkurrenz von Rolls Royce hat kein neues Modell in petto. Sie zeigen auf ihrem Stand wie sich ein Rolls noch exklusiver und noch edler ausstatten lässt. Neu sind dabei Zierkeder für die Ledersitze und Perlmutt hinterlegte Armaturen. Wem es zu gut geht, kann sich sicherlich auch für das neue Rolls Royce Picknick-Set zum Preis eines Kleinwagen begeistern. Die nicht ganz so exklusive Konkurrenz von Jaguar schickt einen Meilenstein nach Paris. Die Konzeptstudie C-X75 ist eine Augenweide aus jeder Perspektive. Wir konnten uns am Hochleistungscoupé kaum satt sehen. In Punkto Design ist er neben dem Renault Dezir und dem Lamborghini Sesto Elemento mit Sicherheit das wahre Highlight. Dem aktuellen Zeitgeist entsprechend verfügt er über einen reinen Elektroantrieb. Für Strom sorgen zwei Gasturbinen, die als Generatoren fungieren. Wir hoffen, dass dieses Design bei Jaguar nicht in der Versenkung verschwindet, sondern genau so eines Tages auf der Straße zu bewundern sein wird.

Chevrolet Camaro
Chevrolet Camaro - von seinen ungeliebten Stiefgeschwistern Aveo, Cruze, Captiva und Orlando haben wir gar keine Bilder gemacht.

Gute Zeiten, Schlechte Zeiten bei Chevrolet

Der Chevrolet-Stand bietet ein Bild für sich. An einem Ende stehen Chevrolet Corvette – als Rennwagen und ZR1 – unweit daneben der Camaro. Doch das Hauptaugenmerk liegt auf den neuen Modellen Aveo, Orlando, Cruze und dem Captiva-Facelift. Nach ausgiebigem Probesitzen und Bekundungen der Bewunderung für die ZR1 macht sich bei den Motorvisions-Redakteuren ein allgemeines Unverständnis breit, wie ein Hersteller, der eine Sportwagenlegende wie die Corvette baut, gleichzeitig auch den Orlando produzieren kann. Unverrichteter Dinge verließen wir den Chevrolet-Stand.

Cadillac CTS-V Coupé
Das Cadillac CTS-V Coupé kommt mit dem gewaltigen V8-Motor der Corvette ZR1 daher.

Freude am Cadillac-Stand

Mehr Freude macht da der Besuch des Cadillac-Standes. Denn die Amis strukturieren ihren Europavertrieb und ihr Händlernetz komplett neu und bringen das CTS-V Coupé nach Deutschland. Der kantig-markante Zweitürer wird vom dicken Corvette ZR1-V8 mit 564 PS befeuert. So loben wir uns die Amerikaner. Denn wen interessiert die Anmutung der Plastikverkleidung im Innenraum wenn man dicke V8-Power zum Sparpreis bekommt? Für rasante Familien hält Cadillac die CTS- V Limo mit exakt derselben Motorisierung bereit. Etwas dünner kommen dagegen der Kombi, CTS Sportwagon, und der Crossover SRX mit drei-Liter-Sechszylinder daher. Zum Spritsparen hat sich Cadillac ausgerechnet den Escalade mit sechs Liter V8 herausgesucht. Mit Hybrid lässt sich der Durst des Schluckspechts bestenfalls von gigantisch auf riesig reduzieren.

Ford Focus ST
Die eigentliche Spaßversion des Focus musste ihren Fünfzylinder aufgeben und wird nun von einem mageren zwei Liter-Vierzylinder angetrieben.

Focus ST – knallig aber mager

Ford präsentiert in Paris seinen neuen Focus ST. Die eigentliche Spaßversion des Focus musste ihren Fünfzylinder aufgeben und wird nun von einem mageren zwei Liter-Vierzylinder angetrieben. Äußerlich gibt’s auch eher Rückschritte. Knallige Metallic-Lackierungen täuschen über beliebiges Design nicht hinweg.

Jeep Grand Cherokee
Der Jeep Grand Cherokee feiert sein Europadebut in Paris.

Jeep Grand Cherokee

Der Jeep Grand Cherokee feiert sein Europadebut in Paris. Ein 3,6 Liter Flexifuel-Triebwerk sorgt für den Vortrieb. Es leistet 290 PS und 353 Nm. Ebenso neu sind die Luftfederung und die Selec-Terrain-Traktionskontrolle für unterschiedliche Bodenbeschaffenheiten. Der Wrangler und der Wrangler Unlimited bekommen indes sparsamere Dieselmotoren.

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