Messlatten-Upgrade
Es ist schon nicht so einfach mit dieser Messlatte. Also für die Konkurrenz, nicht für den, der sie legt. Beispiel Porsche 911 und diejenigen, die gegen die Schwaben im Segment der alltagstauglichen Sportwagen antreten. Kommt ein neuer Elfer, liegt die Messlatte auf einmal ein ganzes Stück weiter oben. Glaubt die Gegnerschaft, das hohe Niveau erreicht zu haben, kommt die nächste 911-Generation und alles geht von vorne los. So geschehen kürzlich bei der Einführung der 991-Baureihe, die schon jetzt um das liebgewonnene Cabrio ergänzt wird. Und genau dieses hat Motorvision.de - natürlich in der heißen Carrera S-Version - schon knapp einen Monat nach seiner Publikumspremiere auf der Detroit Motor Show auf der Rennstrecke und kurvenreichen Landstraßen testen können.
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- Dies wird die gewohnte Ansicht für all jene sein, die keinen Sportwagen auf 911-Niveau fahren. Die Fahrleistungen des Carrera S Cabrios mit 7-Gang-PDK-Getriebe (0 – 100 km/h in 4,3 s, 299 km/h Topspeed) im Sport Plus-Modus sprechen für sich.
Fahrer-Konditionierung à la Porsche 911
Gleich nach der Landung in Las Palmas, Gran Canaria, geht es auf einem verwinkelten Test Track direkt an der Küste in die Vollen. Geübte Elfer-Fahrer wissen auch im Neuen, was sie in diesem Moment zu tun haben. Schlüssel links neben dem Lenkrad ganz nach rechts drehen, ein paar Sekunden röchelnden Boxer-Sound genießen, dann die „Sport Plus“-Taste drücken und das Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe in den manuellen Modus schalten. Natürlich ist es verlockend, auch noch das rote Lämpchen auf der PSM-Taste anzuknipsen, aber wir wollen ja nicht gleich unangenehm auffallen. Nicht die Drift-Qualitäten, sondern die fahrdynamischen Vorzüge des neuen offenen Elfers stehen auf dem Prüfstand.
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- Gleich nach der Landung in Las Palmas, Gran Canaria, geht es auf einem verwinkelten Test Track direkt an der Küste sowohl für das neue Porsche 911 Cabrio als auch für seinen Fahrer in die Vollen.
Checklisten-Perfektionist
Schon auf der ersten Runde wird klar: Hier ist eine vielzitierte Fahrmaschine unterwegs, die die altbekannten 911-Qualitäten perfektioniert. Spontane Gasannahme? Check! Bissige Bremse? Check! Zackiges Einlenkverhalten? Check! Zuverlässige Spurtreue? Check! Traktionsstarkes Herausbeschleunigen? Check! Heiserer, stimmgewaltiger Boxersound? Check! Wow, nicht schlecht für eine Jungfernfahrt! In der nächsten Runde geht es näher ran ans Limit. Limit? Ach was, brüllt der Carrera S und legt einfach noch eine Schippe drauf. Und noch eine. Und die nächste Runde geht nochmal flotter. Wie war das noch gleich mit der Messlatte?
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- Die heimliche Kommandozentrale des neuen Porsche 911 Cabrios: Hier wird festgelegt, wie hart der Carrera S mit Sport Chrono-Paket rangeht – und ob das Dach offen oder geschlossen sein soll.
Hightech-Highlights
Um einmal mehr der beste offene Alltags-Sportwagen weit und breit zu sein, hat das neue 911er Cabrio die Technik-Schmankerl des 991 Coupés übernommen und einfach noch ein paar neue dazu gepackt. Der längere Radstand und die um 52 Millimeter verbreiterte Spurweite an der Vorderachse sorgen schon beim zugeknöpften Bruder für fahrdynamische Aha-Erlebnisse. Hinzu kommt das „Torque Vectoring“ PTV Plus, welches das Drehmoment perfekt zwischen den Rädern verteilt. Auch der Wankdynamikausgleich PDCC leistet beim offenen Elfer ganze Arbeit. Hinzu kommen einige Cabrio-spezifische Verbesserungen, die vor allem helfen, das Gewicht im Rahmen zu halten. So bestehen die Verdeck-Spriegel aus besonders leichtem Magnesium, das Überrollbügelsystem ist 25 Prozent leichter als beim offenen 997er. Zudem konnten die Ingenieure die Torsionssteifigkeit der Karosserie um 18 Prozent erhöhen.
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- Ist das Dach geschlossen, soll das neue Porsche 911 Cabrio exakt die Silhouette des Coupés kopieren. Für uns wichtiger: Die Verdeckkonstruktion ist im Vergleich zum 997 Cabrio deutlich leichter geworden.
Ein Auto, drei Charaktere
Und das merkt man schon auf den ersten Kilometern, die durch das Hinterland Gran Canarias führen. Die Straßen sind hier selten in gutem Zustand, trotzdem lautet das Urteil frei nach VW-Konzernchef Dr. Winterkorn: „Da scheppert nix!“ Hier kann zudem die komfortable Fahrwerkseinstellung zeigen, dass der neue Elfer auch bequemes Cruisen beherrscht. Gleichzeitig nimmt der Auspuff ein paar Dezibel raus, entscheidet sich das PDK im Automatikmodus lieber für den höheren Gang. Wer als Pilot allzeit bereit sein möchte, wählt die „Sport“-Konfiguration.Zeitenjäger sind eh immer in der knallharten „Sport Plus“-Einstellung unterwegs. Dann gibt’s Rennsport pur. Für die Abgase herrscht Tag der offenen Tür, das Gaspedal zeigt gefühlt schon Millisekunden vor dem Tritt die gewünschte Reaktion und das Fahrwerk gibt sich nochmals ein Stück kurvengieriger. Da die Kurbelwelle stets nah an der 8.000er Marke rotiert, ist der offiziell angegebene Durchschnittsverbrauch von 8,9 Litern dann jedoch reine Utopie. Um ehrlich zu sein ist der Wert eigentlich nur im Cruising-Modus zu erreichen.
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- Das 7-Gang-PDK-Doppelkupplungsgetriebe des neuen Porsche 911 Cabrios schaltet stets sanft, aber entweder schnell oder sauschnell. Es verfügt zudem über die „Segel“-Funktion, bei der auf der Autobahn bei Gaswegnahme fast unmerklich in den Leerlauf geschalten und flott dahingerollt wird. Das spart Sprit.
Kreuzweise in den Sportwagen-Himmel
Aber das ist letztlich nicht mehr als ein Randaspekt. Denn wer den Super Plus-Zapfhahn ins dafür vorgesehene Reservoir hinter dem rechten vorderen Kotflügel ein-, hat vorher bereits mindestens 114.931 Euro an Porsche abgeführt. Wahrscheinlich noch deutlich mehr, denn wer einmal das Sport Chrono-Paket, das aktive Fahrwerk PASM, der Wankausgleich PDCC oder das Porsche Torque Vectoring Plus ausprobiert hat, will nie wieder etwas anderes und macht die unvermeidlichen Kreuze auf der Aufpreisliste. 130 Riesen gehen also locker, womit auch in dieser Hinsicht die Messlatte sehr weit oben liegt. Aber dann ist das neue Porsche 911 Carrera S Cabrio endgültig offen für alles.

