Seit wenigen Tagen steht der neue Impreza bei den Subaru-Händlern. Doch es könnte sein, dass dies bisher noch kaum jemanden aufgefallen ist. (mid/ec , 01.01.2009)
Hauptgrund dafür: Die mittlerweile dritte Generation des Kompaktwagens wurde vom japanischen Allrad-Spezialisten eher zurückhaltend gestaltet. Wer diese Art von Understatement mag, findet mit dem neuen Impreza eine gut ausgestattete Schräghecklimousine, immer mit fünf Türen und natürlich immer auch mit Allradantrieb. Beides treibt allerdings den Einstiegspreis in die Höhe, der bei 18.290 Euro für die Variante mit 1,5-Liter-Boxermotor und 79 kW/107 PS liegt. Mit dem 110 kW/150 PS starken 2,0-Liter-Boxer unter der Motorhaube sind mindestens 21.990 Euro fällig. Ein Diesel, ebenfalls in Boxer-Bauweise, folgt im nächsten Jahr.
Angepasst statt eigenständig
Wer sich den neuen Impreza ohne Markenlogo vorstellt, könnte Probleme mit der Identifizierung bekommen: ein Hyundai i30, ein Mazda, Nissan oder Toyota? Nachdem die ersten beiden Generationen des Kompaktwagens für ihr exaltiertes Design häufig kritisiert wurden, ging Subaru jetzt den genau umkehrten Weg. Der Impreza zeigt so gut wie keine Ähnlichkeit mit seinen Vorgängern oder mit anderen aktuellen Modellen des Konzerns. Für eine Marke, die in Deutschland fast nur bekennenden Allrad-Fans ein Begriff ist, erscheint dieser Weg ungewöhnlich. Aber vielleicht profitiert das Fahrzeug ja ähnlich wie ein VW Golf langfristig von dieser Zurückhaltung. Zumindest dürfen sich seine Formen nicht sehr schnell abnutzen.Innen ist wie immer bei Subaru alles sehr gut verarbeitet, hier macht den Japanern tatsächlich so schnell keiner was vor. Leider wirken die Materialien teilweise billiger als beim Vorgänger. Wo dort noch weicher Kunststoff zu finden war, dominiert beim neuen Impreza hartes Plastik. Versöhnt wird der Fahrer durch die komplette Ausstattung. Schon die Basisversion "Active" glänzt mit einer Klimaautomatik, elektrischen Fensterhebern auf allen Plätzen, elektrisch einstellbaren Außenspiegeln, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung und noch einigem mehr. Die Versionen "Comfort" und "Sport" haben neben größeren Rädern und Xenonlicht eigentlich nur Dinge zu bieten, die man nicht wirklich benötigt. Auf der Aufpreisliste findet sich nur die 350 Euro teure Metallic-Lackierung und ein mit knapp 3.400 Euro recht kostspieliges Navigations-System.
Müde Motoren
Wenig erbaulich entwickelt sich die Ausfahrt mit dem neuen Impreza. Der kleine 1,5-Liter-Motor ist schlichtweg nicht up-to-date. Mit hoher Lautstärke, schlappem Drehmoment und der daraus resultierenden Gier nach Drehzahl wirkt er stets angestrengt und wie eingeschnürt. Der 2,0-Liter-Motor erledigt seine Aufgaben dagegen auch dank seiner zusätzlichen 43 Pferdestärken natürlich besser, aber auch hier hat man nie das Gefühl, mit temperamentvollen 150 PS unterwegs zu sein. Schade eigentlich, denn das sehr gute und dank Allradantrieb in jeder Situation souveräne Fahrwerk hätte mit mehr Leistung wohl keinerlei Probleme. Immerhin soll im nächsten Jahr noch eine STI-Version des Impreza kommen, der dürfte mit rund 300 PS Leistung dann die Grenzen des Fahrzeugs eher austesten.Auch in der dritten Generation wird der Impreza auf unseren Straßen ein seltener Gast bleiben. Sein mutloses Design und die Schwächen beim Antrieb dürften für viele potenzielle Käufer schwerer wiegen als die Aktivposten Fahrwerk, Qualität und Ausstattung.
Subaru Impreza - Technische Daten:
Viertürige, fünfsitzige Schräghecklimousine der Kompaktklasse