Nummer 5 schwebt!

Zuwachs in unserer Dauertester-Riege: Seit Anfang März ist der Mazda5 mittendrin statt nur dabei im Redaktionsalltag von Motorvision. Die ersten ausgiebigen Probefahrten hat er bereits hinter sich. ( , 01.01.2009)

Motorvision hat einen neuen Mitarbeiter – diesmal einen auf vier Rädern: Mit jungfräulichen 3.074 Kilometern auf der Uhr stellt sich der Mazda5, ausgerüstet mit einem 143 PS starken Common Rail-Dieselmotor und serienmäßigem Partikelfilter, Anfang März dem harten Redaktionsalltag. Und macht von Anfang an eine gute Figur: Mit seiner zwischen Kombi und Van angesiedelten Statur, den großen Leuchten und der gestreckten Silhouetten macht der Japaner einen sympathischen Eindruck. Bemerkenswert: Den Mazda-Designern ist es gelungen, die Schiebetüren harmonisch ins Blechkleid zu integrieren. An stressigen Drehtagen mit obligatorischen Umlade-Orgien lernt man die weit öffnenden Pforten schnell zu schätzen.

Auch Platzangebot und Variabilität tragen zum jetzt schon hohen Beliebtheitsgrad in der Redaktion bei. Reist das Team nur zu viert, können sich alle Passagiere über luftige Raumverhältnisse freuen. Der Clou: Den fünften Sitzplatz, der in punkto Sitzposition allerdings an einen Barhocker erinnert, klappt man nur bei Bedarf aus dem linken hinteren Sitz heraus. Ansonsten bleibt der mittlere Platz frei oder wird von einem kleinen Tisch eingenommen. Überhaupt gehen die Umbauarbeiten im Innenraum leicht von der Hand: Hier an einer Schlaufe gezogen, dort etwas umgeklappt, wird aus dem Familientaxi im Handumdrehen ein Kleintransporter. Mit Fünfer-Bestuhlung bietet der Japaner einen 426 Liter großen Kofferraum. Wenn einmal mehr Equipment mit auf Dreh muss, stehen bei umgeklappter zweiter Sitzreihe und fensterhoher Beladung 857 Liter Stauraum zur Verfügung.

Mazda5 - 2
Mazda5 - 2

Der „4 Erwachsene + 3 Knirpse-Sitzer“

Für die Rolle als Packesel ist der Mazda5 also gut gerüstet. Ein vollwertiger Siebensitzer ist er aber nicht. Typisch Kompaktvan, fühlen sich Erwachsene auf den Plätzen sechs und sieben nur auf kurzen Strecken einigermaßen wohl. Der Japaner ist also eher ein „4 Erwachsene + 3 Knirpse-Sitzer“. In einem Punkt übertrifft der Mazda5 die meisten Konkurrenten jedoch deutlich: Zehn Getränkehalter klingen rekordverdächtig. Die vielen weiteren Ablagefächer erhöhen den Wohlfühlfaktor ebenso wie die bequemen Sitze, die einen guten Seitenhalt bieten und auch auf langen Strecken ihre Qualitäten beweisen. Wenig zu meckern auch in punkto Verarbeitung und Bedienung. Bis auf das Bedienfeld des Navigationssystems, das sich für den Beifahrer fast unerreichbar links neben dem erhöht platzierten Schalthebel befindet, liegen alle Knöpfchen und Schalter dort, wo man sie vermutet.Unter der kurzen Haube nagelt ein Zweiliter-Common Rail-Diesel dezent vor sich hin. Das Datenblatt verspricht 143 PS, laut Leistungsmessung auf dem ADAC-Prüfstand stehen sogar 150 Pferde im Stall. Das maximale Drehmoment von 360 Newtonmetern steht bei 2.000 Touren an. Darunter muss der Motor erst aus dem Turboloch krabbeln. Zudem gehört der Selbstzünder nicht zu den konditionsstärksten: Oberhalb von 4.000 Umdrehungen geht dem Triebwerk deutlich spürbar die Puste aus. Doch hält man die Drehzahlmessernadel im grünen Bereich, geht es gut voran - bei Bedarf bis knapp 200 km/h. Das Getriebe überzeugt mit kurzen Wegen und einer exakten Führung. Der sechste Gang dürfte nach dem Geschmack schaltfauler Zeitgenossenen aber ein wenig kürzer übersetzt sein. Der „lange Sechste“ hilft zwar beim Spritsparen (angesichts ausgedehnter Autobahn-Vollgas-Etappen gehen sieben Liter im Schnitt in Ordnung), fordert bei Zwischenspurts aber grundsätzlich zum Zurückschalten auf.

Mazda5 - 3
Mazda5 - 3

Komfortabler Reisebegleiter

Auf den ersten Probefahrten hat sich unser neues Redaktionsmitglied als komfortabler Reisebegleiter präsentiert. Einmal warmgelaufen, zeigt sich der Dieselmotor von seiner leisen Seite. Anders als bei vielen anderen Vans halten sich Windgeräusche selbst bei hohen Geschwindigkeiten in Grenzen. Auch das Fahrwerk passt zum komfortablen Charakter: Die Federung schluckt so gut wie alles, getreu dem Motto: „Nummer 5 schwebt!“ Allerdings schwingt die Karosserie bei langen Bodenwellen nach. Wenig Seitenneigung in schnell gefahrenen Kurven und ein dezentes Untersteuern, bevor das serienmäßige ESP die Zügel strafft, sorgen für ein narrensicheres Fahrverhalten. Die Lenkung erfreut im Stadtverkehr und beim Rangieren durch ihre Leichtgängigkeit, dürfte aber etwas direkter ausgelegt sein und mehr Rückschlüsse auf die Fahrbahnbeschaffenheit zulassen.In der bereits üppig bestückten Exclusive-Ausstattung kostet der Mazda5 gut 25.000 Euro. Wir haben uns die bessere Ausstattungslinie „Top“ gegönnt, die für 27.185 Euro zusätzlich eine Klimaautomatik, zwei weitere Lautsprecher, 16-Zoll-Alus samt 205/55er Bereifung sowie Xenonlicht bietet. Außerdem hat Mazda den Metallic-Lack „Haitiblau“, ein Navi samt Rückfahrkamera (mit ausgezeichneter Bildschirm- ausgabe), ein „Keyless Go“-System und das Entertainment-Paket inklusive 7-Zoll-Bildschirm und 20 Gigabyte-Musik-Festplattenspeicher spendiert. So ausgestattet, kostet unser Dauertester gut 30.000 Euro. Der Japaner wird in den nächsten zwölf Monaten genug Gelegenheit haben, zu beweisen, dass er sein Geld wert ist.

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