Noch nie waren Alfas in Weiß so rot – Modelljahrgang 2008

Alfa gibt Gas: Neue Motoren, bessere Ergonomie, längere Garantiezeiten und Wartungsintervalle, klarere Modellpolitik. Dazu die Sondermodelle „Edizione“ von Spider und Brera: Im Farbton blütenweiß, im Charakter feuerrot. Der Modelljahrgang 2008 soll die zuletzt nachlassenden Verkaufszahlen wieder ankurbeln. (Ralf Schütze , 01.01.2009)

Klasse statt Masse

Alfa Romeo besinnt sich auf seine italienische Herkunft. „Distinctive“ hätte auch der neue Duft von Dunhill oder Davidoff heißen können, jetzt ist die gehobene Modellvariante des Alfa 159 in „Elegante“ umbenannt. Unter dem Motto „Klasse statt Masse“ entfallen weitere anglophile Varianten wie „Progression“ und „Impression“, geblieben ist die Topversion „ti“ (steht italophil für „Turismo Internazionale“). Damit haben die Italiener ihre Modellpalette von 74 auf 44 Versionen gestrafft. All dies soll dazu beitragen, die zuletzt sinkenden Verkaufszahlen (unter anderem wegen zweimonatiger Werksschließung 2007) wieder zu erhöhen.

In der Top-Ausstattung „ti“ wird derzeit jeder zweite 159 ausgeliefert. Merkmale: Die von Giugiaro und Centro Stile Alfa gezeichnete Karosserie ist dem Asphalt 20 mm näher als beim Standard-159er. Neben der Tieferlegung samt Sportfahrwerk erkennt man den ti an 19-Zoll-Alus, rot lackierten Vier-Kolben-Bremssätteln von Brembo vorne, Außenspiegeln in Alu-Optik und verchromten Auspuffendrohren.

Alfa Romeo 2008 - Spider Innenraum
Dank Gewichtseinsparung sind beim Spider jetzt 275 kg Zuladung möglich – 50 mehr als bisher

Alfa-Sitz passt wie Armani-Anzug

Komplett neu konturierte Sportsitze gibt es im Alfa 159 (Limousine wie auch Sportwagon), im Coupé Brera und im Roadster Spider. Sie verwöhnen das Popometer und andere Körperpartien mit einer Passform, als hätte ein Turiner Maßschneider Hand angelegt. Und es ist keine Marketing-Floskel, wenn Alfa behauptet, die Passform der Sitze „entspricht den Anforderungen nahezu aller denkbaren Fahrer-Staturen.“ Jedenfalls am oberen Ende der Skala konnten wir feststellen: Zwei-Meter-Männer genießen mit den neuen Sitzen im 159er ausreichend Kopf- und Beinfreiheit und gleichzeitig mehr Seitenhalt.Neben optischen und ergonomischen Vorteilen bietet die Modelloffensive auch was für die Vernunft: Für alle Modelle hat Alfa Romeo die Wartungsintervalle von 30.000 auf 35.000 km erhöht. Neu ist auch eine Garantie von vier Jahren. Die Zuladung konnte beim 159 um 30 auf jetzt 475 kg erhöht werden, weil das Fahrzeug leichter geworden ist. Beim Brera gibt es ein Plus von 40, beim Spider von 50 kg Zuladung. Die beträgt jetzt 275 kg – ein guter Wert in der gepäckfeindlichen Nische der offenen Zweisitzer.

Alfa Romeo 2008 - 159 total
Jeder zweite Alfa Romeo 159 verkauft sich in der tiefergelegten Topversion „ti“ mit Sportfahrwerk

Stärkster Diesel-Roadster

Der aktuelle Spider von Alfa Romeo war der erste Roadster mit Dieselantrieb. Damit er auch der stärkste ist, hat ihm Alfa zusätzliche zehn Pferdchen verpasst: 210 PS (154 kW) leistet der 2.4 JTDM 20V nun. Wichtiger jedoch als die gestiegene PS-Zahl dürfte für die meisten Roadster-Fans das enorme Drehmoment von 400 Nm sein, das schaltfaules Cruisen oder kräftigen Antritt aus Bergaufkehren heraus ermöglicht.Wer trotzdem großen Wert auf Gangwechsel legt, kann künftig neben dem 6-Gang-Schaltgetriebe Diesel-Spider auch die Sechsstufen-Automatik „Q-Tronic“ ordern. Der Fahrer hat hier die Wahl zwischen Automatik, die sich seiner Fahrweise anpasst, oder manuellem Gangstufenwechsel über Paddel am Lenkrad. Der Alfa Spider leistet in zwei Benziner-Versionen 185 oder 260 PS. Für alle Varianten ist ab sofort serienmäßig das elektronische Sperrdifferential „Q2“ an Bord. Der Spider kostet im Modelljahrgang 2008 ab 33.750 Euro, als 2.4 JTDM 20V Q-Tronic 39.550 Euro.Die Preisspanne beim Brera reicht von 31.950 Euro (2.2 JTS 16V mit 185 PS) bis 37.950 Euro (2.4 JTDM 20V Q-Tronic mit 200 PS). Der Alfa 159 kostet als 1.8 MPI 16V mit 140 PS 24.550 Euro, das Spitzenmodell 3.2 JTS V6 24V mit 260 PS kostet 38.300 Euro. Der Sportwagon kostet in den jeweiligen Varianten 1.300 Euro mehr.

Alfa Romeo 2008 - 159 Lenkrad
Lenkrad und weitere Bedienelement wurden für die 2008er Modelle ergonomisch weiterentwickelt

Edizione - „Noch nie war Weiß so rot“

Ein Alfa sollte eigentlich rot sein. Dem Zeitgeist entspricht Alfa mit dem Slogan „Noch nie war Weiß so rot“ und bietet Spider und Brera in den Sondermodellen „Edizione“ in modernem Weiß („Bianco Ghiaccio“) an. Im Charakter „rot“ sind die beiden Alfas dank der Ausstattung des Exklusiv-Pakets: Besonders hochwertiges „FRAU Foligno“-Leder in schwarz und braun („Poltrona Frau“ heißt der italienische Nobelleder-Lieferant nicht nur für Möbelhersteller, sondern auch für Alfa Romeo, Lancia und Ferrari), Brembo-Bremsanlage vorn und rote Bremssättel rundum, Bose-Soundsystem, Navigationssystem „Blue&Me NAV“ inklusive Bluetooth-Freisprechanlage und dunkles Aluminium im Innenraum. Dunkles Alu sticht bei den Edizione-Modellen auch außen dank der speziellen Felgen ins Auge, deren Design am Supersportwagen 8C Competizione angelegt ist. Brera und Spider kosten je nach Motorisierung in der Edizione-Version von knapp 40.000 Euro aufwärts.

Alfa Romeo 2008 - Sportsitze
Die neu konturierten Sportsitze bieten hervorragenden Seitenhalt und passen wie angegossen

100 Jahre Alfa 2010

Wie beim künftigen Kleinwagen „Mi.To“ wird auch bei den Neuerungen der Alfa-Modelle 159, Brera und Spider deutlich: Alfa legt sich mächtig ins Zeug und möchte in allen Marktnischen zulegen – unter anderem im Sog des schnellsten Alfas aller Zeiten. Der limitierte 8C Competizione zeigt, wo die Reise hingeht. Alfa Romeo steuert seinem 100-jährigen Jubiläum im Juni 2010 entgegen. Die Chancen für steigende Verkaufszahlen bis dahin sind seit dem Modelljahrgang 2008 deutlich erhöht.

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