Nissan geht in Elektroauto-Offensive

Nissan hält sich gar nicht lange mit irgendwelchen Pseudo-Hybrid-Autos wie so mancher deutsche Premiumhersteller auf und macht gleich Nägel mit Köpfen: Mit dem Leaf soll Ende 2010 ein rein elektrisch betriebener Kompaktwagen in Serie gehen. (powered by Speed Heads , 01.01.2009)

Während andere Autohersteller ihre Elektroautos noch ankündigen oder erst einmal Konzepte zeigen, präsentiert Nissan mit dem Leaf bereits die Serienversion seines reinen Elektroautos im modernen Outfit. Das zur Kompaktklasse zählende Schrägheckauto mit Platz für fünf Erwachsene benötigt keinen zusätzlichen Verbrennungsmotor, meistert Reichweiten von über 160 Kilometern und ermöglicht Schnellladungen innerhalb von 30 Minuten. Der Nissan Leaf soll Ende 2010 in Europa, Japan und den USA zu erschwinglichen Preisen auf den Markt kommen.

Der Nissan Leaf ist kein von einer schon bestehenden Modellreihe abgeleitetes Fahrzeug, sondern wurde völlig neu konstruiert. Der Vorteil: Die Ingenieure konnten sich dabei speziell an den Anforderungen an ein batteriebetriebenes Automobil orientieren. Bereits der Name „Leaf“ (dt. „Blatt“) ist für sich genommen eine Aussage. So wie Blätter in der Natur die Luft reinigen, soll der Nissan Leaf die Mobilität von Emissionen freihalten.

Nissan Leaf - Seite
Schon die Abmessungen verdeutlichen, dass es sich beim Nissan Leaf nicht um ein karges Automobil handeln wird, dessen Insassen vor allem Verzicht üben müssen

Charakteristisches Exterieur-Design

Schon die Abmessungen (4,45 Meter Länge, 2,77 Meter Breite, 1,55 Meter Höge und 2,70 Meter Radstand) verdeutlichen, dass es sich beim Nissan Leaf nicht um ein karges Automobil handeln wird, dessen Insassen vor allem Verzicht üben müssen. Das Frontstyling charakterisiert ein aufrechtes, V-förmiges Design und große LED-Scheinwerfer, die ein bläuliches Licht abgeben. Ein weiteres Designmerkmal ist das schlanke Heck mit langen, vertikalen Rückleuchten.Die Scheinwerfer erweisen sich nicht nur als optisches Statement, sie erfüllen auch zusätzliche funktionale Aufgaben. Durch die ausgefeilte Konstruktion halten die Scheinwerfer den Fahrtwind von den Außenspiegeln fern und reduzieren die Windgeräusche. Darüber hinaus benötigen die LED-Scheinwerfer selbst nur zehn Prozent der Energie konventioneller Scheinwerfer.

Nissan Leaf - Armaturen
Angesichts der modernen Antriebstechnik gibt sich der Nissan Leaf natürlich nicht mit Analog-Armaturen ab. Aber das Mäusekino gestaltet sich angenehm übersichtlich

Flexible Null-Emissions-Mobilität

Seine Energie bezieht der Nissan Leaf von laminierten, kompakten Lithium-Ionen-Batterien, die eine Leistung von mehr als 90 kW generieren, was 122 PS entspricht. Der Elektromotor selbst leistet 80 kW / 109 PS und entwickelt vom Start weg ein Drehmoment von 280 Nm. Der Fahrspaß soll dem eines Autos mit Verbrennungsmotors entsprechen, allerdings muss man beim Topspeed Abstriche machen: Der Nissan Leaf rennt nur maximal 140 km/h.Anders als traditionelle Fahrzeuge benötigt der neue Nissan keine Auspuffanlage und emittiert daher auch kein CO2 oder andere klimaschädliche Abgase. Die Kombination aus regenerativem Bremssystem (Rekuperation) und innovativem Batteriepaket ermöglicht mit einer Ladung eine Reichweite von mehr als 160 Kilometern. Umfangreiche Kundenbefragungen zeigen, dass mit dieser Reichweite die täglichen Anforderungen von weltweit ca. 70 Prozent aller Autofahrer befriedigt werden.

Nissan Leaf - Kofferraum
Die Lithium-Ionen-Batterien des Nissan Leaf sind unter den Sitzen angebracht, so dass es keine Platzeinbußen im Innenraum gibt. Auch der Gepäckraum lässt sich optimal nutzen

Viel Platz im Innenraum durch intelligentes Packaging

Zudem war es ein Hauptziel von Nissan, das Laden der Batterien so einfach und bequem wie möglich zu gestalten. So lässt sich in einer Schnellladung bis zu 80 Prozent der Kapazität in weniger als 30 Minuten nachladen. Die vollständige Ladung über eine konventionelle 220-Volt-Steckdose dauert zu Hause etwa acht Stunden.Die neue EV-Plattform (EV = Electric Vehicle) bietet eine hohe strukturelle Steifigkeit. Die Lithium-Ionen-Batterien besitzen gegenüber aktuellen Konfigurationen mit zylindrischen Batterien weitreichende Vorteile beim Packaging. Ohne Kompromisse beim Innenraum oder Gepäckfach einzugehen, sind die Energieträger am Fahrzeugunterboden und unter den Sitzen angebracht, so dass es keine Platzeinbußen im Innenraum gibt. Auch der Gepäckraum lässt sich optimal nutzen. Nützlicher Nebeneffekt: Dank der Positionierung ist der Unterboden besonders eben, wodurch sich der Luftwiderstandsbeiwert und damit der Energieaufwand reduziert.

Nissan Leaf - Heck
Das schlanke Heck mit langen, vertikalen Rückleuchten erinnert entfernt an den in Deutschland wenig erfolgreichen Kompaktwagen Tiida

Exklusives Mobilitätssystem im Cockpit

Mit seiner fröhlichen Farbgebung wirkt der Innenraum des Nissan Leaf gefällig und elegant. Die umweltfreundliche „Blue Earth“-Gestaltung haben die Macher von der „Aqua Globe“-Außenfarbe des Leaf-Einführungsmodells abgeleitet. Das Farbthema findet sich im Blau des Armaturenbrettes und der Instrumentenbeleuchtung wieder.Der Nissan Leaf verfügt über ein fortschrittliches IT-System. 24 Stunden täglich ist der Fahrer mit einem globalen Datencenter verbunden, das ihm Unterstützung, Information und Unterhaltung bietet. Auf dem im Armaturenbrett eingebauten Display werden unter anderem der augenblickliche Batteriezustand, die maximale Entfernung, die mit dem aktuellen Batterieladezustand noch möglich ist, und die in der Nähe befindlichen Ladestationen angezeigt.

Nissan Leaf - Aufladen
Die vollständige Ladung über eine konventionelle 220-Volt-Steckdose dauert zu Hause etwa acht Stunden. Schon nach 30 Minuten haben die Batterien 80 Prozent ihrer Leistungsfähigkeit erreicht

Erschwingliche Preise wie in der Kompaktklasse

Ein weiteres Feature bietet die Möglichkeit, auch dann die Klimaanlage anzuschalten oder das Mobiltelefon zu nutzen, wenn der Leaf selbst ausgeschaltet ist. So besteht die Möglichkeit, dass die Klimaanlage zum Beispiel auf Wunsch den Fahrzeuginnenraum auch im Stand herabkühlt, sobald das Fahrzeug mit einer Stromquelle verbunden ist. Schon vor der Fahrt kann so eine angenehme Temperatur erzielt werden, ohne die Energie aus der Fahrzeugbatterie zu schöpfen. Zudem lässt sich via Fernbedienung die Aufladung der Batterien vorprogrammieren.Details zur Preisgestaltung will Nissan erst kurz vor Marktstart gegen Ende 2010 bekannt geben. Der Leaf soll aber zu einem Preis auf den Markt kommen, der in etwa dem eines gut ausgestatteten Fahrzeugs des C-Segments (Kompaktklasse) entspricht. Zusätzlich kann der Leaf auf einigen Märkten von lokalen, regionalen und nationalen Steuervorteilen sowie Förderungen profitieren. Einen weiteren Vorteil stellen die zu erwartenden geringeren Wartungskosten dar: Als reines Elektrofahrzeug ist der Nissan Leaf mechanisch weniger komplex aufgebaut als ein traditionelles Fahrzeug mit Verbrennungsmotor.

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