Porsche Panamera GTS

Neuvorstellung der Panamera-Sportversion: Kribbeln auf Knopfdruck

Porsche baut beim Panamera nicht oben oder unten an, sondern mittendrin. Der GTS soll alle anlocken, denen der Basis-Panamera zu lasch und der Turbo zu gewaltig ist. Dabei beschleunigt der GTS mit 430 PS fast genauso schnell wie sein aufgeladener Bruder. ( , 16.11.2011)

Die Extraportion Sportlichkeit

In Zuffenhausen ist man Experte darin, jede noch so kleine Lücke im Modellprogramm zu füllen. Der GTS – die Abkürzung steht für Gran Turismo Sport – steht traditionell für eine Extraportion Sportlichkeit. Dem alten Cayenne und dem 911 Carrera spendierte man ein GTS-Modell, nun ist der Panamera an der Reihe. Mehr Leistung, giftigere Bremsen, eine um zehn Millimeter tiefer gelegte Karosserie sowie ein besonders sportlich abgestimmtes Fahrwerk sind die Markenzeichen des Panamera GTS. Außerdem jagt der Wagen mit Allradantrieb über die Piste.

Porsche Panamera GTS
Am Heck des neuen Porsche Panamera GTS ist der Vier-Wege-Spoiler des Turbo montiert, der ab einer Geschwindigkeit von 205 km/h Abtrieb an der Hinterachse erzeugt.

Serienmäßig mit Sport Chrono-Paket

Unter der Haube arbeitet der V8-Saugmotor mit 4,8 Litern Hubraum, der 430 PS (316 kW) bei 6.700 Touren freisetzt und damit die Leistung des Panamera S um 30 PS überflügelt. Das maximale Drehmoment steigt um 20 Zähler auf 520 Nm. Ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe übernimmt die Kraftübertragung, der Allradantrieb ist für höchste Fahrdynamik ausgelegt. Das Sport Chrono-Paket mit Launch Control ist serienmäßig an Bord. Von 0 auf 100 km/h beschleunigt der 1,9 Tonnen schwere Panamera GTS in 4,5 Sekunden (beim Turbo sind es kaum weniger, nämlich 4,2 Sekunden), erst bei 288 km/h kommt die Tachonadel zum Stillstand. Den Durchschnittsverbrauch des GTS gibt Porsche mit 10,7 Litern pro 100 Kilometer an, wenn rollwiderstandsarme Reifen aufgezogen sind.

Porsche Panamera GTS
Bei der Aerodynamik greift der GTS auf Bauteile des Panamera Turbo-Programms zurück, was am Bugteil mit seinen großen Lufteinlassöffnungen zu erkennen ist.

Erhöhter Sauerstoffbedarf

Um dem V8-Motor die größeren Leistungsreserven zu entlocken, haben die Ingenieure die maximale Drehzahl um 200 /min angehoben, die Höchstdrehzahl liegt bei 7.100 Touren. Den Ventilfedern spendierten die Entwickler eine erhöhte Vorspannung, um den Gaswechsel des Hochdrehzahlmotors zu optimieren. Auch an der Ansauganlage wurde gefeilt. Zwei zusätzliche Luftfiltergehäuse links und rechts im Bug des Autos sorgen für eine verbesserte Luftzufuhr. Bei niedrigem Tempo verschließt jeweils eine Klappe die Ansaugmündung. Werden mehr als 3.500/min benötigt, öffnen sich die beiden Klappen und lassen zusätzliche Luft in den Ansaugtrakt strömen. Bei hohem Tempo entsteht ein Staudruck und damit ein leichter Auflade-Effekt, der die Leistung weiter vergrößert.

Porsche Panamera GTS
Ein schwarzer Diffusor schließt das Heck des Porsche Panamera GTS ab. Ebenfalls mattschwarz ausgeführt sind die vier Endrohre der Abgasanlage.

Sounddesign à la Porsche

Ein weiterer Baustein der Leistungssteigerung ist die geänderte Sportabgasanlage mit größeren Rohrdurchmessern, die für weniger Gegendruck und damit für mehr Power sorgen. Verstellbare Klappen in der Abgasanlage verstärken die Motorengeräusche. Ähnlich wie beim neuen 911er wird der Sound des V8 außerdem mit einem so genannten Sound Symposer in den Innenraum geleitet. Das geschieht mit einem an der A-Säule endenden Schlauch und einer integrierten Membran. Vor der Membran befindet sich eine Klappe, die beim Druck auf die Sporttaste des Panamera GTS geöffnet oder geschlossen wird.

Porsche Panamera GTS
Von 0 auf 100 km/h beschleunigt der 1,9 Tonnen schwere Porsche Panamera GTS in 4,5 Sekunden, erst bei 288 km/h kommt die Tachonadel zum Stillstand.

Hightech und effektive Fahrdynamik-Tricks

Der GTS hat serienmäßig eine Luftfederung an Bord, im Normalniveau liegt der Wagen damit zehn Millimeter tiefer als die anderen Modelle der Baureihe. Der GTS rollt auf 19-Zoll-Rädern, die Bremssättel sind rot lackiert. Die Bremsanlage leiht sich der GTS übrigens vom Panamera Turbo. Die Wankstabilisierung PDCC sowie eine elektronisch geregelte Hinterachs-Quersperre sind gegen Aufpreis zu haben. Bei der Quersperre erzeugen Bremseneingriffe am hinteren, kurveninneren Rad einen zusätzlichen Drehimpuls in Richtung des Lenkradeinschlags. Das sorgt für direkteres Einlenken in die Kurve.

Porsche Panamera GTS
Scheibenleisten, Zierleisten und Scheinwerfer des neuen Porsche Panamera GTS sind schwarz unterlegt.

Optisch in Turbo-Nähe

Bei der Aerodynamik greift der GTS auf Bauteile des Panamera Turbo-Programms zurück, was am Bugteil mit seinen großen Lufteinlassöffnungen zu erkennen ist. Am Heck ist der Vier-Wege-Spoiler des Turbo montiert, der ab einer Geschwindigkeit von 205 km/h Abtrieb an der Hinterachse erzeugt. Scheibenleisten, Zierleisten und Scheinwerfer des Panamera GTS sind schwarz unterlegt, ein schwarzer Diffusor schließt das Heck ab. Ebenfalls mattschwarz ausgeführt sind die vier Endrohre der Abgasanlage.

Porsche Panamera GTS
Der Porsche Panamera GTS hat eine Leder-Alcantara-Ausstattung, auf dem Lenkradkranz befindet sich eine Zwölf-Uhr-Markierung, damit der Pilot stets weiß, wann die Räder gerade stehen.

Lenkrad wie im Rennwagen

Im Cockpit gibt es als besonderes Gimmick für Hobby-Rennfahrer eine Anzeige für Quer- und Längsbeschleunigung. Der GTS hat eine Leder-Alcantara-Ausstattung und serienmäßig Bi-Xenonscheinwerfer an Bord. Auf dem Lenkradkranz befindet sich eine Zwölf-Uhr-Markierung, damit man bei schnellen Kurvenfahrten weiß, wo das Volant gerade steht. Zu den Preisen des GTS hat Porsche noch keine Angaben gemacht. Der Einstiegspreis dürfte irgendwo zwischen dem des Panamera S (ab 95.595 Euro) und dem des Turbo (139.624 Euro) liegen.

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