Die Fahrer der Ferrari Challenge dürfen sich auf ein neues Spielzeug freuen: Der 458 für die Saison 2011 steht in den Startlöchern – und garantiert dank feinster Zutaten Rekordrunden. (Thomas Harloff , 16.07.2010)
Vom ultimativen Straßen- zum ultimativen Rennsportler
Mit dem 458 Italia hat Ferrari den ultimativen Straßensportler auf die Räder gestellt: Der V8-Mittelmotor-Bolide ist ein Tier auf der Rennstrecke, das sich im Alltag jedoch äußerst handzahm gibt. Rekordrunde auf der Nordschleife, gemütliches Schlendern auf der Münchner Maximiliansstraße – der 458er kann beides. Um die neue Cupversion des jüngsten springenden Pferdes zu züchten, zählt jedoch vor allem ersteres. Hier ist pure Rennstrecken-Performance gefragt, und genau diese Qualitäten haben die Ingenieure in Maranellonach außen gekehrt. Dort, wo er entstanden ist, feiert der Ferrari 458 Challenge nun auch seine Premiere – bei einem Händlerevent am Stammsitz in Maranello.
Beim Motor bleibt alles beim Alten
Bei dieser hervorragenden Basis sind bei der Rennversion nur vergleichsweise geringfügige Anpassungen nötig. Der 4,5-Liter-V8-Mittelmotor bleibt unangetastet, liefert auch in der Challenge-Version 570 PS bei 9.000 Umdrehungen. Ferrari hat lediglich die Übersetzung des Doppelkupplungsgetriebes geändert, damit den Piloten der Ferrari Challenge ein höheres Drehmoment bei niedrigeren Drehzahlen zur Verfügung steht. Zudem bleibt das „E-Diff“ genannte elektronische Differential an Bord.
Der Ferrari 458 speckt ab
Viel Arbeit hat Ferrari auf die Diät des 458 Challenge verwendet. Um das Leergewicht der Straßenversion von knapp 1,5 Tonnen signifikant zu senken, kommen Hightech-Leichtgewicht-Materialien wie Kohlefaser und - bei den Scheiben - das PolycarbonatLexan zum Einsatz. Außerdem ist die Karosserie deutlich dünner als beim Serien-458er. Das Fahrwerk rüstet Ferrari mit Aluminium-Buchsen, härteren Federn und speziell abgestimmten Dämpfern auf. Insgesamt rückt die Rennversion im Vergleich zum 458 Italia 30 Millimeter näher an den Asphalt. Die 19-Zoll-Rennfelgen mit Zentralverschluss tragen Rennslicks von Pirelli.
Rekordzeit in Fiorano
Damit der 458 Challenge bei Ausbremsmanövern glänzen kann, installiert Ferrari die gemeinsam mit Brembo entwickelte Carbon-Keramik-Anlage aus dem 599XX. Hinzu kommt ein Renn-ABS, das wie E-Diff und Traktionskontrolleüber das Manettino vom Lenkrad aus justiert werden kann – Premiere in einem Challenge-Modell von Ferrari. In Zusammenarbeit führen alle Komponenten zu einer Rekordzeit auf Ferraris hauseigener Teststrecke in Fiorano: 1:16.5 Minuten, mal eben zwei Sekunden schneller als der 430 Challenge. Damit dürfte feststehen: Wer in den Rennen zur Ferrari Challenge ab nächster Saison gewinnen will, muss auf den 458 setzen. Die 430er Modelle, die vorerst weiter an der Serie teilnehmen dürfen, werden dessen drei zentrale Auspuff-Endrohre wohl meist nur von hinten zu sehen bekommen.