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Neues Konzept, alte Qualitäten: Test Audi A5 Sportback 3.2 FSI

Wer Audi-Qualität mit mindestens vier Türen möchte, das aber nicht im Biedermann-Dress eines A4 oder A6, sollte sich den neuen A5 Sportback genauer anschauen. Motorvision hat genau das getan und die 3.2 FSI-Variante mit V6-Benziner getestet. (T. Harloff)

„Audi präsentiert ein neues Fahrzeugkonzept – den A5 Sportback.“ So beginnt der Pressetext zum Debüt des neuen Audi-Modells auf der Frankfurter IAA im September 2009. Etwas übertrieben ist das schon, schließlich hätte man ein Auto wie den Audi A5 Sportback vor nicht allzu langer Zeit noch als Mittelklasseauto mit Fließheck bezeichnet. Aber wir wollen nicht zu pingelig sein und erkennen an, dass die von Audis Marketingabteilung erdachte Bezeichnung „Sportback“ mehr Sexappeal als der Begriff „Fließheck“ versprüht.

Premiumautos verkaufen sich nicht nur über Qualität, sondern vor allem auch über ihr Image und Prestige. Schon allein deshalb ist es clever von Audi, den Sportback als Derivat des schicken A5 und nicht des biederen A4 zu platzieren. Doch auch die Designer tragen ihren Teil zum überaus gelungenen Auftreten des A5 Sportback bei. Bis zur A-Säule ist der Sportback eindeutig ein A5, danach spannt sich das Dach elegant über eine schmale chromumrandete Fensterfläche bis zum schlanken Heck. Daumen hoch für das Design des A5 Sportback, was – wie bei Audi üblich – auch für Materialanmutung, Gestaltung, Ergonomie und Verarbeitung des Innenraums gilt.

3.2 FSI – das Topmodell, aber nur dem Namen nach

Nominell ist der 265 PS starke 3.2 FSI der Top-Benziner im A5 Sportback-Programm. Objektiv spricht jedoch wenig für den V6. Die tolle Laufruhe steht auf der Habenseite des Saugermotors, Performance und Verbrauch können nicht überzeugen. Man wünscht sich einfach mehr Dampf aus dem Drehzahlkeller, doch hier schlägt das relativ niedrige Drehmoment von 330 Nm negativ zu Buche. Also lässt man die Drehzahlmesser-Nadel kreisen, was der A5 Sportback 3.2 mit einem Durchschnittsverbrauch von gut zwölf Litern (Audi gibt 9,3 Liter an) quittiert. Wer auf das Prestige des Sechszylinders verzichten kann, ist mit dem 2.0 TFSI-Vierzylinder ähnlich sportlich, aber sparsamer und preisgünstiger unterwegs.Bei unserem Testwagen waren ein Sportfahrwerk und das System „Audi drive select“ (kosten zusammen 1.400 Euro Aufpreis) an Bord. Das Resultat: Ein Auto mit einer - auf Knopfdruck - gespaltenen Persönlichkeit. Die normale Fahrwerksabstimmung kommt dem Prädikat „perfekt“ zwar sehr nahe, trotzdem ist es immer wieder ein Genuss, die beiden anderen Charaktere in den Vordergrund zu rücken. Hat der Pilot Lust auf den Cruising-Modus, filtert das Fahrwerk auch grobe Stöße souverän aus – das dürfte auch Schwiegermutti beim Sonntagsausflug gefallen. Hat man Lust auf Krawall, strafft der Sportmodus Fahrwerk, Lenkung, Gaspedal und Getriebe, funktioniert alles deutlich schneller, exakter und direkter. Dank des serienmäßigen Allradantriebs verhält sich der traktionsstarke A5 Sportback 3.2 in Kurven lange neutral, bis ein sanftes Untersteuern das Erreichen des fahrdynamischen Limits ankündigt. Narrensicher ist das alles sowieso, aber bei Bedarf eben auch sehr spaßig.

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