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Das Need for Speed-Franchise begeistert seit 1994 Auto-Freaks mit Hang zur digitalen Unterhaltung. Neben den simulationslastigen Shift-Titeln setzt Need for Speed aber auch immer noch auf Arcade-Racing-Action, zuletzt mit dem mehr als gelungenen "Hot Pursuit". Nun kommt „The Run“ und der Name ist hier tatsächlich Programm!
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- Die Mafia-Schergen fahren natürlich SUV: wenn die tiefschwazen Cayennes auftauchen dürft Ihr euch auf heftiges MG-Kreuzfeuer gefasst machen.
Das Herz des Spiels bildet der Story-Modus, der dem neuesten Need for Speed (NFS)-Titel seinen Beinamen verleiht. In „The Run“ übernehmt Ihr die Rolle von Jack Rourke, einem verwegenen Racing-Freak, der sich durch seinen Hang zu schnellen Autos, schönen Frauen und Glücksspiel-Exzessen regelmäßig in teilweise lebensbedrohliche Schwierigkeiten bringt. Die neueste Errungenschaft, die seinen Vorlieben entsprungen ist, ist eine eher durchwachsene Beziehung zur lokalen Mafia. Deswegen wacht Ihr zunächst auch erst einmal mit Jack in einem Porsche mit ans Lenkrad gefesselten Händen auf und müsst Euch aus einer misslichen Lage befreien, denn eine Schrottpresse ist gerade dabei, sowohl Euch als auch Eurem schönen 911er einen überaus druckvollen Garaus zu bereiten.
Ein unmoralisches Angebot
Habt Ihr es geschafft zu entkommen, geht die Reise los. Eine gute und – objektiv betrachtet – auch ziemlich heiße Bekannte namens Sam Harper macht Euch ein Angebot, dass ihr unmöglich ausschlagen könnt: einmal quer durch die USA, von San Francisco bis nach New York – natürlich mit Dauer-Highspeed. Schafft Ihr es dabei alle 200 Konkurrenten auf der 3.000 Meilen-Strecke hinter Euch zu lassen, winken Euch 25 Millionen Dollar und damit auch endlich Ruhe vor den Mafia-Jägern. Um Verkehrsregeln zu beachten oder Gesetzeshütern Fahrzeugpapiere auszuhändigen, bleibt selbstredend keine Zeit. Dafür habt Ihr den NFS-typischen Nitro-Boost an Bord, um schnellstens außer Sichtweite zu geraten.
Der Story Mode ist in zehn verschiedene Etappen unterteilt, von denen jede einzelne wiederum in Unterabschnitte gegliedert ist, die Euch diverse Aufgaben stellen: mal heißt es, Zeit gut zu machen, also Checkpoints innerhalb eines Zeitlimits zu durchfahren, mal muss eine bestimmte Anzahl an Gegnern überholt werden, dann müsst Ihr euch hartnäckiger Endgegner in prestigeträchtigen Boliden erwehren und natürlich dürfen auch Verfolgungsjagden mit hartnäckigen Cops nicht fehlen. Ach ja: Die eher extrovertierten Mafia-Schergen lassen übrigens auch nicht locker und beehren Euch standesgemäß immer mal wieder mit einem Drive-By, später sogar mit einem Fly-By, denn so ein Heli mit MG-Geschütz ist ein nützliches Gut bei der Verfolgung von Supersportwagen. Auf Eurer Reise durchquert Ihr die schönsten Landschaften Amerikas, von den Weiten der Wüste Nevadas über die Glitzerschluchten von Las Vegas, Bergpässe in den Rocky Mountains inklusive starker Lawinen-Gefahr, bis hin zu bäuerlichen Endlos-Straßen im mittleren Westen und laubbedeckten Kursen an der Ostküste der USA. Unterbrochen werden die Racing-Abschnitte von einigen Cut-Scenes inklusive sogenannter „Quick Time Events“, bei denen Ihr durch schnelles Drücken auf die richtigen Knöpfe weiterkommt – was leider nicht immer perfekt funktioniert und für einige Frust-Momente sorgen kann.
West-to-Eastside Story
Die Steuerung ist – wie der Titel erwarten lässt – sehr arcade-lastig, dadurch aber auch relativ schnell von ungeübten Spielern zu erlernen. Das Handling der Autos ist in verschiedene Schwierigkeits-Klassen unterteilt, deswegen fühlen sich Autos derselben Fahrzeugklasse auch sehr ähnlich an, egal ob sie nun von Pagani oder Porsche kommen. Das Driften per Handbremse erfordert etwas Übung und hätte durchaus auch einen Schuss mehr Präzision vertragen können, vermittelt aber in seiner Gesamtheit durchaus spieltechnische Befriedigung.
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- Über die Landstrassen des mittleren Westens im GT3 Z4 - gut dass der Brummi nicht gerade entgegen kommt, denn dann hieße es ganz schnell "Wrecked"!
Weniger rosig sieht es bei den Ladezeiten aus, die doch das ein oder andere Mal dazu verleiten können, eine SMS zu schreiben – trotz Festplatten-Installation auf der Redaktions-Xbox. Ein richtig dickes Lob hat sich NFS„The Run“ dagegen für seinen Soundtrack verdient, denn der gehört mit zum Besten, was wir seit langem bei einem Racing-Game zu hören bekommen haben. Größtenteils wird man von Country-inspiriertem Rock unterhalten, ab und an gibt es auch klassische, filmische Action-Klänge zu belauschen. Entscheidend ist: die Musikauswahl besticht dadurch, dass immer die passende Musik zu laufen scheint, egal wo Ihr Euch gerade befindet und egal in welchem der zahlreichen Boliden Ihr sitzt.
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- Wer ihn lang hat, der kann ihn lang hängen lassen: Electronic Arts ist im Besitz der Porsche-Lizenz und hat dieses Faktum dieses Jahr bereits kompromisslos klargemacht. In "The Run" dürft Ihr also endlich auch die Rennmaschinen aus Zuffenhausen ordentlich schinden.
Endlich wieder Zuffenhausen
Womit wir zum eigentlich Wesentlichen in NFS „The Run“ kommen: den Autos. Da Electronic Arts ja bekanntlich die Exklusiv-Lizenz für die Marke Porsche besitzt, gibt es diesmal echte GT2´s und RSR´s statt getunter Ruf-Boliden. Doch damit nicht genug: auch Audi, Aston Martin, BMW, Lamborghini, Nissan und viele andere Marken sind im Spiel vertreten und halten für Auto-Narren über 60 verschiedene virtuelle High Performance-Träume aus Alu und Stahl bereit. Eine Auswahl der vorhandenen Fahrzeuge könnt Ihr in unserer Fotoshow bewundern.
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- Abkürzungen gibt es in "The Run" viele, doch nicht alle sind dazu geeignet mit Racing-Boliden wie dem Nissan GT-R durchborsten zu werden.
Und neben den Serienversionen sind die meisten Modelle auch noch in einer aufgebohrten Tuning-Version vorhanden, zudem lassen sich auch die Serien-Fahrzeuge noch durch Bodykits und Upgrades aufwerten. Während Eurer übereilten USA-Reise dürft Ihr die Autos natürlich auch mal wechseln, allerdings müsst Ihr dazu eine der Tankstellen am Wegesrand anfahren. Diese Lösung erscheint allerdings nicht unbedingt optimal, denn die Benzin-Paradiese sind recht spärlich und mitunter strategisch etwas ungünstig verteilt, sodass Ihr unter Umständen über längere Zeit an ein Fahrzeug gefesselt seid, dass für die Strecken-Ansprüche eher nicht geeignet ist. Mit dem Nissan GT-R prescht es sich nämlich nicht gerade gut über Feldweg-Abkürzungen und mit einem Muscle-Car durch verwinkelte Stadtkurse zu driften ist eine ebenso schlechte Idee.
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- Achtung Lawinen-Gefahr! Der Lambo hat zwar Allradantrieb, aber wenn ihn ein Schnee-Overkill ereilt, hilft das auch nichts mehr.
Meistens schön und ständig vernetzt
Technisch gesehen ist „The Run“ leider nicht immer ganz auf der Höhe: einige Framerate-Einbrüche waren während unseres Tests auf der Xbox360 genauso zu verzeichnen wie der ein oder andere kleinere Grafikfehler. Auch die Animationen der Figuren wirken des Öfteren etwas hölzern. Nichtsdestotrotz geht die Optik von NFS „The Run“ aber immer noch als gelungen durch, vor allem die Inszenierung der Landschaften mit ihren vielen liebevollen Details ist hier positiv hervorzuheben. So richtig punkten kann das Game aber auch mit seinem Geschwindigkeitsgefühl und dem typischen NFS-Arcade-Feeling. Simulations-Isolationisten werden sich hier mit Grauen abwenden, aber diejenigen, die NFS-Titel wie Hot Pursuit geliebt haben, werden auch an „The Run“ ihre helle Freude haben.
Und diese Freude findet auch nach dem Absolvieren des Story-Modus noch lange kein Ende. Schließlich gibt es noch zahlreiche Challenges für Euch im entsprechenden Mode zu absolvieren, die durch das erfolgreiche Bestehen der Story freigeschaltet werden. Diese Herausforderungen sind genau das Richtige für Perfektionisten, die nicht eher aufhören können zu zocken, bevor nicht eine Goldmedaille verdient wurde. Und dann gibt´s da ja auch noch den Multiplayer, der dank des seit "Hot Pursuit" eingeführten Autolog-Systems die totale Vernetzung mit allen Online-Freunden bietet und Euch in vielen verschiedenen Spielmodi gegeneinander antreten und um die absolute Bestzeit battlen lässt.
Anti-Simulations-Demonstration
NFS „The Run“ ist ein Erlebnis für alle Rennspiel-Enthusiasten, die auch mal gut und gerne auf Realitätsnähe verzichten können. Auch wer in punkto Fahrzeuge viel Wert auf Realismus – gerade was das Fahrverhalten angeht – legt, wird mit diesem NFS-Titel nicht glücklich. Arcade-affine Racing-Fans dagegen, die es mal wieder im Stil eines interaktiven Action-Films mit Schwerpunkt auf Renneinlagen so richtig krachen lassen möchten, finden mit NFS „The Run“ zwar nicht den heiligen Gral, aber ein gelungenes Stück automobiler Software-Unterhaltung, das trotz einiger kleiner Schwächen für viele Stunden der Kurzweile sorgt. Also, liebe Arcade-Racing-Liebhaber, auf zum nächsten Game-Shop und zugegriffen, Need for Speed „The Run“ ist ab sofort für PC, PlayStation3, Xbox360, Nintendo Wii und Nintendo 3DS erhältlich!

