Mit seinem unkonventionellen Design hatte es der Mitsubishi Outlander hierzulande recht schwer. Jetzt aber stimmen mit dem Nachfolger die Voraussetzungen, um es besser zu machen. (C. Fulk , 01.01.2009)
Kaum ein Marktsegment wächst derzeit so stark wie das der Mittelklasse-SUVs. Zwar ist Mitsubishi mit dem Outlander hier schon länger vertreten, doch seitdem die Konkurrenten ihre Soft-Offroader in schicke Formen packen, hat es der japanische Nasenbär schwer auf dem hiesigen Markt. Ganze 1.601 Kunden haben sich 2006 für den Outlander entschieden. Zum Vergleich: BMW hat im gleichen Zeitraum 23.256 X3 verkauft, Toyota 20.429 RAV4 an den Mann gebracht und Hyundai 7.574 Santa Fe abgesetzt. Selbst Subaru hat vom altbackenen Forester mehr als dreimal soviel Exemplare verkauft (4.939). Eine Erfolgsgeschichte liest sich anders. Oder mit anderen Worten: Höchste Zeit für eine Ablösung durch ein gefälligeres Modell. Und so will Mitsubishi jetzt mit der zweiten Generation des Outlander höhere Marktanteile gewinnen.
Stimmige Figur
Optisch macht der Outlander der zweiten Generation einen großen Schritt nach vorn. Die Front mit dem „Mount Fuji“-Grill erinnert an die Renner, mit denen die Japaner seit Jahrzehnten die Rallye Dakar beherrschen, sowie die Studie „Pajero Evo 2+2 Concept“ von 2002. Die kraftvoll ausgeformten Radhäuser beherbergen je nach Ausstattungslinie bis zu 18 Zoll große Felgen, die gegenläufigen Linien an der D-Säule bringen Spannung ins Design. Garniert mit typischen SUV-Stilelementen wie dem angedeuteten Unterfahrschutz vorne sowie scharf geschnittenen Linien oder LED-Rückleuchten gibt der Outlander eine stimmige Figur ab. Harmonischer als die neuen SUV-Modelle der Kooperationspartner Peugeot und Citroen, welche die Plattform des Outlander ebenfalls nutzen, kommt der Japaner allemal daher.Vom Längenwachstum um zehn Zentimeter profitiert nicht nur die Optik, sondern auch das Platzangebot im Innenraum. Beim Gepäckvolumen legt der Outlander um satte 642 Liter zu (maximal 1.691 statt 1.049 Liter). Zudem gibt es jetzt optional das „Hide&Seat“-System, hinter dem sich eine dritte Sitzreihe verbirgt, die bei Bedarf einfach aus dem Kofferraumboden hochgeklappt wird. Praktisch: Die zweite Reihe gleitet dann bei Bedarf mit nur einem Knopfdruck vollständig nach vorn und lässt sich als gesamte Einheit umklappen. Dank des vollkommen ebenen Bodens soll der Outlander dann auch als Zwei-Personen-Schlafstätte zu gebrauchen sein. Ein weiteres praktisches Merkmal ist die waagerecht geteilte Heckklappe, deren Unterteil mit bis zu 200 Kilogramm belastbar ist.
Cockpit-Design im Motorradstil
Bei der Wahl der richtigen Antriebsquelle fällt die Wahl zum Marktstart am 24. Februar leicht: Es gibt nur eine! Der 140 PS starke Zweiliter-Turbodiesel mit Pumpe-Düse-Einspritzung stammt von VW und kommt bereits im Grandis zum Einsatz. Dort legt der Selbstzünder zwar raue Umgangsformen an den Tag, überzeugt aber mit Durchzugskraft und Sparsamkeit. Im Outlander stemmt das Aggregat 310 Newtonmeter, was für einen Topspeed von 187 km/h reicht. Zudem reinigt ein serienmäßiger Partikelfilter die Abgase, der Motor erfüllt die Euro 4-Abgasnorm. Erst später sollen ein gemeinsam mit DaimlerChrysler und Hyundai entwickelter 2,4-Liter-Benziner (170 PS) und ein 220 PS starkes V6-Triebwerk folgen.
Mitsubishis Hoffnungsträger
Das elektronisch geregelte Allradsystem verfügt über drei Modi, darunter auch eine reine Frontantriebs-Variante. Eine elektronisch arbeitende Lamellenkupplung ermöglicht eine variable Kraftverteilung, die sich an die unterschiedlichsten Fahrbahnbeschaffenheiten anpasst. Für ein sicheres Fahrverhalten sollen zudem serienmäßig eine elektronische Fahrstabilitäts- und Traktionskontrolle sowie rundum einzeln aufgehängte Räder sorgen. Den Job der Kraftübertragung übernimmt ein manuelles Sechsgang-Getriebe.Bereits am 24. Februar rollt der Outlander gemeinsam mit Mitsubishis anderem Hoffnungsträger, dem neuen Pajero, in die Schauräume der Händler. Die Preise starten bei 28.990 Euro.