Preis-Innovationen
Die grundlegendste Änderung fällt einem vermutlich schon an der Ladentheke auf: MX vs. ATV Alive ist kein Vollpreistitel, sondern wird zu Preisen zwischen 30 und 40 Euro gehandelt. Der Grund dafür ist, dass der Basis-Content auf der Disc reduziert wurde. Dafür werden in regelmäßigen Abständen verschiedene DLC-Packs erscheinen, im Fall von Alive dürften diese größtenteils aus neuen Strecken und Zubehör für Fahrer und Vehikel bestehen. Das kann man nun in Ordnung finden, oder dahinter große Preispolitik des Publishers vermuten. Was zählt ist letztendlich: macht MX vs. ATV Alive Spaß? Und diese Frage kann man vorwegnehmend eindeutig mit „Ja“ beantworten.
Das fängt schon bei der Präsentation an: Ein actionreiches, filmisch-stilisiertes Intro stimmt Euch ein auf das, was Euch erwartet: jede Menge schlammhaltige Action, ein fetziger Soundtrack mit Punk- bzw. Hard Rock-Fokus und eine Optik, die die Netzhaut verwöhnt.
Steuerungs-Ambitionen
Die gewichtigste Eigenheit der MX vs. ATV-Serie ist jedoch seit dem 2009 erschienen "Reflex" die Steuerung, denn beide Analog-Sticks kommen hier zum Einsatz: der Linke dient der Lenkung Eures Vehikels, der Rechte der Gewichtsverlagerung des Fahrers. Und was sich für Frnachise-Fremdlinge zunächst ein wenig gewöhnungsbedürftig anfühlt, geht nach einigen Übungsrunden in Fleisch und Blut über. Man könnte sogar sagen, dass die THQ-Entwickler hier einen neuen Maßstab für die Steuerung von Racern gesetzt hat. Bisher ist uns keine Steuerungsvariante untergekommen, die sich ähnlich intuitiv anfühlt. Solltet Ihr trotzdem nicht mit der Doppelstick-Steuerung klarkommen, lässt sie sich aber natürlich auch abschalten. An dieser Stelle sei Anfängern empfohlen, mit den vierrädrigen Quads ins Renngeschehen einzusteigen, denn deren Beherrschung geht etwas leichter von der Hand als die der MX-Bikes. Ein nettes Gimmick sind auch die Quicktime-Events bei bevorstehenden Stürzen: kurz bevor Euer Fahrer vom virtuellen Genickbruch ereilt wird, leuchtet ein Richtungspfeil auf. Dann heißt es eine schnelle Reaktion an den Tag zu legen und den rechten Analogstick in die entsprechende Richtung zu reißen, ansonsten verliert ihr mit einem Sturz wertvolle Sekunden und Plätze. Was die Fahrzeugwahl angeht, stehen Euch zunächst je zwei Bikes und zwei Quads zur Verfügung, die – wie übrigens auch Euer Driver-Alter Ego – bis ins letzte Detail pimpbar sind. Seid Ihr Profi-Fahrer, dürft Ihr nicht nur die halsbrecherischen Kunststückchen in Eure Rennen einbauen, sondern auch aus insgesamt sechs verschiedenen Motocross-Maschinen und vier ATVs wählen.
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- Auf den Short Tracks sind solche Bilder nichts Ungewöhnliches: die Massenkarambolage wird spätestens in der nächsten Haarnadelkurve unvermeidlich.
Karriere-Absenz
Ein Minuspunkt von Alive ist das völlige Fehlen eines Karriere-Modus. „Core-Game“ hin oder her – der Karrieremodus gehört inzwischen zu Rennspielen wie ordentliche Motorensounds und eine Cockpit-Perspektive. So bleibt Euch nur die Wahl zwischen „National“, „Short Track“ und „Free Ride“. Der „National“-Modus ist hierbei eine Aneinanderreihung von mehreren Einzelrennen, an deren Ende bei Erfolg Erfahrungspunkte und damit auch Fahrer- bzw. Fahrzeuglevel stehen. Die braucht Ihr auch, denn die anfänglichen vier Tracks werden erst bei Fahrerlevel zehn erweitert. Erreicht Ihr Level 25, stehen Euch schließlich 13 „National“-Kurse, neun „Short Tracks“ und zwei „Freeride“-Areale zur Verfügung. Der Freeride Modus eignet sich übrigens perfekt dafür, die Grenzen von Vehikel und Fahrer auszutesten, sowie sich mit der Steuerung vertraut zu machen. Die Rennen auf den Short Tracks sind vor allem geprägt von Chaos, Unfällen, wüsten Beschimpfungen und Spottgesten seitens der Fahrer untereinander. Die ersten Stunden von MX vs. ATV Alive werdet Ihr aber erstmal damit verbringen, dieselben vier Tracks auf- und abzuracen. Eine gute XP-Gewinnungs-Alternative stellt allerdings der Online-Multiplayer-Modus dar. Ungeduldigen Naturen wird hingegen nichts anderes übrigbleiben, als das Game wieder ins Regal zu stellen, oder aber einfach Geld in die Hand zu nehmen um sämtliche Strecken freizuschalten.
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- Die verlassene Mine bietet einen wundervollen "Free Ride"-Spielplatz für die Offroad-Vehikel. Schanze voraus!
Technik-Virtuositäten
Was die technische Umsetzung angeht, glänzt Alive durch und durch: die Strecken sind wunderschön umgesetzt, der Boden verformt sich nach jeder Runde etwas mehr, die Fahrer sind realistisch und detailreich animiert, sogar ihre Kleidung flattert im Wind. Besonders hervorzuheben sind zudem die Lichteffekte, die sich vor dem was die Racing-Game-Elite hervorgebracht hat nicht verstecken braucht. Auch die unterschiedlichen Landschaften sind sehr detailreich und realitätsnah gestaltet. Schneebedeckte Matschpisten, sonnige Strände, schlammige Offroad-Tracks mit Dschungel-Flair oder gar eine alte Mine, deren ausrangierte Fahrzeuge als Sprungschanzen herhalten müssen: grafisch haut Alive auf die Pauke wie kein „Offroader“ zuvor. Wird es beim Rennen besonders rasant, ist ein leichter Verwisch-Effekt der Umgebung zu beobachten, der das Geschwindigkeitsgefühl nochmal auf eine neue, beeindruckende Stufe stellt. Auch soundtechnisch kann der Offroad-Renner überzeugen, die Motoren klingen wunderbar rau und dreckig und der schon erwähnte Soundtrack setzt dem Ganzen in punkto Atmosphäre die Krone auf.
Auch der Online-Modus bietet eine solide Spielerfahrung: Unsere Online-Tests auf der Xbox 360 liefen durchweg „lag“- und ruckelfrei ab. Mit menschlichen Gegnern sind selbstredend gerade solche Games besonders herausfordernd und belohnend, die auf motorengetriebenen Vollkontaktsport und elitären Konkurrenzkampf setzen.
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- Stunts wie diese sehen nicht nur gut aus und fühlen sich auch so an: sie bringen auch wertvolle Fahrer- und Fahrzeug-XP´s.
Video-Argumente
MX vs. ATV Alive bietet für wenig Geld herausragenden Spielspaß, allerdings dürfte das auf den Erwerb von DLC-Content ausgelegte Gesamtkonzept nicht Jedermanns Sache sein. Insbesondere die Gruppe von Konsolengamern, die sich bis heute nicht dazu überwinden konnte, ihre Spielmaschine ans Internet zu koppeln, wird außen vor gelassen.
Alle anderen Racing-affinen Gamer werden mit Alive mehr als glücklich: Action, Dreck, eine coole Atmosphäre, gute Musik und noch bessere Grafik garantieren stundenlange Unterhaltung auf hohem Niveau. Der dritte Ableger des Franchise erfüllt alle wichtigen Voraussetzungen, die ein Offroad-Fun-Racer mitbringen sollte. Wenn Euch also jetzt das Wasser im Mund zusammenläuft und ihr Euch durch den Dreck wühlen wollt, ab in den nächsten Laden und kaufen! Falls Ihr noch nicht ganz überzeugt seid, seht Euch einfach das untenstehende „Making the Game“-Video an, das sollte jegliche Restbedenken granulieren!

