Motorvision-Adventskalender

Adventskalender – 23. Türchen

24 Tage bis zum Fest, 24 große Automarken in unserem Motorvision-Adventskalender. Jeden Tag bis zum Heiligen Abend beleuchten wir die Geschichte eines Autokonzerns mit historischen Wendepunkten in der Firmenpolitik und den wichtigsten Modellen. Hinter dem 23. Türchen unseres Adventskalenders verbirgt sich die Geschichte einer italienischen Sportwagenschmiede aus Bologna. ( , 23.12.2011)

Von der Rennstrecke auf die Straße

Die italienische Marke mit dem Dreizack blickt auf einige der wohl schönsten und emotionalsten Sportcoupés zurück. Gegründet wird die SocietàAnonimaOfficine Alfieri Maserati 1914 von den fünf Brüdern Alfieri, Bindo, Carlo, Ernesto und Ettore Maserati in Bologna. Die Tridente, auch Dreizack genannt, entstammt dem Neptunbrunnen in Bologna und wird zum Markenzeichen. Das junge Unternehmen baut zunächst ausschließlich Rennwagen. Vor allem Alfieri und Carlo nehmen selbst aktiv am Rennsport teil und erzielen einige Erfolge. 1926 gehört ihnen der erste Klassensieg bei der Targa Florio in der 1,5 Liter-Klasse. 1939 und 1940 gewinnt Wilbur Shaw auf Maserati die Indy 500. Vor allem in den 1950er Jahren sind die Maserati-Rennwagen erfolgreich. 1957 gewinnt Juan Manuel Fangio auf einem Maserati 250F seinen fünften Weltmeistertitel.

Maserati3500_front
Der 3500 GT Touring und der 3500 Sebring gehören zu den begehrenswertesten Sportwagen ihrer Zeit.

Von Rennwagen und Sportwagen

1942 beginnt Maserati dann sein Produktionsfeld zu erweitern. Zunächst kommen Lastwagen mit Elektromotor hinzu. 1946 ist der A6 Maseratis erstes Serienfahrzeug. Der 3500 GT Touring und der 3500 Sebring gehören zu den begehrenswertesten Sportwagen ihrer Zeit. 1960 beginnt die Produktion des Rennsportwagens Tipo 61, wegen seines ungewöhnlichen, nur 30 Kg leichten Gitterrohrrahmens, auch Birdcage genannt. Als Motorenlieferant von Cooper feiert Maserati 1967 seinen letzten Formel 1-Erfolg. Bei den Straßenfahrzeugen bestimmen Quattroporte I, Mistral, Mexico und Ghibli die Modellpalette. Der Ghibli, wie einige seiner Schwestermodelle nach einem Wind benannt, gehört nicht nur zu den schönsten, sondern auch zu den schnellsten Sportwagen seiner Zeit. Er ist ein großer kommerzieller Erfolg. Ab 1969 setzt das 2+2 sitzige Coupé Indy die Linien des Ghibli mit erweitertem Platzangebot fort. Maserati erreicht Ende der 1960er ähnlich hohe Produktionszahlen wie Ferrari.

Maserati Bora
Der Bora ist eine Fahrmaschine mit als Mittelmotor verbautem V8.

Neue Modelle

Ab 1968 hält Citroen mehr als 60 Prozent der Marktanteile anMaserati. Giulio Alfieri ist Chefkonstrukteur und entwirft beispielsweise die Modelle Khamsin, den ViertürerQuattroporte II, den V8-Mittelmotorsportler Bora und dessen V6-Variante Merak. 1981 wird mit dem Biturbo eine neue Modellgeneration vorgestellt. Der kantige Zweitürer hat zwar zu Beginn seiner Karriere mit Qualitätsproblemen zu kämpfen, sichert aber letztendlich das Überleben der Marke. Bis 1999 wird er nicht nur kontinuierlich verbessert, sondern auch in diversen Varianten, beispielsweise als Spyder, Karif oder Racing, gebaut.

Maserati Kubang
Auf der IAA 2011 stellt Maserati die SUV-Studie Kubang vor. Sie soll voraussichtlich 2013 die Modellpalette erweitern.

Später kommerzieller Erfolg

1993 erwirbt Fiat die Aktienmehrheit an Maserati. Unter der Leitung des neuen Geschäftsführers Eugenio Alzati entstehen die Modelle Ghibli II und Quattroporte IV auf Basis des Biturbo. 1997 übernimmt Ferrari zunächst 50 Prozent an Maserati, ein Jahr später die komplette Firma. Unter neuer Schirmherrschaft bekommt Maserati eine neue Produktionsanlage, die noch heute zu den modernsten Sportwagenproduktionsanlagen gehört. 2004 zeigt die Marke aus Bologna wieder Motorsportambitionen. Auf Basis des Ferrari Enzo entwickelt Maserati den MC12 für die FIA-GT-Meisterschaft. 25 Straßenversionen des Homologationsmodells werden an treue Kunden vergeben. Aufgrund einer Reglementsänderung fahren die MC12 allerdings außer Konkurrenz bei der FIA-GT-Meisterschaft. 2005 entscheidet sich Fiat dazu Maserati aus der Ferrari-Maserati-Group wieder herauszulösen und als eigenständige AG parallel zu Ferrari arbeiten zu lassen. Zwischen beiden Sportwagenschmieden besteht aber weiterhin eine enge Zusammenarbeit. 2007 wird zum Rekordjahr in Maseratis Geschichte. Der Hersteller mit dem Dreizack im Logo verkauft mehr Autos als jemals zuvor in seiner bis dato 90jährigen Firmengeschichte. Nach 17 Jahren unter Fiat-Regenschaft ist es auch das erste Mal, dass Maserati schwarze Zahlen schreibt. Aktuell bietet der italienische Hersteller sportlicher Edelkarossen den GranTurismo, das GranCabrio sowie die Oberklasselimousine Quattroporte an. Auf der IAA 2011 stellt Maserati die SUV-Studie Kubang vor. Sie soll voraussichtlich 2013 die Modellpalette erweitern.

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