Motorradmesse in Paris: Laufsteg der Neuheiten, Teil II

Die "Mondial du Deux Roues" (bis 7. Oktober) in Paris. Der virtuelle Messerundgang führt uns heute zu Motorrad-Neuvorstellungen bei Suzuki, Triumph, BMW und vielen anderen. ( , 01.01.2009)

Nach den bereits bekannt gegebenen Neuheiten B-King, Hayabusa und GSX 650 F präsentiert Suzuki einen supersportlichen Nachschlag in Form der beiden GSX-R-Modelle 600 und 750, die sich nicht nur rein äußerlich nicht voneinander unterscheiden: Fahrwerk, Kunststoffteile und Ergonomie sind identisch, nur die Motorisierung unterscheidet die beiden. Mit welchen Leistungsdaten die Jünger der GSX-R-Fraktion demnächst protzen können, ist allerdings noch nicht bekannt - die Verantwortlichen geben sich noch sehr zugeknöpft. So verhält es sich auch bei der Intruder M 1800 R2, dem gewaltigen Kardan-Cruiser mit einem Trockengewicht von 319 Kilogramm. Der gigantische 54-Grad-Vau-Zwo-Motor mit 1.782 ccm Hubraum ist wassergekühlt und ermöglicht eine Geschwindigkeit von über 200 km/h. Mit viel Chrom setzt sich die Intruder gut in Szene. Die sportliche Upside-Down-Gabel und ein digitalisiertes Cockpit wecken allerdings alles andere als entspannende Highway-Gedanken. Dieses Motorrad steht mit seinem fetten 240er Hinterreifen für die dynamische Art der Fortbewegung.

Triumph überarbeitet für das kommende Jahr seine Stil-Ikone Speed Triple moderat. Mehr Komfort für Fahrer und Beifahrer schaffen eine neue Sitzbank, niedriger positionierte Soziusrasten und ein modifizierter Heckrahmen. Neue Seitenteile, polierte Edelstahl-Hitzeschilder, neue Räder und Scheinwerfer sowie ein konischer Magura-Aluminium-Lenker fallen auf. Für ein neues Stopp-Vergnügen sorgen radiale Vierkolben-Festsättel mit vier Einzelbelägen und Radialbremspumpe. Richtig viel Mühe haben sich die Briten bei ihren klassischen Zweizylinder-Modellen wie America, Bonneville, Speedmaster und Scrambler gegeben: Die in Zeiten der Euro-3-Abgasnorm notwendige Einspritzanlage wird durch eine täuschend echte Vergaser-Anmutung inklusive Choke-Knopf wirkungsvoll kaschiert, die klassische Linie beibehalten. Darüber hinaus lockt die Thruxton mit einer entspannteren Fahrerposition und attraktiven Lenkerendenspiegeln.Die frisch gewonnene Langstreckenerfahrung bei der Endurance-WM fließt in die neue BMW HP2 Sport ein. Der Racing-Boxer, so die firmeninterne Bezeichnung, verfügt über einige feine Merkmale wie ein selbsttragendes Carbon-Heck, Radialbremsen, Instrumente im GP-Stil, einen Schaltautomaten, der das Hochschalten per Zündunterbrechung erleichtert, sowie das große Geheimnis der Endurance-Renner, die neuen Zylinderköpfe. Mit radial angeordneten vier Ventilen, zwei obenliegenden Nockenwellen, Schmiedekolben und einer Verdichtung von 12,5:1 bringt es der drehzahlfeste Boxer auf satte 98 kW/133 PS bei 8.750 U/min. Maximal sind sogar 9.500 Kurbelwellenumdrehungen drin. Edelste Federelemente von Öhlins komplettieren das Edelstück, das durch eine noch nicht definierte, aber sicher nahe bei 19.000 Euro liegende Preisschwelle ganz bewusst exklusiv gehalten wird.Die Renaissance der LC4 feiert KTM mit gleich vier Modellen um den neuen 690er Einzylinder herum. Nach den Supermoto-Geschwistern SMC und SMR bereichern nun ein neuer Duke und eine neue LC4 Enduro das Feld. In allerbester LC4-Tradition sorgen bei Letzterer eine mächtige 48er-USD-Gabel mit ellenlangen Federwegen für Geländetauglichkeit. Das sensationell niedrige fahrfertige Gewicht von 138 Kilogramm wirkt nur auf den ersten Blick leicht beherrschbar. Denn im Paket ist ja der potente 690er-Einspritz-Motor enthalten, der mit Ausgleichswelle driftfreudige 46 kW/62 PS aufs schlüpfrige Parkett zaubert.Drei PS mehr mobilisiert die Duke infolge einer geänderten Luftführung am Motor. Mit zwei übereinander angeordneten Projektionsscheinwerfern und torsionssteifem Gitterrohrrahmen präsentiert sich das Bike auf der Zweirad-Bühne. Ausgefallen wie immer ist das Design, brachial wird voraussichtlich die Bremspower mit radial montierter Brembo-Vierkolbenzange mit vier Einzelbelägen sein. In der Summe dürfte die österreichische "Herzogin" auf kurvigen Landstraßen selbst Supersportlern mächtig einheizen.Auf ihrer Heimatmesse in Paris präsentierten die Franzosen von Voxan vor allem neue Aussichten. Seit Anfang dieses Jahres gehört die kriselnde Firma zum Mischkonzern Sidam, der als Europaimporteur chinesischer Produkte zu Geld gekommen ist. Dieses Kapital hat Voxan offenbar zur Entwicklung eines Tourers genutzt, der GTV 1200. Viel ist davon noch nicht bekannt, doch eine Vollverkleidung mit hoher, verstellbarer Scheibe und das Koffersystem sehen schon gut aus. Dazu liefert der Voxan-Zweizylindermotor verwertbare 78 kW/106 PS bei 9.000 U/min. Wann die ersten Exemplare gefertigt werden können, bleibt vorerst offen.

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