Paris ist immer eine Reise wert, doch in diesem Jahr lohnt es angesichts der Vielzahl der Motorrad-Neuvorstellungen auf der "Mondial du Deux Roues" (bis 7. Oktober) besonders. (C. Fulk , 01.01.2009)
Bis auf die Italiener, die ihre Mailänder Heimmesse aus purem Patriotismus protegieren, präsentierten alle Hersteller höchst appetitliche Neuheiten.
Dabei überraschte die Marke Kawasaki mit einem neuen Nesthäkchen der supersportlichen Ninja-Familie: Die in den USA schon länger angebotene Ninja ZX 250 R ist ein grüner Spross wie er im Buche steht - mit supersportlichem Styling entsprechend den großen Ninjas, martialischen Wave-Bremsscheiben und vollwertigem 17-Zoll-Fahrwerk. Ein flüssigkeitsgekühlter Parallel-Twin-Motor mit Einspritzung erzielt aus 249 ccm Hubraum satte 22 kW/30 PS Leistung. Das ist mehr als genug, um der ganzen Rollermeute ein Schnippchen zu schlagen.Yamaha bietet mit der YZF-R6 Supersport in seiner extremsten Ausprägung.Glänzende Augen bei Wüstenfahrern und solchen, die es gerne wären, löst die XT 660 Z Ténéré des japanischen Herstellers allein schon durch ihren legendären Namen aus. Die erste Ténéré von 1980 machte gerade als Wüstenenduro überhaupt von sich reden. Als Antrieb kommt der bewährte flüssigkeitsgekühlte Einzylindermotor mit Kraftstoffeinspritzung aus den XT- und MT-03-Modellen zum Einsatz und ist mit 660 ccm Hubraum und Vierventiltechnik für knapp 37 kW/50 PS Leistung gut. Lange Federwege, ein robuster Einschleifenrahmen mit geteilten Unterzügen und ein serienmäßiger Motorschutz machen die Ténéré geländetauglich, ihre hohe Scheibe mit übereinander gelegtem Doppelscheinwerfer bietet Schutz vor Wüstenwind und Wetter, ein 22-Liter-Tank fördert die Langstreckenqualitäten. Zur Wintersaison wird es allerdings noch nichts damit, die Ténéré steht nämlich erst ab April zur großen Weltreise bereit. Ein richtiges Leckerchen ist die neue Yamaha YZF-R 125, die den großen Supersport-R-Modellen wie aus dem Gesicht geschnitten scheint. Schlitzaugenfront, tiefer Schalldämpfer, Aluschwinge und ein flüssigkeitsgekühlter 125er Single mit Kraftstoffeinspritzung sind die Zutaten dieses Menüs, das 16-Jährigen ab April schmecken wird. Und ein dicker 130er Hinterreifen beschert zusätzliches Prestige. Die zweite 125er Neuheit, die YBR 125 Custom, zielt genau in die entgegen gesetzte Richtung: Basistechnik wie der luftgekühlte Zweiventilmotor und ein unspektakuläres Fahrwerk mit Trommelbremse hinten weisen die 125er zusammen mit dem unauffälligen Äußeren als unproblematisches Alltagsmotorrad aus.