Motorrad-ABS wird salonfähig

ABS bei Motorrädern wird salonfähig. Studien belegen die Sicherheitswirkung, auch die Biker entscheiden sich zunehmend für eine Maschine mit Antiblockiersystem. (F. Bauer , 01.01.2009)

Inzwischen haben fast alle in Deutschland vertretenen Hersteller mindestens eine Maschine mit

Mindestens 70 Menschenleben ließen sich alleine in Deutschland pro Jahr retten, wenn alle Maschinen mit einem ABS ausgestattet wären, schätzen die Unfallforscher des Verkehrstechnischen Instituts der Deutschen Versicherer m(VTIV). Dadurch, dass das Blockieren der Räder bei einer Vollbremsung vermieden wird, kommt es in den allermeisten Fällen auch nicht zum meist folgenschweren Sturz. Selbst wenn der Bremsweg nicht ausreicht, eine Kollision ganz zu verhindern, hilft die ABS-Bremsung dabei, Geschwindigkeit kontrolliert abzubauen und die Unfallschwere zu mindern.Die Unterschiede zwischen Motorrädern mit und ohne ABS hat kürzlich auch der ADAC in einem Vergleichstest herausgestellt. Beginnen zwei Motorradfahrer gleichzeitig bei Tempo 100 auf nasser Fahrbahn abzubremsen, kann der eine seine mit ABS ausgerüstete Maschine nach rund 45 Metern zum Stillstand bringen, während der andere auf dem Zweirad ohne Bremshilfe nach dieser Strecke noch rund 45 km/h schnell ist.Selbst wenn das System gar nicht eingreift, sorgt es für kürzere Bremswege. Wissenschaftler des österreichischen Kuratoriums für Verkehrssicherheit haben nämlich herausgefunden, dass bereits das Wissen des Fahrers, durch das ABS vor einem Sturz geschützt zu sein, zu einem kräftigeren Zupacken beim Bremsen motiviert. Ohne ABS muss der Bremsdruck dagegen kontinuierlich aufgebaut werden, und aus Furcht werden dadurch wichtige Meter verschenkt.Weitere Fragen zum ABS bei Motorrädern beantworten die Experten der Deutschen Versicherer auf den Internetseiten unter http://www.versicherung-und-verkehr.de. Dort findet sich auch eine Übersicht über Maschinen mit serienmäßigem oder optionalem ABS sowie Videoclips, die den Sicherheitsgewinn des Systems veranschaulichen. Der Aufpreis für ein optionales ABS liegt zwischen 500 und 1 000 Euro; eine Investition, die sich nicht nur aus Sicherheitsgründen lohnt, sondern auch im späteren Wiederverkaufswert niederschlägt.

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