Pick-ups erfreuen sich bester Gesundheit
Hohe Spritpreise? Dann kaufen wir eben kleinere Autos. Diese Logik funktioniert in Europa bestens, in den USA aber nur bedingt. Zwar haben die Pick-ups in den vergangenen Jahren einen Karriere-Knick erlebt, doch noch immer ist der Ford F-150 so etwas wie der Golf der USA. Auch bei Chrysler erfreuen sich die Freizeit-Laster bester Gesundheit, sie kommen seit kurzem sogar in den Genuss einer eigenen Marke namens RAM und laufen nicht mehr unter dem Dodge-Logo. Und während General Motors PKW-Marken wie Saturn oder Pontiac in der jüngsten Krise beerdigt hat, kommt das für die Pick-Up-Sparte GMC nicht in Frage.
-
- GMC setzt noch eins drauf und hat - als Blickfang für die Detroit Motor Show im Januar - einen brachialen Pick-Up namens Sierra All Terrain Concept auf seine dicken Stollenräder gestellt.
Eyecatcher auf der Detroit Motor Show
So setzen die Amerikaner lieber noch eins drauf und haben - wahrscheinlich als Blickfang für die Detroit Motor Show im Januar - einen brachialen Pick-Up namens Sierra All Terrain Concept auf seine dicken Stollenräder gestellt. Der Überall-Radler nutzt die Plattform des Sierra HD, die Heavy-Duty-Version des beliebten Pick-Ups. Der viertürige Wagen hat eine kurze Ladefläche und eine fünfsitzige "Crew Cab"-Kabine. Das Show Car ist mit 5,8 Metern ein Stück kürzer als ein normaler Sierra und soll mit extrem kurzen Überhängen besonders geländetauglich sein. Zudem wurde die Spurweite für mehr Stabilität verbreitert, und der Pick-Up hat knapp acht Zentimeter mehr Bodenfreiheit.
-
- Zum Offroad-Paket des GMC Sierra All-Terrain HD Concept gehören unter anderem grobstollige All Terrain-Reifen und spezielle Stoßdämpfer.
Heavy Duty - und zwar so richtig
Zum Offroad-Paket gehören außerdem grobstollige All Terrain-Reifen, spezielle Stoßdämpfer und ein massiver Unterfahrschutz, der alle wichtigen Teile wie Antrieb, Differenziale, Benzintank und Abgasanlage gegen Stock und Stein abschirmt. Der Frontstabilisator lässt sich elektronisch entkoppeln, so dass eine größere Verschränkung der Vorderachse möglich ist. Der Allradler kann 1,2 Tonnen zuladen und mit seiner Anhängerkupplung fast sechs Tonnen ziehen. Viele SUV schaffen gerade einmal 3,5 Tonnen.
-
- Ein massiver Unterfahrschutz schirmt beim GMC Sierra All-Terrain HD Concept alle wichtigen Teile wie Antrieb, Differenziale, Benzintank und Abgasanlage gegen Stock und Stein ab.
Bigger is better - das gilt auch beim Motor
Als Triebwerk des All Terrain Concept haben sich die GMC-Ingenieure einen 6,6 Liter großen V8-Turbodiesel auserkoren, der 397 PS leistet und ein gewaltiges Drehmoment von 1.037 Newtonmetern entwickelt. Das sind 37 Newtonmeter mehr als beim Audi Q7 V12 TDI mit seinem Zwölfzylinder-Dieselmotor. Übertragen wird die geballte Kraft mit einer Sechsgang-Automatik. Zum Verbrauch des Pick-Ups haben die Amerikaner vorsichtshalber noch keine Angaben gemacht, aber immerhin will man den Durst des neuen Duramax-Dieselmotors im Vergleich zum Vorgänger-Aggregat um elf Prozent reduziert haben.
-
- Der aktuelle GMC Sierra steht in der Tradition des legendären Pick-Ups aus der Fernsehserie "Ein Colt für alle Fälle". Der Vollzeit-Stuntman und Hobby-Kopfgeldjäger nutzte seinerzeit einen GMC Sierra Grande für die Verbrecherjagd.
Hybrittechnik hält Einzug in die Serie
So ganz kann selbst eine Offroad-Marke wie GMC nicht auf das Thema Effizienz verzichten. Die Modellpalette enthält Hybridversionen des Pick-Ups Sierra und des großen Geländewagens Yukon. Und nicht alle Autos der Marke haben Monster Truck-Format. Das vergleichsweise kleine Modell GMC Terrain zum Beispiel kommt mit 7,4 Litern pro 100 Kilometer aus - aber nur bei konstanter Autobahnfahrt im USA-üblichen Schleichtempo.
-
- Der GMC Sierra All-Terrain HD Concept ist mit 5,8 Metern ein Stück kürzer als ein normaler Sierra und soll mit extrem kurzen Überhängen besonders geländetauglich sein.
Gute Chancen für eine Serienfertigung
Solange der Sprit bezahlbar bleibt, steht bei Pick-Up-Käufern ein niedriger Verbrauch allerdings nicht hoch im Kurs. Wichtiger sind da schon Extras wie die LED-Scheinwerfer, mit denen das Concept Car Sierra All Terrain die Gegend ausleuchtet. Auch die Ladefläche wird von LEDs erhellt. Über den hinteren Kotflügeln hat der Wagen wie bei großen US-Pick-Ups üblich zusätzliche Staufächer, in denen man vom Abschleppseil bis zur Schwimmweste allerlei Utensilien für Arbeit und Freizeit unterbringt.
Dass der bullige Allradler allein für die Detroit Motor Show konstruiert
wurde, ist nicht zu erwarten. Die Chancen auf eine Serienfertigung
stehen gut: "Der Wagen ist zwar eindeutig eine Studie, aber eine
ziemlich realistische", sagt GMC-Sprecherin Lisa Hutchinson.

