Mercedes ML63 AMG

ML63 AMG - Der stärkste Serien-SUV der Welt

Mercedes rundet die im letzten Herbst vorgestellte ML-Baureihe nach oben ab. Ab April kommt der ML 63 AMG auf den Markt. Mit maximal 557 PS reicht das zum inoffiziellen Titel "stärkster Serien-SUV der Welt". ( , 12.01.2012)

Bisher kein V8

Ab April kommt der ML 63 AMG auf den Markt. Mit maximal 557 PS reicht das zum inoffiziellen Titel "stärkster Serien-SUV der Welt". Auf den Genuss des bulligen Achtzylinders für die traditionell mit "500" bezeichneten Modelle bei Mercedes müssen Kunden der neuen M-Klasse verzichten. Der aktuelle ML, seit Herbst 2011 in dritter Generation auf dem Markt, ist als Benziner bislang nur als "ML 350" mit dem 306 PS starken 3,5-Liter-V6 zu haben.

Mercedes ML 63 AMG
Der Mercedes ML 63 AMG mit 557 PS ist der stärkste Serien-SUV der Welt.

Performance-Programm

Hartgesottenen V8-Liebhabern blieb nur die Möglichkeit, einen ML 500 aus Amerika, China oder Russland zu importieren, wo das SUV auch weiterhin angeboten wird. Ein aufwändiger und wenig lohnenswerter Weg. Und überflüssig obendrein, denn etwas Geduld genügt und jedes bundesdeutsche Mercedes-Zentrum des Vertrauens wartet wieder ganz offiziell mit einem Achtzylinder-ML auf. Im April schlägt Mercedes Tuning-Tochter AMG mit dem ML 63 zu. Schon dessen technische Eckdaten dürften Power-Fetischisten das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen. Frei nach dem Prinzip an der Wursttheke „Darf es etwas mehr sein?“, bieten die Spezialisten aus Affalterbach dem ML-Kunden ein unvergleichliches Performance-Programm an.

Bulliger Luxus-Offroader

Die M-Klasse erhält als fünftes AMG-Modell den 5,5 Liter großen Biturbo-Achtzylinder mit 525 PS und 700 Newtonmetern maximales Drehmoment, das sich nun wirklich mit dem abgedroschenen Attribut "bullig" schmücken darf. Damit beschleunigt der Luxus-Offroader wie ein reinrassiger Sportwagen. 4,8 Sekunden von Null auf 100 km/h sagt AMG. Kein Einspruch euer Ehren! Ein solcher Wert stand vor nicht wenigen Jahren noch einem Porsche Carrera gut zu Gesicht. Und als wäre dies nicht genug, bietet AMG dem Kunden auf Wunsch und gegen Extra-Obulus noch eine Extraportion Power, was den ML mit 557 PS und 760 Newtonmetern zum stärksten Serien-SUV der Welt macht. Diese Version erfordert allerdings die Teilnahme eines Fahrerlehrgangs. Lohn der Mühe: Statt mit Tempo 250 km/h kann der ML 63 AMG-Pilot nun mit 280 km/h die Autobahn unter die dicken Räder nehmen. Über den Sinngehalt dieser Fähigkeit lässt sich trefflich streiten, auf jeden Fall verdient die ingeniöse Leistung ein über zwei Tonnen schweres SUV bei dieser Geschwindigkeit ruhig und sicher auf der Piste zu halten einen gezogenen Hut.

Hightech-Fahrwerk

Verantwortlich für diese Fähigkeit ist neben einer ausgefeilten Aerodynamik vor allem das Hightech-Fahrwerk, bestehend aus Luftfederung, automatischer Niveauregulierung (senkt den Wagen bei hohem Tempo ab), adaptiven Dämpfern und einer aktiven Wankstabilisierung. Letztere hält in Kurven die Karosserie nahezu horizontal, was den ML 63 gefühlt noch sportlicher ums Eck gehen lässt. Der Fahrer kann zudem per Knopfdruck zwischen den drei Modi „Comfort“, „Sport“ und „Sport plus“ wählen. „Das Fahrverhalten ist der größte Unterschied gegenüber dem Vorgänger und liefert so viel Fahrspaß, dass man gar nicht wieder aussteigen möchte“, erklärte AMG-Chef Ola Källenius bei der Fahrzeugpräsentation und erntete viel wohlwollendes Verständnis ob der Perspektive, dass der Super-SUV ab Frühjahr sein neuer Dienstwagen wird.

S für Sport

Großen Anteil am Adrenalinkick hat natürlich auch der zweifach aufgeladene Achtzylinder, der Gaspedalbefehle augenblicklich in gewaltigen Schub umsetzt, begleitet vom typisch satten Sound eines auch hubraummäßig wohlgenährten V8. Überholvorgänge werden Episoden von Sekunden, erst recht, wenn im Fahrprogramm der Modus „S“ für Sport aktiviert ist. Die Siebengangautomatik reagiert dann mit noch schnelleren Gangwechseln. Dass solch eine Fahrweise ebenso zügig den Verbrauch nach oben treibt, gehört zu den Grundlagen der Physik. Dennoch kann der ML 63 durchaus knauserig mit dem Sprit umgehen – zumindest relativ gesehen. Im Modus „C“, das steht für "Controlled Efficiency", lässt der Bolide alles ein wenig sanfter angehen, fährt im zweiten Gang an, schaltet früher hoch und später runter und stellt an der Ampel brav den Motor ab. Zusammen ergibt dies einen Normverbrauch von 11,8 Litern. „Das sind 28 Prozent weniger als zuvor“, sagt Källenius.

Mercedes ML 63 AMG
Der Innenraum des Mercedes ML 63 AMG verwöhnt mit einer Mischung aus Sportlichkeit und edlen Materialien in bester Verarbeitungsqualität

S-Klasse-Niveau

Nicht messbare, aber gefühlte 100 Prozent mehr bietet der Innenraum des neuen ML 63 AMG, verglichen mit dem abgelösten ML aus Affalterbach. Sei es die Präzision der Ledernähte oder die Haptik der Materialien, alles wirkt perfekt verarbeitet und mit Liebe zum Detail zusammengesetzt. In den ausschließlich in den USA gebauten Geländewagen ist endlich S-Klasse-Niveau eingezogen. Der Preis hierfür ist allerdings auch auf einen sechsstelligen Betrag angewachsen. Für das Topmodell der ML-Baureihe verlangt AMG 108.885 Euro – mindestens.

BEWERTE DIESEN ARTIKEL
rating_image rating_1 rating_2 rating_3 rating_4 rating_5
KOMMENTARE
Ähnliche Artikel

Mercedes 300SEL6.8 AMG & S63 AMG

AMG – die Wiege des Erfolgs

Die 24 Stunden von Spa Francorchamps 1971: AMG holt bei seinem ersten Renneinsatz gleich den zweiten Platz und wird über Nacht berühmt. Die Affalterbacher haben den Erfolgswagen von damals nachgebaut und geben einen Ausblick auf die zukünftige AMG-S-Klasse.

Mercedes-Benz 190 E 3.2 AMG

Der Benz aus der Parallelwelt: Rennstrecken-Test Mercedes 190 E 3.2 AMG

Der Mercedes 190 galt in den 80ern als langweiliger Baby-Benz für Senioren, Metzger und Studienräte. Dass es auch anders ging, bewies der 190 E 3.2 AMG. Ein Rennstreckentest beweist: Der Steroid-Benz mag stärker und optisch aufregender geworden sein, ein Sportwagen ist er aber noch lange nicht.

Inden Mercedes SL 65 AMG

Muskel-Aufbau-Präparat: Inden Mercedes SL 65 AMG

Der Mercedes SL 65 AMG macht sich bereit für den Bodybuilding-Contest: Inden Design unterzieht das V12-Biturbo-Triebwerk einer Kraftkur und sorgt dafür, dass der Power-Roadster auch optisch die Muskeln anspannt.

Kicherer C63 T Supersport

Kicherer Mercedes C 63 AMG T-Modell: Aus Spaß wird Ernst

Kicherer lässt sich nicht lumpen und verpasst dem Mercedes C 63 AMG T-Modell viel Carbon und noch mehr Leistung. Doch auch die Fahrdynamik und der Sound kommen bei der Verwandlung zum „C63 T Supersport“ nicht zu kurz.

FAB Design Mercedes SLS AMG

Eleganz? Nicht mit FAB Design! Tuning für den Mercedes SLS AMG

FAB Design – was vom Mercedes-Spezialisten aus Heidi-Country kommt, hat mit schweizerischer Zurückhaltung nichts mehr zu tun. Auch für ihren Mercedes SLS AMG gilt: Eleganz war gestern! Dafür hat der Über-Benz mehr Druck und darf noch lauter als die Serienversion sein.
Ähnliche Videos

Tracktest Mercedes C 63 AMG

Ist der Mercedes C 63 AMG fahrdynamisch wirklich ein BMW M3-Konkurrent? Im Tracktest ist die Zeit des bayerischen Konkurrenten jedenfalls die Messlatte.

AMG Driving Academy

Driften in Lappland, und das an Bord eines Mercedes SLK 55 AMG oder Mercedes C 63 AMG: Die AMG Driving Academy macht es möglich.

Tracktest Mercedes SLK 55 AMG

Was kann der aufgepumpte Klappdach-Roadster? Patrick Simon findet es beim Tracktest heraus.

Mercedes SL 65 AMG

612 PS und 1.000 Nm - der Mercedes SL 65 AMG ist der drehmomentstärkste Roadster der Welt. Aber ist er auch ein richtiger Sportwagen? Patrick Simon, übernehmen Sie.

Test Mercedes SL 55 AMG

Bei Motorvision muss der Mercedes SL 55 AMG beweisen, was er auf dem Hockenheimring und auf der Nordschleife so drauf hat.

Rennstrecken-Test Mercedes SL 65 AMG Black Series

Patrick Simon testet den Mercedes SL 65 AMG Black Series auf der legendären Rennstrecke von Laguna Seca.
MOTORVISION MAGAZIN
MOTORVISION AUF FACEBOOK
AKTUELLES VIDEO
Lucy bei Knud Tiroch Teil 6
FACEBOOK EMPFEHLUNGEN
BILDERGALERIEN