Formel 1 2012: Mercedes F1 W03

Mit dem W03 endlich zum Titel?

Als letztes Top-Team stellt Mercedes sein Auto für die Formel 1-Saison 2012 vor. Der F1 W03 hat eine sehr spitze Nase und einiges an technischen Verbesserungen im Gepäck. Können Schumacher und Rosberg nun endlich angreifen? ( , 21.02.2012)

Mit zwei Wochen Verspätung

Zwei lange Wochen nach den anderen Top-Teams zeigt nun auch Mercedes endlich seinen neuen Boliden für die F1-Saison 2012. Am frühen Dienstagmorgen zogen Michael Schumacher und Nico Rosberg in der Boxengasse des Circuit de Catalunya die Hülle von ihrem neuen Dienstwagen. Mit dem F1 W03 will Mercedes endlich um Grand Prix-Siege mitfahren.

Mercedes AMG F1 W03
Die Nase ist beim aktuellen Silberpfeil ein gutes Stück spitzer als bei der Konkurrenz und verfügt über ein Nasenloch als Luftzufuhr für den vieldiskutierten F-Schacht im Frontflügel.

Technisches Meisterwerk?

Und das soll – wie bei fast allen anderen 2012er Autos auch – mit einem ausgeprägten Höcker auf der Nase funktionieren. Diese ist beim aktuellen Silberpfeil jedoch ein gutes Stück spitzer als bei der Konkurrenz und verfügt über ein Nasenloch als Luftzufuhr für den vieldiskutierten F-Schacht im Frontflügel. Bei den Tests in Jerez experimentierte man mit einer Art passivem F-Schacht, der erstmals 2011 im Freien Training des Grand Prix von Japan erprobt worden war. Ein solches System könnte nicht nur auf der Geraden für ein Abreißen der Luftströmung über dem Frontflügel und somit zu einem geringeren Luftwiderstand führen. Vielmehr könnte es theoretisch bei der Kurvenfahrt für eine Verbesserung der aerodynamischen Balance sorgen. Die sehr langgezogenen Frontflügel-Halterungen des F1 W03 könnten die Installation eines solchen Systems zulassen.

Weitere Auffälligkeiten am neuen Mercedes-Boliden: Im Vergleich zum Vorgänger wurde der Radstand verlängert und die nun schlankeren Seitenkästen verjüngen sich nach dem Vorbild von Red Bull nach unten hin. Der W03 hat außerdem trotz des längeren Chassis kräftig abgespeckt und eine frontlastigere Gewichtsverteilung. Das war notwendig, um den hohen Reifenverschleiß an der Hinterachse – eine echte Schwachstelle am letztjährigen Auto – in den Griff zu bekommen.

Schumi will es wissen

Michael Schumacher, der heute den ersten offiziellen Testtag mit dem neuen Auto in Barcelona absolviert, zeigte sich aufgrund der Präsentation voller Tatendrang: „Ich habe ja schon einige Rollouts und Vorstellungen neuer Autos hinter mir, aber selbst nach all den Jahren fühlt sich das immer noch besonders an. Tage wie dieser sind irgendwie spezielle Momente, voller Hoffnung und Vorfreude. Schon in der vergangenen Woche, als wir den F1 W03 in Silverstone zum ersten Mal gefahren sind, gab er uns direkt ein gutes Gefühl und gute Rückmeldungen. Wir werden von nun an intensiv daran arbeiten, ihn zu einem wettbewerbsfähigen Rennauto zu entwickeln." Zu neuen Saison meinte der Kerpener: „Natürlich wird man erst über die kommenden Wochen erkennen können, wie groß der Schritt ist, den wir gemacht haben, aber ich kann jetzt schon sagen, dass die Jungs und Mädels in den Fabriken in Brackley und Brixworth beeindruckenden Einsatz gezeigt haben und wir uns bei ihnen herzlich bedanken müssen. Natürlich weiß ich, welche Belohnung sie alle am liebsten hätten, und wir werden definitiv versuchen, sie ihnen zu geben. Ich jedenfalls bin heiß auf neue Kämpfe, ich freue mich tierisch auf die neue Saison, und ich kann es jetzt kaum erwarten, dass es wieder losgeht."

Rosberg mag den neuen Silberpfeil

Auch Teamkollege Nico Rosberg scheint sich mit dem neuen Auto auf Anhieb wohl zu fühlen: „Es war ein großartiges Gefühl, letzte Woche die ersten Runden im F1 W03 zu drehen", sagt der 26-Jährige. „Unser Silberpfeil sieht gut aus und auch unter der Haube ist alles sehr kompakt gestaltet - die verschiedenen Teile arbeiten harmonisch miteinander, was widerspiegelt, dass unsere Abteilungen im Team gut zusammenarbeiten. Von Beginn an waren wir in der Lage, uns auf die Performance zu konzentrieren und machen guten Fortschritt mit unserem Testprogramm. Es wird interessant sein, zu sehen, wo wir in den nächsten Wochen stehen werden."

Haug: „Schon im vergangenen Jahr viel Arbeit ins neue Auto gesteckt“

Geht es nach Motorsportchef Norbert Haug, sollen die Silbernen definitiv besser dastehen als in der letzten Saison: „Unser Ziel ist, eine Leistungssteigerung zu erreichen. Im Laufe des vergangenen Jahres haben wir viel Arbeit in unser neues Auto gesteckt. Nicht nur in Design und Entwicklung des F1 W03, sondern auch in den Aufbau einer technischen Organisation, die konstant ihr volles Potential nutzen kann. Unser langfristiges Ziel ist, zu regelmäßigen Anwärtern auf Rennsiege und den WM-Titel zu werden und dann ein weiteres Kapitel in der langen Erfolgsgeschichte der Silberpfeile zu schreiben, die vor 78 Jahren begann. In diesem Jahr wollen wir einen weiteren Schritt auf diesem Weg machen."

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Kann Mercedes 2012 endlich um den Titel mitfahren?

  • Der W03 macht einen hervorragenden Eindruck! 2012 kann es klappen!
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