With a little help from my friends
Damit das Rallye-Engagement ein Erfolg wird, hat sich Mini einen kompetenten Partner ins Boot geholt. Prodrive, Rennstall des Formel 1-erprobten Firmenchefs David Richards, ist seit 2009 mit der Entwicklung des Boliden beschäftigt. Prodrive hat einen klangvollen Namen im Motor- und speziell im Rallyesport: Viele Jahre waren die Briten erfolgreich für die WRC-Einsätze des Subaru-Werksteams zuständig, bevor sich dieses im Zuge der Weltwirtschaftskrise aus der Szene zurückzog.
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- Anfang September absolvierte der Mini Countryman WRC seine erste Ausfahrt auf dem Testgelände von Prodrive, das seit 2009 mit der Entwicklung des Autos beschäftigt ist.
2011: Das Jahr der Regelrevolution
Nun arbeitet Prodrive also mit Mini zusammen. Die Zeit für einen Einstieg in die Rallye-WM ist günstig, schließlich steht für die Saison 2011 eine Regelrevolution auf dem Programm. Vorbei die Zeit der hochgezüchteten WRC-Boliden à la Citroen C4 und Ford Focus mit mächtig aufgepumpten und um die 300 PS starken Zweiliter-Turbomotoren. Jetzt sind kompaktere, nach dem Super2000-Reglement aufgebaute Einsatzautos mit Turbo-aufgeladenen 1,6-Liter-Vierzylindern angesagt. Das vorrangige Ziel: Kostenersparnis, um die unschöne Situation, mit den eben genannten Marken nur zwei Werksteams vorweisen zu können, zu beenden. Und die Chancen für eine bessere Zukunft stehen gut: Neben Mini haben Citroen, Ford, Fiat Abarth, Peugeot und sogar Volkswagen und Opel Super 2000-Autos im Programm. Nicht jeder dieser Hersteller wird sich werksseitig in der Rallye-WM engagieren, aber Privatteams sollten mit diesen Rennern trotz überschaubaren Kosten eine gute Rolle im internationalen Rallyesport spielen können.
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- Der Mini Countryman WRC ist 4,11 Meter lang, 1,82 Meter breit und verfügt über ein vom Motorsport-Weltverband vorgeschriebenes Mindestgewicht von 1.200 Kilogramm.
Den Motor liefert BMW Motorsport
Doch zurück zum Mini WRC. Für den Einsatz im Rallye-Boliden bietet sich der 1,6-Liter-Direkteinspritzer von BMW Motorsport an, der ab der nächsten Saison auch in der Tourenwagen-WM zum Einsatz kommen wird. Dieser wird von einem Garrett-Lader mit maximal 2,5 bar Ladedruck aufgeblasen. Genaue Leistungsdaten sind natürlich ein Betriebsgeheimnis, aber im Dunstkreis von 270 bis 280 PS wird der Mini letztlich landen. Der Motor schickt seine Power über ein sequenzielles Sechs-Gang-Getriebe an alle vier Räder. Im Bereich des Allradantriebs und der Differentiale macht das Super 2000-Reglement aus Kostengründen deutliche Abstriche gegenüber den WRC-Autos. Trotzdem verfügt der Mini WRC über - wenn auch vergleichsweise simple - Sperrdifferentiale an Vorder- und Hinterachse.
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- Im Cockpit des WRC-Boliden ist nichts vom in den Serienautos üblichen Mini-Chic übriggeblieben. Nur auf das mittige Kombiinstrument konnten sie einfach nicht verzichten.
Knowhow von Spezialisten
Der obligatorische Überrollkäfig ist eine Eigenentwicklung von Prodrive. Das Fahrwerk mit Macpherson-Strebe und an Vorder- und Hinterachse dreifach verstellbaren Dämpfern haben die Rallye-Spezialisten zusammen mit Öhlins entwickelt. Die Felgen stammen von ATS, sind auf Schotter 15 und auf Asphalt 18 Zoll groß und tragen Reifen des WRC-Ausrüsters Michelin. Auch bei den Bremsen greift das Mini WRC-Team auf das Knowhow von Spezialisten zurück: Für Schotter-Rallyes liefert AP Racing 300 Millimeter große Scheiben, bei Asphalt-Events kommen 355er Pendants zum Einsatz.
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- Das Herzstück des Mini Countryman WRC ist der von BMW Motorsport entwickelte 1,6-Liter Vierzylinder-Turbomotor, der auch in weiteren Championaten eingesetzt werden kann.
Kris Meeke kriegt seine WM-Chance
Mit Kris Meeke steht der erste Werksfahrer bereits fest. Der 31-jährige Nordire machte sich bisher in der Junioren-WM und der International Rally Challenge (IRC), der 2. Liga des Rallyesports, einen Namen. 2009 konnten sich Meeke und dessen Beifahrer Paul Nagle dort in einem Peugeot 207 Super 2000 den Titel sichern. Auch 2010 fährt Meeke für Peugeot in der IRC, belegt dort aktuell den zweiten Gesamtrang und hat intakte Titelchancen.
Minis Einstieg in die Rallye-WM geschieht in Etappen. 2011 werden die Briten sechs Weltmeisterschafts-Läufe bestreiten, 2012 steht die komplette Saison auf dem Programm. Dann liefert Prodrive auch die ersten Kundenautos an Privatteams aus.Bleibt zu hoffen, dass die Rallye Monte Carlo, die in den vergangenen Jahren nur im IRC-Kalender zu finden war, dann wieder in der WM auf dem Programm steht. Mini hat hier schließlich zahlreiche Erfolge vorzuweisen. Es ist an der Zeit, daran anzuknüpfen.

